Der Jahrmarkt zu Jakobi

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2008, Titel: 'Der Jahrmarkt zu Jakobi', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Gauklermord mit Potenzial

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2008

Kurzgefasst:

Lindenfels in der Pfalz, 1338. Der Jahrmarkt zu Jakobi lockt zahlreiche Gäste in das Städtchen. Auch der Gaukler Hardo reist mit einem Trupp fahrenden Volkes zum Markt. Ein gern gesehener Besucher bei den Bürgerstöchtern, weniger beliebt bei deren Eltern und Versprochenen. Als Hardo erschlagen im Straßengraben aufgefunden wird, liegt deshalb der Verdacht nahe, dass ein Bürgerssohn der Täter ist. Doch der Vogt fürchtet um den Frieden in der Stadt, wenn er angesehene Bürger wegen eines Fahrenden vor Gericht bringt. Hardos Reisegenossen, die Spielleute Alheit und Franz und der Priester Baldwin, beginnen daraufhin auf eigene Faust, den Mörder zu suchen. Schon bald finden sie heraus, dass Hardo einem Geheimnis auf die Spur gekommen war, das andere um jeden Preis bewahren wollen...

 

Im Jahr 1338 kommen viele Menschen zum Jahrmarkt an Jakobi in das kleine Städtchen Lindenfels in der Pfalz. Neben Neugierigen und Händlern kommen natürlich auch Gaukler und Schausteller, die ein paar Münzen verdienen wollen und das Volk mit ihren Darbietungen erfreuen wollen. Zu ihnen zählt auch eine fünfköpfige Gruppe, die sich um Franz und seine Frau Alheit zusammengefunden haben.

Neben dem Geistlichen Baldwin gehört auch das Mädchen Gretel dazu, das zwar wenig Talent hat, aber immer noch gut genug für das Schlagen der Trommel ist. Komplettiert wird das Quintett durch den Geschichtenerzähler Harbo, der auch sonst nichts auslässt. Doch schon am zweiten Tag wird Harbo erschlagen im Strassengraben gefunden, und gewaltsame Todesfälle mag niemand, wenn Jahrmarkt ist. Daher müssen die anderen vier den Mord selbst aufklären und geraten dabei in Machenschaften, die weitreichender sind, als sie ahnen konnten.

Gaukler sind immer ein Risiko

Mit Der Jahrmarkt zu Jakobi hat Susanne Bonn einen Erstling vorgelegt, der Milieu der Gaukler spielt und somit in einer gesellschaftlichen Schicht, die immer schon von der Obrigkeit schief angeschaut wurde. Zwar hat man sie gern auf Festlichkeiten, allerdings sind fahrende Künstler auch immer ein Sicherheitsrisiko, und auch mit dem Bezahlen nimmt man es nicht immer so genau. Somit ist das Umfeld des historischen Kriminalromans perfekt für ein Verbrechen, das neben den Betroffenen eigentlich niemanden interessiert und an dessen Aufklärung auch niemand wirklich interessiert ist.

Am Anfang läuft alles noch etwas unübersichtlich durcheinander, und es dauert auch seine Zeit, bis der erwartete Mord geschieht. Überhaupt hat der Roman immer mal wieder einigen Leerlauf, der den Leser darauf warten lässt, dass die Geschichte endlich weitergeht. Dabei beweist die Autorin durchaus Ortskenntnis und schafft es auch folgerichtig, das Geschehen vor und die Zeit gut aufzufangen und darzustellen.

Gelegentlich ist auch der Impuls der jeweils handelnden Person nicht ganz klar oder wird nur sehr spät aufgeklärt. Vieles, auch an den Charakteren, bleibt im Dunkeln, was aber zunächst nicht viel ausmacht, aber so manche Erhellung wäre doch im Laufe der Erzählung wünschenswert gelesen. Allerdings tauchen auch auf einmal Personen auf, die fast als bekannt vorausgesetzt werden, die man aber vorher noch nicht kennen gelernt hat. Hier hätte man etwas mehr Sorgfalt walten lassen können.

Ausbaufähige Charaktere in spannender Geschichte

Gerade die Hauptfiguren Alheit und der Geistliche Baldwin, dessen Funktion in der Gruppe eigentlich nie ganz klar wird, hätten allerdings auch mehr Charakter und ein paar klarere Zeichenstriche vertragen können. Diese Nachlässigkeit sorgt dafür, dass man letztlich mit allen Figuren nicht so richtig warm wird und auch nicht richtig mitfiebern kann. Die einzige Ausnahme bildet am Ende Gretel, deren Herkunft sich nach und nach klärt und die eine etwas mysteriöse Vergangenheit hat.

Sehr geschickt konstruiert erweist sich letztlich der Mordfall, und das ist auch das große Plus an dem Roman. Natürlich wird die Auflösung hier nicht verraten, aber es wird immer mal wieder darauf hingeführt, auch die eine oder andere falsche Fährte gelegt, und so liest man den Roman doch gerne schnell bis zum Ende durch. Dieser Fall und die Historie, die in dem Buch eingefangen wird, machen den Roman schließlich doch zu einem lohnenden Lesevergnügen. Gerne hätte man noch einen Stadtplan von Lindenfels gehabt, um einige Wege besser mitverfolgen zu können, aber dieser fehlt leider. Dafür gibt es aber wieder das individuelle Lesezeichen der historischen Gmeiner-Krimis. Vielleicht werden wir Alheit ja einmal wieder begegnen, und mal sehen, wie sich ihre Gauklertruppe dann zusammensetzt und was dann wieder passiert. Ein Debüt mit leichten Schwächen, allerdings durchaus mit Potenzial.

 

Der Jahrmarkt zu Jakobi

Der Jahrmarkt zu Jakobi

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Letzte Kommentare:
02.08.2018 21:40:34
Kleiner Muck

Ich lese an sich sehr gerne historische Romane, aber dieser hatte das Glück, dass ich ihm während unzähliger Physiotherapien hilflos ausgeliefert war. Sonst wäre er entgegen meiner Gewohnheit halb gelesen im Altpapier gelandet. Eine zähe Handlung, so unübersichtlich wie der Markt selbst,keine schöne Beschreibung der Personen, der Stadt oder der Landschaft. Ich habe das Buch aus einer Krabbelkiste für 2,50€ gekauft und bin heilfroh, keinen Cent mehr ausgegeben zu haben.

02.11.2013 16:56:56
Michaela Fluck

Selten ein so schlechtes Buch gelesen, sowohl Schreibstil als auch Handlung sehr " holprig" und kein flüssiger schön ausgeschmückter Ablauf der Erzählung, die insgesamt auch die verschiedenen Personen betreffend sehr unübersichtlich wirkt.
Ich werde von dieser Autorin mit Sicherheit nichts mehr lesen

Zeitpunkt.
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