Die Henkerstochter

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2008, Titel: 'Die Henkerstochter', Originalausgabe

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85

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Ms Ms
Ein spannender, fesselnder<br> historischer Krimi!

Buch-Rezension von Ms Ms Apr 2008

Kurzgefasst:

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

 

Henker - ein unehrenhafter Beruf. Immer schon waren die Männer gefürchtet, die ihn ausübten - aber auch still geachtet. Meistens lebten sie mit ihren Familien außerhalb der Städte, kurz hinter den Stadtmauern. Ihre Anwesen waren jedoch nicht klein und auch alles andere als ärmlich.

Zum Henker wurde man in Kriegszeiten ernannt oder dazu ";überredet", wenn man selbst straffällig wurde. Es gab nicht viele Alternativen und so beugte man sich lieber dem Bitten der Stadträte, als den Kopf auf dem Richtklotz zu legen. Im Laufe der Zeit entstanden wahre ";Henkerdynastien" - Henkersfamilien, in denen der älteste Sohn die Nachfolge des Vaters antrat und in manchen Fällen auch von ihm für das Töten und Foltern ausgebildet wurde. Das Gesellenstück war dann die Enthauptung eines verurteilten Verbrechers.

Der Berufsstand des Henkers war ein ";unehrlicher" Beruf. Damit ging eine soziale Abgrenzung einher, obwohl viele Scharfrichter tiefgreifende Kenntnisse der menschlichen Anatomie besaßen - schließlich mussten sie die Verurteilten unter Umständen nach der Folter wieder heilen. Zwar wurden manche Henkersfamilien recht vermögend, doch der unsichtbare Stempel, ein ";Handlanger des Todes" zu sein, war auch ein Fluch. Nicht selten waren diese Männer alkoholsüchtig oder gar gewalttätig, aber sie waren auch nicht ungebildet, im Grunde waren sie Opfer der damaligen Ständegesellschaft.

Eine Leiche, Hexerei und ein seltsames Mal

Der Autor Oliver Pötzsch hat mit ";Die Henkerstochter" einen historischen Kriminalroman geschrieben, in dem als Ermittler die historische Figur des Schongauer Henkers Jakob Kuisl auftritt.

1659: Elf Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg sind noch ganze Landstriche verwüstet und viele Städte haben noch immer mit den Nachkriegsfolgen zu kämpfen. Die wirtschaftliche Infrastruktur ist alles andere als stabil und das bayerische Schongau liegt immer im Wettstreit mit dem benachbarten Augsburg.

Der junge Peter Grimmer, Sohn eines Flößers, wird tot im Wasser treibend gefunden. Auf den ersten Blick ist es schon offensichtlich, dass es sich niemals um einen Unfall handeln kann. Simon Fronwieser, Sohn eines Baders und studierter Medicus, untersucht die Leiche des Kindes und stellt fest, dass es durch mehrere Messerstiche getötet wurde. Verwundert findet Fronwieser auch ein seltsames eintätowiertes Mal auf der Schulter des toten Jungen. Augenblicklich denken die aufgebrachten Bewohner und auch der Vater des Kindes an Hexerei und der Verdacht fällt schnell auf die alte Hebamme Martha Stechlin, bei der sich der Junge zusammen mit anderen Kindern gerne aufgehalten hat.

Jakob Kuisl, der Henker und Scharfrichter von Schongau, kann nur mit Mühe die aufgebrachten Bürger vor einem Lynchmord an der alten Frau hindern. Zu ihrer eigenen Sicherheit bringt Kuisl sie in den städtischen Kerker.

Fronwieser hingegen, der den toten Körper des Jungen in das Haus des Henkers gebracht hat, untersucht den Leichnam jetzt mit geübtem Auge nach Spuren und Hinweisen. Er beneidet den älteren Kuisl um sein Wissen in der Anatomie und die vielen medizinischen Bücher, die er besitzt. Er findet schließlich heraus, dass das Mal mit Hollersaft unter die Haut auf der Schulter des Jungen wurde tätowiert. Nur warum? Was soll es darstellen? Ist es ein Zeichen von Hexen, von schwarzer, teuflischer Magie ...?

Der Autor: Nachkomme eines Henkers

";Die Henkerstochter" ist der Debütroman von Oliver Pötzsch. Die Geschichte um den Schongauer Henker und seine Ermittlungen ist ein historischer Krimi, der spannend und fesselnd geschrieben ist. Schon das erste Kapitel versetzt den Leser in die gewaltsame und blutige Welt des Mittelalters und gibt einen ersten Einblick in den Berufsstand eines Henkers und den Ablauf einer Exekution.

Aus Fachbüchern, Filmen, Legenden und Sagen ist nicht unbedingt viel bekannt über das Leben eines Scharfrichters. Viele Vorurteile werden in diesem Roman aufgelöst und im Detail auch beschrieben. Ebenso eine blutige und brutale Hinrichtung, sowie die Folter schildert Oliver Pötzsch neutral und sachlich.

Sein sehr strukturiertes und fundiertes Wissen hat Oliver Pötzsch im Grunde durch erste Hand. Er selbst ist Nachkomme des Jakob Kuisl und diese Familie war in Schongau und überhaupt im bayerischen Lande eine wahre Dynastie von Henkern. Er recherchierte in den Unterlagen seiner Vorfahren und schuf somit ein großartiges Erzählepos.

Eine Perle des Genres ";historischer Krimi"

Stimmig und logisch und mit einem mitreißenden erzählerischen Stil ist dieses Buch mit seiner Handlung eine Perle dieses Genres. Man erfährt nicht nur viel über die Arbeit und das Leben eines Henkers und seiner Familie. Der Autor gewährt uns auch einen Blick nach Schongau mit seiner Stadtgeschichte und der damaligen politischen und gesellschaftlichen Lage.

Die Geschichte entwickelt sich von Kapitel zu Kapitel und mit ihr der Spannungsbogen, der die Lösung am Ende plausibel erscheinen lässt. Der Leser kann also im Laufe der Handlung die Ermittlungen von Kuisl und Fronwieser verfolgen und so manches Mal gibt es gut eingebaute Wendungen und Erklärungen.

Die kleinen Nebenschauplätze und Geschichten, die Dialoge zwischen Fronwieser und seinem verbohrten Vater, sowie die Liebesgeschichte und die daraus resultierenden Schwierigkeiten zwischen dem jungen Fronwieser und Magdalena, der Tochter des Henkers, sind ebenso spannend. Das tut der Handlung gewiss gut und schildert wirklich die Lebensarten und Komplikationen dieser Zeitepoche.

Hervorragende Charakterisierungen

Die Protagonisten, allen voran Jakob Kuisl, sind grandios charakterisiert. Kuisl, der natürlich auf der Seite des Gesetzes ist, ist zwar rundweg positiv, aber auch er hat seine dunklen und geheimnisvollen Seiten, die nicht zu Ende erzählt werden. Auch die persönlichen Schicksale der einzelnen Protagonisten wären ausbaufähig gewesen! Trotzdem sind sie liebevoll und fein gezeichnet, mit vielen Ecken und Kanten, mit negativen und positiven Eigenschaften, die doch erst Figuren so liebenswert machen.

Der Roman ist mit Sicherheit so konzipiert, dass es Fortsetzungen geben kann und auch wird. Viele offene Fragen stellen sich am Ende. Zwar wird der Fall gelöst, wie es sich gehört - doch bleibt die Frage wie es weitergeht mit der Henkerstochter und dem Ermittlerduo Kuisl und Fronwieser.

Die ";bösen Charaktere" sind sehr, sehr transparent geschildert, über ihr Leben oder ihre Motivation wird nicht viel preisgegeben. Schlichtweg eindimensional erfüllen sie halt ihren Zweck, mehr nicht und leider etwas zu wenig für eine höhere Bewertung.

Einzig und allein der Titel ";Die Henkerstochter" ist ein wenig unpassend, da diese zwar eine handelnde Person ist, aber keine tragende Rolle spielt. In manchen Passagen hätte die Handlung dichter sein können, es fehlen nur wenige Details, aber dieser werden vielleicht in den nachfolgenden Romanen zu Ende erzählt.

Die Henkerstochter

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Letzte Kommentare:
26.07.2020 20:06:50
1517

Humbug!

1659, der dreißigjährige Krieg ist vorbei, hat aber in Deutschland noch seine Nachwirkungen.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Scharfrichter Jakob Kuisl und seine Tochter Magdalena, die es beide wirklich gegeben hat.

Interessant, dachte ich mir. Die Scharfrichterei, ein äußerst selten thematisiertes Gebiet und meistens sind Henker in Romanen und Filmen eher düster bis bösartig.
Dieser Roman beschreibt die Henkerei als (unangenehmen aber damals notwendigen) Beruf, das ist ihm gelungen.
Er nimmt dem Scharfrichter auch das Bösartige, der Henker Kuisl ist trotz seiner Aufgabe ein normaler, wenn auch manches Mal mürrischer, Familienvater.
Dass es Kuisl wirklich gab ist dabei ein interessanter Begleiteffekt.

Warum also mein harsches Urteil?
Humbug. Ja, es ist Humbug.
Weil eben das alles; die Henkerei und die reale Persönlichkeit des Jakob Kuisl, zu kurz kommen.
Die Hauptperson ist ein Henker, könnte aber genau so gut auch ein Stadtbüttel, ein Handwerker, ... irgendwas sein. Das ungewöhnliche Thema Henkerei bleibt blass am Rande.
Statt dessen wird ein Krimifall aufgetischt, der letztlich sehr unspektakuläre Motive zugrunde liegen hat.
Wozu dieser Krimi?
Das 'große', das umfassende Thema, die Henkerei, hätte Stoff für einen informativen und einen außergewöhnlichen historischen Roman geboten.
Mit dem lapidaren Krimifall ist es leider nur ein Groschenroman.

HUMBUG!!!

18.07.2017 10:49:12
venatrix

Dies ist der erste Band einer nunmehr aus sieben Teilen bestehenden Reihe rund um den Schongauer Henker Jakob Kuisl und seiner Familie.

Wir befinden uns in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Aufklärung winkt schon vorsichtig in der Gestalt des Simon Fronwieser, der als Arzt mehr bewirken möchte, als die ohnehin geschwächten Patienten „zur Ader zu lassen“. Doch die Mehrzahl der Menschen ist noch dem Hexenglauben verhaftet. So bleibt es auch nicht aus, dass die Hebamme und Kräuterfrau als Hexe denunziert wird, als mehreren Waisenkinder getötet werden.
Jakob Kuisl, der Henker, muss einerseits für die „peinliche Befragung“ der alten Frau sorgen, andererseits ist er von ihrer Unschuld überzeugt.
Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena und Simon Fronwieser ermittelt er in einem Kriminalfall, in den auch mehrere angesehene Bürger von Schongau verwickelt sind.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman verdient den Zusatz "Krimi" wirklich. Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite.

Ein wenig irritierend ist der Titel „Die Henkerstochter“, spielt doch Magdalena Kuisl nicht ausschließlich die Hauptrolle, sondern ihr Vater.

Die Charaktere sind sehr gut ausgeführt. Magdalena ist emanzipiert, zielstrebig bis zum Starrsinn, intelligent und – wie in historischen Romanen häufig – ebenfalls in der Kräuterkunde und Heilkunst bewandert, so dass sie ebenfalls das eine oder andere Mal Gefahr läuft, als Hexe denunziert zu werden.
Jakob Kuisl, ein historisch belegter Vorfahr des Autors, ist nicht der brutale Henker, der Freude am Foltern hat, sondern sieht in seinem Beruf ein notwendiges Übel.

Mit Simon Fronwieser hat Oliver Pötzsch einen genialen Gegenpart zur üblichen Bevölkerung geschaffen: An der Heilkunde interessiert, beschreitet er mit Hilfe des Henkers neue und manchmal nicht ungefährliche Wege. So interessiert er sich für die anatomischen Bücher, die Jakob in seinem Haus aufbewahrt.

Oliver Pötzsch gelingt es, eine spannende Atmosphäre auf zu bauen und diese auch zu erhalten.
Besonders beeindruckend ist die gute Recherchearbeit, die die Leser in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg eintauchen lässt. Man erhält Geschichtsunterricht, ohne sich dessen bewusst zu sein. So mag ich das! Man lernt das damalige Leben authentisch kennen und erfährt so einiges über die einzelnen Orte des Geschehens. Viele kleine und größere Details aus dem Reich der damaligen Medizin, lassen die interessierte Leser voll auf seine Kosten kommen.

Fazit:

Ein tolles Lesevergnügen, dass ich allen Freunden historischer Romane nur ans Herz legen kann.

01.03.2017 07:51:21
rolandreis

"Die Henkerstochter" von Oliver Pötzsch ist der erste Band einer Saga rund um die Kuisls, einer bayerischen Scharfrichter-Dynastie. Der Autor selbst ist ein Nachfahre dieser Familie. Die Geschichte spielt nach dem dreißigjährigen Krieg in der bayrischen Stadt Schongau, nahe Augsburg. Aus dem Lech wird ein sterbender Junge gezogen, der nicht nur viele Messerstiche aufweist, sondern auch eine Tätowierung auf der Schulter. In der Zeit von Aberglauben bringt man diese Tätowierung natürlich auch gleich mit Hexenwerk zusammen. Die Hebamme des Ortes soll verantwortlich sein und der Henker soll mit Hilfe von Folter für ein schnelles Geständnis sorgen. Doch der Henker ist überzeugt von deren Unschuld und sucht auf eigene Faust nach dem wahren Täter. Dieser Roman war für mich eine gelungene Kombination aus Krimi und historischem Roman. Flüssig zu lesen und spannend. Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen und obwohl diese Reihe bereits 2008 begann, werde ich die weiteren erschienenen Bände noch lesen. Die Geschichte der Kuisls gefällt mir und ich bin gespannt wie es weitergeht.

25.02.2014 13:34:26
Günter Wiesner

Am Anfang hat mich das Buch gesesselt. Doch mein Interesse an dem Buch lies mit jeder Seite, die ich las, nach. Mitunter dachte ich ein Buch aus einem Kinderbuchverlag vor mir zu haben. Da die Handlung über weite Strecken vorhersehbar ist, bleibt dem Autor nur, Spannungsmomente durch das Unterbrechen der Handlungsstränge zu erzeugen. Aber spätestens nach der 200. Seite hat doch wohl jeder Leser begriffen, dass Magdalena die Henkerstochter ist und es muss doch nicht ständig, beim Erwähnen des Namens erklärenderweise wiederholt werden. Ich fühle mich dadurch, um es schonend zu sagen, zu sehr "an die Hand genommen", zumal dieses Phänomen auch auf andere Romanfiguren zutrifft. Unterm Strich: mittelmäßig

29.09.2013 18:06:24
unclethom

Ein historischer Krimi der spannender kaum geschrieben werden kann. Mit plastisch dargestellten Protagonisten und auch Schauplätzen. Ich kam mir vor als wäre ich mitten in der Story drin. Der Autor deutet die Grausamkeit der Morde nur an so dass sich jeder dazu seine Gedanken machen kann. Der Schreibstil von Oliver Pötzsch ist so fesselnd, dass es sehr schwer fällt das Buch aus den Händen zu legen. Neben der spannenden Story waren für mich insbesondere die geschichtlichen Eckdaten besonders interessant, die gut recherchiert, so in der Geschichte eingebaut waren dass sie nicht als störend empfunden wurden. Ich kann sagen dass diese Geschichte für mich ein wahrer Genuss war und dieser, erste Teil, der Saga ganz sicher nicht mein letzter Roman des Autoren sein wird.
5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung

07.08.2013 16:51:34
tassieteufel

Schongau kurz nach dem Ende des 30jährigen Krieges: ein sterbender Junge wird aus den Fluten des Lech gezogen. Zunächst verdächtigt man die konkurrierenden Augsburger Flösser, etwas mit der Sache zu tun zu haben, doch als man auf der Schulter des toten Jungen eine seltsame Tätowierung entdeckt kann das nur Hexenwerk sein! Sofort verdächtig die aufgebrachte Bevölkerung die örtliche Hebamme, die auch sogleich in den Kerker geworfen wird. Henker Jakob Kuisl soll ihr unter der Folter ein Geständnis abringen. Doch der Henker ist fest von der Unschuld der Hebamme überzeugt. Unterstützung erhält er dabei von dem jungen Stadtmedicus Simon Fronwieser und seiner Tochter Magdalena.

Auch wenn der Titel „Die Henkerstochter“ nicht so ganz passend für das Buch ist, da die Namen gebende Magdalena nur eine Nebenrolle spielt, so ist Autor Oliver Pötzsch mit diesem Buch doch ein spannender und interessanter Serienauftakt gelungen. Der Autor, der ein Nachkomme eben jenes Scharfrichters Jakob Kuisl ist, den er hier zur Hauptfigur erkoren hat, vermittelt sein fundiertes Wissen auf unterhaltsame und informative Weise, es fließt quasi nebenbei in die Geschichte ein. Ein ausführliches Nachwort vom Autor zum Thema u. der Familiengeschichte rundet das Buch hierzu sehr gut ab.
Der Beruf des Henkers war ein ehrloser Stand und auch wenn viele Leute den Scharfrichter heimlich aufsuchten um sich von ihm kurieren zu lassen, Arzneien, Schutzzauber und verschiedene Tränke zu besorgen, so waren doch der Henker und seine Familie vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Geheiratet wurde nur untereinander, weil natürlich niemand mit dem Henker verwandt sein wollte. Das trifft besonders Magdalena hart, die sich zu dem jungen Medicus Simon hingezogen fühlt. Auch Simon hat Gefühle für die Henkerstochter und bekommt daher Ärger mit seinem Vater, dem Stadtmedicus, dem die Heilmethoden des Henkers ohnehin ein Dorn im Auge sind. Die gesellschaftliche Ausgrenzung und Doppelmoral der damaligen Zeit wird vom Autor gut geschildert und mit den Schicksalen seiner Protagonisten verknüpft. Die Zeichnung seiner Hauptcharaktere ist dem Autor ebenfalls recht gut gelungen. Gerade der Prolog und einige Rückblicke in Jakob Kuisls Leben charakterisieren den Scharfrichter zwar als einen auf Seiten des Gesetzes stehenden Mann, aber auch er hat eine geheimnisvolle Seite und kommt mit seinem Beruf und dessen Auswirkungen nicht immer gut zurecht. Magdalena und Simon sind sympathische Figuren, auch sie haben Ecken und Kanten, die sie aber nur um so liebenswerter machen. Bei den Bösewichten ist diese gelungene Charakterisierung aber nicht so gut geraten, die sind ihrem Naturell entsprechend in unterschiedlichen Abstufungen böse, gemein, niederträchtig und brutal und lassen einige Facetten vermissen. Vor allem beim „Teufel“ wären ein paar mehr Hintergrundinformationen sicher hilfreich gewesen, so bleibt die Figur irgendwie schwer fassbar. Einzig bei Johann Lechner, dem Gerichtsschreiber und heimlichem Stadtoberhaupt ist eine vielschichtige, wenn auch rücksichtslose Figur entstanden, die man nicht so genau zuordnen kann. Einerseits sind seine Beweggründe in gewisser Weise nachvollziehbar, andererseits möcht man ihm wegen seiner gewissenlosen Art gern den Hals umdrehen.
Der Krimifall ist bis auf kleine Diskrepanzen schlüssig und undurchschaubar aufgebaut, hier kann man gut miträtseln und wird durch immer neue Wendungen verblüfft. Der Spannungsbogen bleibt durchweg erhalten und gerade mit dem Schicksal der Hebamme kann man hier mitfiebern und bangen, da die Auflösung um die Morde erst ganz am Schluß erfolgt. Natürlich muß der Henker seines Amtes walten und die Torturen, die die arme Martha über sich ergehen lassen mußte, sind wirklich haarsträubend, auch wenn der Autor hier auf zu ausufernde Gewaltbeschreibungen verzichtet, sollte man hier nicht so zartbesaitet sein!
Der Erzählstil ist locker und flüssig, die Geschichte entwickelt stetig weiter und Längen gibt es keine, so dass es schwer fällt, das Buch weg zu legen, hat man erst einmal mit Lesen angefangen.

FaziT: ein spannender, interessanter und vor allem informativer Serienauftakt! Ein gelungenes Setting und ein farbenprächtiger Blick in die Mitte des 17. Jahrhunderts bilden eine hervorragende Kulisse für den Krimifall, den sehr sympathische Figuren auflösen.

11.08.2012 22:23:01
Antje

Ein super Buch und eine super Serie (- gerade recht als Überbrückung, bis C.J. Sansom endlich wieder ein neues Buch über Matthew Shardlake veröffentlicht!!). Die Buchtitel sind wirklich blöd und wollen wohl dass die Bücher auf der "Wanderhuren"-Welle von Iny Lorentz mitschwimmen; wobei das diese Bücher hier nicht nötig habe, sie sind um tausend Prozent besser (die Wanderhure ist Oberquark!!). Spannend und kurzweilig - wer Mittelalterkrimis mag, wird hier bestens bedient!!

22.04.2012 20:24:12
Schnagg

Ich fand den historischen Krimi wunderbar zu lesen. Die einzelnen Personen sympathisch, die Erzählung gut, die Geschichte interessant. Irgendwann dachte man sich so in etwa schon wer der Täter sein könnte nichts desto trotz war es ein Vergnügen bis zum Ende zu lesen. Zudem waren noch viele Geheimnisse nicht gelüftet. Ich freu mich bereits auf das Folgeband !

11.12.2011 18:14:28
Henriette

Schongau, Mitte des 17. Jahrhunderts: Alles ist ruhig in dieser kleinen bayerischen Stadt. Eines Tages im April stirbt ein Junge, ein Waise. Der Junge sowie auch noch andere Kinder, auch Waisen, waren oft bei der ortsansässigen Hebamme zu finden. Auf der Haut des toten Jungen wird eine Tätowierung gefunden, die die Leute mit der Hebamme und mit Hexerei in Verbindung bringen. Der Henker Jakob Kuisl kommt gerade rechtzeitig, um sie gerade noch vor der aufgebrachten Menge retten. Er sperrt sie vorsorglich ins Gefängnis. Kuisl ist von der Unschuld der Hebamme überzeugt. Mit dem jungen Medicus Simon und seiner Tochter Magdalena macht er sich auf die Suche nach dem Mörder des Jungen. Leider sind sie nicht schnell genug, denn eine weitere Kinderleiche wird gefunden. Und jetzt wollen die Bürger Schongaus die vermeintliche Hexe brennen sehen. Werden Jakob, Simon und Magdalena dem Mörder finden? Was hat die Tätowierungen zu bedeuten? Können sie die Hebamme vor dem Feuer retten?

Oliver Pötzsch gestaltet Schongau mit seinen Einwohner sehr realistisch. Ich konnte den Aberglaube, aber auch den Zweifel der Menschen erleben.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen. Dialoge sind sogar im Dialekt geschrieben. Das hat mir gut gefallen.
Die Figuren wirken sehr lebendig. Protagonist Jakob Kuisl wird mit all seinen Ecken und Kanten intensiv beschrieben. Ich konnte mich sehr gut in das Leben des Henkers hinein versetzen.
Historisch wirkt alles recht schlüssig recherchiert. Und dann noch mit Krimi gemixt war genau mein Genre.
Erst im Laufe des Buches passten die Puzzleteile zusammen. Und erst am Ende war das komplette Bild zu sehen. Alles war sehr gut inszeniert.

[B]Fazit:[/B] Ich vergebe für diese gute, aber auch schon anspruchsvolle Unterhaltung gern fünf von fünf Sterne. Es ist ein Krimi mit historischem Hintergrund.

18.05.2011 23:02:47
Patty2

Ich kann mich nur anschliessen. Dieser Roman ist einfach super, am liebsten würde man ihn in einem Stück lesen. Sehr detaillierte Beschreibungen. Irgendwie erlebt man diese Zeit als ob man dabei wäre. Hexen und Henker waren ja im Mittelalter das Thema, und wird hier sehr genau beschrieben. Leider ist es auch schon mal sehr gewalttätig oder brutal, aber so war die Zeit eben zu dieser Epoche. Kann diese Buch nur empfehlen.

25.08.2010 21:11:41
_LenA_

Ich finde das buch einfach nur klasse. normalerweise steh ich überhaupt nicht auf historische romane und vor allem nicht auf krimis. doch als ich auf dieses buch gestoßen bin und den prolog gelesen habe war ich von dem buch nur so gefesselt. es ist einfach spannend und super interresant wie es damals so abgelaufen ist. ich freue mich schon auf den zweiten und dritten teil.!

08.07.2010 16:59:28
dolce

Ich hatte mal wieder Lust auf einen historischen Roman und bin so zufällig auf dieses Buch gestoßen. Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil des Autors, denn es ist einfach nur toll, wenn man beim Lesen das Gefühl hat, dabei zu sein. Das gelingt ihm hervorragend, so dass ich mir nun den zweiten Band besorgt habe; ich denke, das spricht für sich ;D.

10.05.2010 08:19:17
maupe

Ein sehr angenehmes Buch. Angenehm deshalb, weil es tatsächlich die guten Rezensionen bestätigte. Im Normalfall hätte ich das Buch nicht zur Hand genommen, allein des Titels wegen. ´Nicht schon wieder eine emanzipierte, toughe junge Dame welche ihren Weg in der von Männer beherrschten Zeit geht` war mein Gedanke. Doch der Titel täuscht, es handelt sich nicht allein um die Tochter, auch der Vater und der Medicus Simon nehmen großen Platz ein.

Meine zweite Befürchtung war: Bayern. Doch die Mundart ist absolut verständlich und schön zu lesen, manchmal zum Schmunzeln.

Die Figuren der Stadt sind differenziert gezeichnet. Es gibt kein reines schwarz/weiß. Das Buch nimmt einen mit in diese Kriminalgeschichte. Orte entstehen vor den Augen, Handlungen der Personen sind nachvollziehbar.

Ein „rundes“ Buch, schön zu lesen und ich freue mich auf den zweiten Teil.

01.05.2010 12:03:25
Teress

Ein wahnsinns Buch!!!! Hatte es innerhalb von 3 Nächten (arbeite auch im Nachtdienst) durchgelesen. Es ist so spannend und man kann einfach nicht damit aufhören bis man weiß wie es zu ende geht. Vorallem zum Schluss hin bietet der Roman nochmal eine Überraschung wie ich finde.
Die Folterungsweisen am Anfang und auch zwischendrin sind sehr ausführlich beschrieben und man kann sich das richtig vorstellen, wie es damals wohl gewesen ist.

Ein fesselnder Roman. Wirklich ein super Buch!!!!!

17.03.2010 21:09:24
Marie

Ich lese schrecklich gerne historische Bücher, aber das vorletzte, was ich geschenkt bekommen habe, war ein Krimi, der mich unglaublich gefesselt hat. So habe ich mir gedacht, es muss doch einen Krimi in Verbindung mit Geschichte geben und kam dann auf "Die Henkerstochter". Ich war begeistert, d.h. ich bin es noch, muss noch ca. 100 Seiten lesen (und die schaffe ich heute noch). Kann das Buch kaum aus der Hand legen. Werde mir sofort den 2. Teil bestellen. Lesen in solch einer Form macht süchtig!

09.12.2009 10:22:19
Suzume

Ich habe das Buch bei Amazon gesehen und gedacht ich kaufe es mir mal. Ich war wirklich positiv überrascht, es ist wirklich gut geschrieben und fesselt einem bis zum Schluss. Was mich etwas irritiert hat ist der Titel des Buches Die Henkerstochter, Magdalena kommt ja nicht wirklich oft vor in dem Buch bzw. geht es ja mehr um ihren Vater und Simon. Aber trotz allem ein gutes Buch und bin auf das 2. gespannt.

25.10.2009 06:48:15
jade

Ich habe das Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen.
Normalerweise bin ich kein Fan von Historienromanen, aber dieses Buch hat mich echt gefesselt. Von Anfang an sehr spannend erzählt und auch zwischendrin hatte man keinen Grund sich zu langweilen.
Dass es sich beim Henker Jakob Kuisl um eine historisch belegte Person handelt und der Autor sogar ein Nachfahre des Henkers ist macht das ganze noch interessanter.
Ein absolut empfehlenswertes Buch !
Ich freue mich jetzt schon darauf "Die Henkerstochter und der schwarze Mönch" anzufangen.

24.07.2009 14:48:17
ElRascalito

Ein hervorragender Historienkrimi. Das bayerische Setting in der Mitte des 17. Jahrhundert ist sehr ansprechend und mit dem Henker Jakob Kuisl als Ermittler wird auch eine interessante Hauptfigur eingeführt. Die Hintergrundinformationen sind ansprechend und informierend, dafür auf jeden Fall schon einmal ein Pluspunkt (auch aufgrund der Außergewöhnlichkeit). Der Storyverlauf ist klassisch mit wenigen Plottwists, der Spannung schadet dies jedoch überhaupt nicht. Das viel Wert auf den bayerischen Lokalkolorit (in der Sprache) gelegt wird, sagt mir ebenso zu, da es die Authentizität des Schauortes nur noch steigert. Der Couch-Rezension über die etwas eindimensionalen Bösewichte kann man sich anschließen, was jedoch nicht zwingend schadet, da sie den Hauptzweck ihrer Existenz (= Bedrohung) erfüllen. Ein gelungenes Debüt, dass die Neugier auf den 2. Band verstärkt.

03.06.2009 17:16:27
Anja Anders

Ich habe schon unzählige Mittelalterromane regelrecht verschlungen -angefangen hat es mit "Die Säulen der Erde" -es hat mich seit Jahren schon immer interessiert, was zu dieser Zeit alles geschah. Ich lese gerade "Die Henkerstochter u. der schwarze Mönch" u. kann dieses Buch kaum beiseite legen. !! Spannung, Humor ,Geschichtlicher Hintergrund ( nun ich war oft in Bayern ) alles ist in diesem Buch. Selbst beim Frühstück muß ich lesen ..Die Figuren des Romans passen so wunderbar zusammen- man könnte meinen, man kennt den Henker persönlich, etwas brummig aber eine Seele von Mensch. Ich habe mir heute gleich "Die Henkerstochter" gekauft... Es wäre sooo schön, wenn es noch ein paar Bücher v. Hr.Pötzsch über das Mittelalter geben würde - ich liebe es in diese Welt einzutauchen- bitte, bitte noch mehr davon... :-)

29.04.2009 14:41:31
Patty

Ich kann mich nur anschliessen. Dieser Roman ist einfach super, am liebsten würde man ihn in einem Stück lesen. Sehr detaillierte Beschreibungen. Irgendwie erlebt man diese Zeit als ob man dabei wäre. Hexen und Henker waren ja im Mittelalter das Thema, und wird hier sehr genau beschrieben. Leider ist es auch schon mal sehr gewalttätig oder brutal, aber so war die Zeit eben zu dieser Epoche. Kann diese Buch nur emphehlen.

18.04.2009 11:20:41
Bajus

Ich hab angefangen zu lesen und es kaum aus der Hand gelegt.
Als Norddeutscher hab ich mit dem bayrischen Hintergrund/Sprache wenig Probleme da es in meinen Augen nur sehr wenig ? gibt .
Es war eine spannende Reise in das Mittelalter die sich nach und nach öffnete ... selbst erklärte .
Ich habe "Die Säulen der Erde" verschlungen dann "Die siebte Geißel von Ann Benson" gelesen und nun dieses Buch mir liegt diese Sparte und ich kann "Die Henkerstochter" nur empfehlen .

30.03.2009 20:13:49
Rosina

Mein erster historischer Roman. Genau dieses Buch musste es sein, um mich für das Histo-Genre zu gewinnen.
Sehr spannend geschrieben. Flüssig zu lesen. Sehr gelungen fand ich das "Bayrisch", dadurch wirkte es sehr autentisch.
Über die historische Korrektheit kann ich mir kein Urteil bilden, weil mir das Wissen fehlt. Aber das Buch hat mich sehr gut unterhalten.
Sein nächstes steht schon auf meiner Wunschliste. Darauf freue ich mich schon sehr.

30.03.2009 11:59:45
Hempfling

Meine Schwester hat mir das Buch empfohlen-normalerweise interessieren mich Historienromane nicht so-aber es ist mit Abstand dass spannenste Buch, dass ich seit langem gelesen habe. Ich bin aus Zeitmangel sogar früh aufgestanden, um ein paar Zeilen zu lesen. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzen Seite. Historie und Krimmi gut verbunden.

28.01.2009 11:04:49
Peanut29

Ein sehr spannendes Buch, was ich auch gerade lese. Ich freue mich auf das nächste Buch des Autor.
Mich würd interessieren, ob jemand weiss, wo genau das Museum in Schongau ist? Ich werde bald nämlich nach München reisen und würde auch gerne einen Ausflug in das Museum machen wollen, wo die "Sachen" der Kuisl ausgestellt sind. Würde mich sehr freuen, wenn jemand mir die Anschrift nennen könnte.

25.11.2008 16:22:44
jordis

Schon die Vorgeschichte zu dem Buch lässt einen nicht mehr los: Der Autor Oliver Pötzsch stammt selbst von der Henkersdynastie ab, von der er hier schreibt.

Wohl aus dieser "Familienverbundenheit" heraus hat er wohl einen der symphatischsten Henker der Literatur geschaffen und tatsächlich sollte der Titel des Buches auch eher "Der Henker von Schongau" heißen als "Die Henkerstochter", die mehr eine Nebenrolle spielt.

Selten habe ich eine literarische Figur so ins Herz geschlossen wie diesen brummigen Jakob Kuisl. Oliver Pötzsch zeigt in seinem Buch, was es bedeutete, im Mittelalter einen "Beruf" auszuüben, der zwar gebraucht wurde, aber gleichzeitig persönliche Repressalien nach sich zog.

Aberglauben führt auch zur Verfolgung einer Hebamme, die als vermeintliche Hexe angeklagt wird, nachdem mehrere Kinder in Schongau ums Leben gekommen sind - und dabei seltsame Zeichen auf der Schulter tragen.

Und ausgerechnet der Henker, der die "Hexe" zu einem Geständnis zwingen soll, glaubt an deren Unschuld und macht sich zusammen mit zwei weiteren "Ausgestoßenen" der Stadt (seiner Tochter Magdalena, eben titelgebende Henkerstochter und deren Freund, einem Medikus mit abgebrochenem Studium, der mehr an die Menschen als an Bücherweisheit glaubt) auf, um dies auch zu beweisen.

Ein richtig spannender Mittelalter-Krimi, mit zwinkernden Augen geschrieben und dennoch dazu angetan dem Leser bewusst zu machen, wie schnell im Mittelalter jeder ins Verderben gerissen werden konnte, wenn es "denen da oben" gerade gut in den Kram passte.

Insgesamt hätte ich mir noch mehr historische Details gewünscht, aber möglicherweise hätte dies den Blick auf die eigentliche Handlung zerstört.

15.11.2008 18:34:56
Attis

Als Freund von Mittelalterromanen kann ich nur sagen- Toll geschrieben, spannend erzählt.

Ich habe das Buch im Urlaub gelesen, konnte mich nicht losreißen. Freue mich auf evt. Fortsetzungen. Oliver Pötzsch braucht keine Sorge haben, dass man beim Lesen seines Buches einschläft. Hab es weiterempfohlen und würde es jederzeit tun.

07.09.2008 10:16:24
MyLady

Im großen und ganzen ein sehr guter Roman wobei mich am Schluß etwas gestört hat das man über den Verbleib bzw ihr Ableben oder ihre Vorgeschichte nichts mehr erfahren konnte. Die Geschichte um den Teufel z.B.! Manches wirkte leider etwas unfertig aber es tat dem Buch nicht allzugroßen Schaden.
Vom Schreibstil her war es wirklich sehr leicht zu lesen und eine angenehmer Stil. Auch die Spannung wird über das ganze Buch erhalten und fesselt einen an die Geschichte. Sehr zu empfehlen für Freunde der mittelalterlichen Kriminalarbeit.

26.05.2008 22:12:06
Alexandra

Für eine zwei Minuten-Entscheidung eine kleine Perle. Leicht und nett zu lesen, die drei Hauptpersonen sind sympathische Figuren.
Auch wenn ein Großteil des Rätsels sich dem mitdenkenden Leser bald eröffnet, löst sich doch die ganze Wahrheit erst gegen Schluss auf.
Es ist wunderbar geeignet, um mal schnell - während das Essen so sich hinkocht oder die Tasse Tee ein wenig abkühlt, kurz einzutauchen in die Mittelalterwelt Schongaus.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

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