Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg

Buchvorstellungund Rezension

Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg

Originalausgabe erschienen 1215unter dem Titel „Tristan und Isolde“,, 667 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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Kurzgefasst:

„Tristan und Isolde“ ist eine der bekanntesten Liebesgeschichten aller Zeiten. Der mutige und listige Ritter Tristan nimmt es auf sich, einen Drachen zu töten, um die schöne Isolde zu gewinnen. Im Auftrag seines Onkels wirbt er um sie, jedoch verfallen die beiden in einer unsterblichen Liebe zueinander. Auch nach Isoldes Hochzeit endet das Verhältnis der beiden nicht, und so begehen sie Ehebruch, der immer wieder kurz davor ist, entdeckt zu werden. Mehr als einmal wird ihre Liebe auf die Probe gestellt, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wie lange das gutgehen kann …

Das meint Histo-Couch.de: „Eine der größten Liebesgeschichten
aller Zeiten!“82

Rezension von Carsten Jaehner

Riwalon, Herrscher von Parmenien, kommt nach gewonnener Schlacht nach Tintagel in Cornwall, wo er sich in Blanchefleur verliebt, die Schwester des Königs Marke. Riwalon zieht für Marke in den Krieg, wird schwer verwundet und nach Tintagel zurückgebracht, wo er von Blanchefleur gepflegt wird und es zu einer leidenschaftlichen und folgenreichen Nacht der beiden kommt. Genesen zieht Riwalon erneut in den Krieg, gefolgt von der schwangeren Geliebten, was als Entführung gedeutet wird. Als er abermals schwer verwundetGott wird, schließen die beiden die Ehe, Riwalon stirbt auf dem Schlachtfeld und Blanchefleur bei der Entbindung ihres Sohnes.

Dieser Sohn muss vor den Feinden verborgen werden und wächst bei wohlgesonnenen Leuten auf, die ihm den Namen Tristan geben. Erst als junger Mann wird er zu Marke zurückkehren, der ihn mit offenen Armen aufnimmt und nach Irland schickt, damit Tristan als Brautwerber für Marke die schöne Königstochter Isolde nach Cornwall holt. Tristan, der inzwischen beim irischen Volk unbeliebt und unerwünscht ist, fährt inkognito nach Irland, besiegt unter anderem einen Drachen und lernt Isolde kennen. Begleitet wird Isolde von Brangaine, ihrer Cousine, die auf der Fahrt nach England einen Trank mischen soll, durch den sich Marke und Isolde unsterblich ineinander verlieben sollen. Doch leider nehmen Isolde und Tristan den Trank zu sich und es beginnt eine der berühmtesten und kompliziertesten Liebesgeschichten aller Zeiten.

Ein sympathischer Erzähler eines großen Epos

Die Tristan-Erzählung von Gottfried von Straßburg in der Übertragung von Dieter Kühn vom Mittelhochdeutschen in das heutige Hochdeutsch ist ein durchweg gelungener Beitrag, die alten, klassischen Geschichten aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und für ein heutiges Publikum interessant zu machen. Kühn hat von Straßburgs Text nicht nur übertragen, sondern auch ein wenig kommentiert und ediert, sodass eine rundum gelungene Ausgabe der Historie entstanden ist. Dabei wertet Kühn nicht, sondern ergänzt nur für heutige Leser und das ist auch gut so.

Die alte Geschichte um den Ritter Tristan, seinen Erlebnisse und seine illegale Liebschaft zu seiner Stieftante Isolde enthält packende Passagen, spannende Kämpfe gegen Drachen und andere Feinde, Verschwörungen, Intrigen aber auch Feierlichkeiten, Traditionen und Beschreibungen des Alltags, wie man ihn selten erzählt bekommt. Zwar erzählt von Straßburg die Geschichte auch nur nach, fasst mehrere Versionen zusammen, dennoch ist er zeitlich viel näher am Geschehen und verleiht allem so eine selten zu lesene Authentizität. Dabei ergeht er sich bisweilen auch etwas zu lang in Beschreibungen von Kleidern, Festen und Ritualen wie dem waidgerechten Ausnehmen eines Hirsches, das bis zum kleinsten Knochen und Fleischfetzen genau beschrieben wird.

Hohe Dichtkunst mit Schwächen

Von Straßburg erzählt die Geschichte aus der Sicht eben eines Erzählers, der zwischendurch immer mal wieder über seine eigenen Unzulänglichkeiten als Erzähler lamentiert, zugleich aber andere berühmte Dichter der Zeit wie Walter von der Vogelweide lobt und hervorhebt. Diese Exkurse aus der eigentlichen Handlung heraus sind gelegentlich doch zu lang geraten, wenngleich von Straßburg sich auf sympathische Weise immer wieder selbst zurückholt. Man kann es ihm nicht übel nehmen und liest es trotzdem mit großem Vergnügen.

Sprachlich weiß von Straßburg auch nicht immer zu überzeugen. Bei großangelegten Beschreibungen ist er in seinem Element, auch die Minne der Protagonisten geht ihm gut von der Hand, zwischenzeitlich hat man allerdings das Gefühl, er müsse sich von seiner hohen Dichtkunst erholen. Dann benutzt er die Alltagssprache und bricht aus der Erzählung aus. Auf hohe Dichtkunst folgen manchmal witzige Zoten und so formuliert er selbst nicht einheitlich.

Allerdings ist die Sprache durchweg verständlich. Dieser Klassiker ist sprachlich keineswegs angestaubt, sondern immer gut zu verstehen, wenn man sich erst einmal in den Sprachstil des Mittelalters eingelesen hat. Dann wird aus der Lektüre auch ein tatsächliches Lesevergnügen, bei dem man mitleidet, aber auch mal herzlich lachen kann. Von Straßburg weiß den Leser beziehungsweise Hörer, wenn man sich die 19.548 Verse als Vortrag vorstellt, rundum an seine Erzählung zu fesseln, auch wenn man sich das vielleicht am Anfang nicht vorstellen kann.

Hervorragende Unterhaltung

Wenn auch als Liebesgeschichte deklariert, so muss man auch nicht befürchten, der Sprachstil oder das ganze Buch seien schmalzig und daher für heutige Augen und Ohren kaum zu ertragen. Von Straßburg bietet gute und solide, teilweise hervorragende und spannende Unterhaltung. Und das schon vor 800 Jahren.

Das Ende – tragisch in zweierlei Hinsicht, denn neben der Handlung hat es auch Gottfried leider nicht geschafft, seinen Roman zu vollenden. Nach etwa geplanten zwei Dritteln bricht die Erzählung ab und wird von anderen Dichtern notdürftig beendet, was einen Stilbruch in der Erzählweise bedeutet. Aber der geneigte Leser will natürlich trotzdem das Ende wissen.

Lobenswerter Anhang

Ergänzt wird der Roman durch hervorragende und klare Anhänge, darunter ausgelassene Passagen aus der Erzählung, eine kurze Biografie, soweit möglich, von Gottfried und einem Artikel aus Kindlers Literatur-Lexikon über „;Tristan und Isolde“;. Somit schnürt Dieter Kühn ein Gesamtpaket, das kaum Wünsche offen lässt.

Wer gerne von Rittern und Drachen, Königen und Geliebten, Schlachten und Festen liest, der sollte zwischen all den anderen Mittelalterromanen einmal zu ";Tristan und Isolde” greifen. Das Buch ist gar nicht so anders, als man denkt. Wer allerdings ein Anhänger der Opern Richard Wagners ist, dürfte dessen Tristan-Oper nicht mehr wiedererkennen und so von der Lektüre vielleicht enttäuscht sein. Allen anderen sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

Ihre Meinung zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«

Julian Thomanna zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«07.06.2017
Was mir bei diesem Kommentar auffällt ist das erstens keine Beispiele genannt werden und zweitens nichts zum Aufbau. dies soll nicht als aggressive Beleidigung genommen, sondern als Konstruktive Kritik. Trotzdem hat mir Ihr Text sehr viel weitergeholfen bei meiner eigenen Aufgabe.
PS.: es sind nicht alle Schüler der Oberstufe gleich, also sollten Sie nicht die Oberstufe an sich adressieren sondern die paar Personen die in der Tat sehr unverschämt sind. Die Oberstufe besteht aber nicht aus nur solchen Leuten.
Pangloss zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«09.04.2015
Liebe Schüler der AHS-Oberstufe, bitte verzeiht, dass ich, der ich seit Jahren nicht mehr zur Schule gehe, nicht weiß, was eine AHS-Oberstufe ist, zu meiner Zeit gab es diese Abkürzung noch nicht. Da ihr es aber vorzieht, lieber die Macher dieser Seite zu beleidigen und nicht freundlich zu reagieren und vielleicht zu erklären, was die AHS-Oberstufe ist (ich habe es inzwischen selbst nachgegoogelt, danke für die Hilfe), weiß ich, wie ernst ich den Beitrag von Schülern einer Allgemeinbildenen Höheren Schule nehmen kann.

Leider habt ihr es nicht geschafft, meinen Vorschlag anzunehmen, genauer zu erklären, warum wir unverschämt sein sollen. Da hätte ich von AHS-Schülern tatsächlich mehr erwartet. Und da wir es nicht nötig haben, uns von Schülern, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken und scheinbar nicht mehr lernen, wie man miteinander umgeht, beleidigen zu lassen, werden wir eure (und meine) Posts hier nach einer gewissen Zeit löschen, in der ihr Gelegenheit habt, diese nochmal nachzulesen.

P.S.: Es muss heissen: "[...] Tristan kämpft nur einmal gegen einen Drachen." Das Wort "Drachen" wird hinten mit "n" geschrieben, liebe AHS-Schüler. Viele herzliche Grüße aus der Redaktion.
Literatur/Salamilover Renate zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«09.04.2015
Uns bleibt die Spucke weg bei diesem Kommentar, nur schon die Tatsache, dass sie nicht wissen was eine AHS-Oberstufe ist.
Wir sind empört über diese Website, da sie inhaltlich wohl keine Ahnung haben, um was es in diesem Buch geht.
Sie sollten besser das Buch nochmal lesen und über ihre Website nachdenken.

P.S.: Nein.
P.P.S.: Wir haben ihre Website NICHT für unser Referat verwendet.
Pangloss zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«20.03.2015
Hallo liebe Schüler der AHS-Oberstufe (was immer das heisst). Vielen Dank für euren Beitrag. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, ihr auf eure und wir auf unsere. Daran wird sich auch nichts ändern. Trotzdem müssen wir uns nicht von euch als "unverschämte Website" beschimpfen lassen.
Vielleicht könnt ihr das ja etwas näher erklären, warum wir unverschämt sein sollen, und warum ihr empört über das Buch seid. Dann hätten wir alle mehr davon.

P.S.: Seid ihr nicht amüsiert, wenn der Erzähler sich diskret zurückzieht, wenn Tristan ein Stelldichein hat?
Literatur/Salamilover Renate zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«20.03.2015
Hallo, habt ihr wirklich das Selbe Buch gelesen wie wir? Wir, Schüler der AHS-Oberstufe, sind nämlich nicht der Meinung, dass man bei diesem Buch herzlich lachen muss. Wir sind EMPÖRT über dieses Buch und ihr unverschämte Website!!!!!
By the way, Tristan kämpft nur EINMAL gegen einen Drache.

PS. Wir werden sie trotzdem für unser Referat verwenden.
ddi zu »Gottfried von Straßburg: Tristan und Isolde«15.12.2012
ich habe das Buch nicht gelesen, aber diese Geschichte habe ich mich informieren. ich werde von der Liebe gewaltig berührt. Dieser Minnertrank enthält alle Möglichkeiten der Liebe. Das ist ein Gefühl in einer Sekunde, ein Blitz im Himmel oder sogar nur ein schlichtes zusammenleben, was durch die Zeit auch tiefe Liebe erzeigt.
Ihr Kommentar zu Tristan und Isolde

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