Die Papierschöpferin
- Droemer-Knaur
- Erschienen: Februar 2026
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Das Handwerk der Papierherstellung – eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert.
Für Sofia di Maderno bricht eine Welt zusammen, als sie vom angeblichen Tod ihres Vaters in Venedig erfährt. Nun ist die junge Frau allein für ihre jüngeren Geschwister und die Papiermühle verantwortlich. Eine schwere Last, die mit der Angst verbunden ist, ihr nicht gerecht werden zu können.
Das Rätsel um die Reise des Vaters
Für Sofia ist es unverständlich, dass ihr Vater an der Pest gestorben sein soll. Er war immer sehr vorsichtig und hat mit grosser Umsicht gehandelt. Seit seinem Tod sind bereits Monate vergangen. Sofia möchte im Grunde Nachforschungen anstellen. Vor allem interessiert es sie, was ihr Vater genau in Venedig wollte. Doch die Arbeit und die Verantwortung für ihre Familie und die Mühle lassen keine Reise zu. Sie ist dankbar für die Unterstützung, die sie vom Franziskanermönch Sebastiano erhält. Dieser hatte von Sofias Vater Anweisungen erhalten für den Fall, dass er von seiner Reise nicht zurückkehren sollte.
Trotz Frate Sebastianos Hilfe versuchen die anderen Papiermühlenbesitzer im Tal, sich die Mühle der Familie di Maderno anzueignen. Als Sofia den Heiratsantrag von Matteo, dem Sohn eines der wichtigsten Mühlenbesitzer, ausschlägt, häufen sich die seltsamen Vorkommnisse. Doch Sofia schenkt ihnen vorerst keine Beachtung, denn sie hat andere Sorgen. Wenn sie nicht genug Papier herstellen und verkaufen kann, muss die Familie den Hof und die Papiermühle aufgeben. Dann hat Frate Sebastiano einen ungewöhnlichen Vorschlag. Er plant mit Sofia und einem Novizen eine Reise nach Augsburg.
Grosse Veränderungen in der Papierherstellung
Anna Thaler hat ihren historischen Roman im 15. Jahrhundert angesiedelt. Sie beschreibt, wie die Papierherstellung in dieser Zeit funktionierte und erzählt von Städten wie Augsburg, Mainz und Venedig. In diesen Städten versuchte man damals, Druckerpressen herzustellen, um damit Schriftgut für die Allgemeinheit verfügbar zu machen. Die Geschichte handelt vom täglichen Überlebens- und Konkurrenzkampf der Menschen in den engen Tälern, in denen Papier produziert wurde. Das Auftauchen der Druckpressen erfordert eine besondere Papierqualität, damit die Tinte nicht verläuft und die Buchstaben sich deutlich vom Untergrund abheben. Viele interessante Details rund um die Papierherstellung bereichern die Geschichte und liefern Hintergrundwissen.
Die Hauptfigur Sofia wirkt oft sehr naiv und dann wieder sehr energisch. Immer wenn es um ihren Vater geht, scheint sie vieles einfach hinzunehmen und sich auf andere zu verlassen. Doch in der Fremde wirkt Sofia viel resoluter und durchsetzungskräftiger. Anna Thaler hat ihr in diesem historischen Roman viel Raum zugestanden. Deshalb dauert es bis zur Mitte des Buches, bis die Handlung ein wenig Fahrt aufnimmt. Schade, dass sich die Autorin in Wiederholungen verliert und immer wieder zu Sofias Vergangenheit und das ominöse Verschwinden des Vaters zurückkehrt. Die historischen Elemente böten im Grunde viel mehr Potenzial für eine aktivere Handlung. Dennoch liest sich der Roman sehr gut, da die Autorin über einen leicht lesbaren Schreibstil verfügt.
Fazit
Die Erzählweise ist eher ruhig und verhalten. Spannend wird es erst ab Mitte des Buches, dann, wenn die Reise nach Augsburg ansteht. Anna Thaler hat sich viel Zeit für die detaillierten Beschreibungen der Papierherstellung im 15. Jahrhundert genommen und vermittelt dabei viel Wissenswertes. Das bremst die Handlung zwar, in der Sache aber ist ein verständlicher Roman entstanden, der ein Spiegel der Gesellschaft ist und zugleich die Aufbruchstimmung im Papier- und Druckereigewerbe einfängt. Selbstverständlich spielt auch ein wenig Romantik mit, sodass der Roman auch einen Unterhaltungswert hat.

Anna Thaler, Droemer-Knaur

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