Narrenturm

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2002, Titel: 'Narreturm', Originalausgabe

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Schlesien, im Jahr des Herrn 1422: Reinmar von Bielau »hieb seinem Grauschimmel die Fersen in die Weichen, ritt im Galopp über die blühende Heide auf die waldbestandene Anhöhe zu, hinter der er segenbringende, ausgedehnte Wälder vermutetete«.

Der junge Medikus, von seinen Freunden auch Reynevan genannt, ist auf der Flucht vor seinen Häschern. Der Liebe wegen, genauer gesagt, weil er in flagranti erwischt wurde, mit der schönen Adele von Sterz, Eheweib des sich gerade auf einem Kreuzzug gegen die feindlichen Hussiten befindenden Gelfrad von Sterz. Doch auch die Inquisition könnte sich für ihn interessieren, denn was man im heimatlichen öls nach seinem stürmischen Abgang bei ihm findet, ist neben medizinischen Schriften so manches, das zumindest den Verdacht auf Hexerei aufkommen lassen könnte.

Der sündige Möchtegern-Lancelot hat also ernsthafte Probleme, vor allem, weil ihm Adele nicht aus dem Kopf gehen will.

So durchquert er auf dem Weg nach Breslau das damalige Mittel-Europa, begegnet dabei allerlei Volk, und auch der Narrenturm der Inquisition bleibt ihm nicht erspart, von dessen Warte aus die Welt bis heute einem einzigen Hauen und Stechen gleicht. Doch halt: Hatten die Chiliasten nicht vorausgesagt, die Welt würde im Februar des Jahres 1420 untergehen?

 

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Letzte Kommentare:
13.07.2011 10:52:25
maupe

Das Wissen des Autors um diese Zeit ist imens. Leider führt es auch dazu, dass man sich manches mal von den unaussprechlichen Namen erschlagen fühlt. Eine Auflistung wäre hilfreich gewesen.

Flüssig kann man Reinmars Abenteuer folgen. Und die hat er reichlich. Mehr ungewollt gerät er von einem ins nächste. Die Dialoge an vielen Stellen sehr unterhaltenswert.

Jedoch findet für einen historischen Roman sehr viel Magie statt. Das traf mich unvorbereitet und empfand ich als ärgerlich insofern, dass ich damit nicht rechnete. Bei den Fortsetzungen bin ich darauf eingestellt.

Und ein großes Minus an den Verlag für das schlampige Lektorat. Ständig werden die Satzzeichen der wörtlichen Rede vernachlässigt. Mitten in der Rede stellte ich dann fest, dass diese eigentlich schon zu Ende war. Also noch mal den Absatz gelesen. Würde es ein-, zweimal vorkommen, damit kann man leben. Doch hier geschah es immer wieder.
Sehr ärgerlich.

29.06.2010 22:19:49
Rosso

Eine gelungende Zeitreise in die scheinbare Finsternis des Mittelalters. Verglichen mit der Neuzeit haben sich Gier und Machtstreben nur in den Mitteln ein klein wenig verändert - die Methoden sind unverändert die gleichen, sowohl die der Menschen, als auch die der Institutionen.
Man wiedererkennt die weltlichen und kirchlichen Fürsten mit ihren Bütteln so, als wären sie nie verstorben sondern lebten in unseren Ministerien, Ämtern, Kirchen u. Medien unverändert weiter.

13.04.2010 11:37:40
deta

Das Buch habe ich im Original (d.h. polnisch) gelesen. Es ist daher für mich ein wenig anders wie für den deutschen Leser. Ich fand ihn grandios! Da es in einer Mischung der deutschen, alt-polnischen und lateinischen Sprache gehalten ist. Das machte eine ganz besondere Atmosphäre!
Zum Inhalt: ich finde es einfach köstlich einen Helden z folgen, der nicht der hellste ist und dem man manchmal den Hals umdrehen möchte ;o).

10.05.2008 19:21:47
Leo Brux

Einer der wirklich guten historischen Romane.

Teils brutal realistisch, teils mystery, teils Satire. Eine faszinierende (und funktionierende!) Kombination.

Sprache: reich und farbig, präzise im Detail, oft witzig wie in einer Shakespeare-Komödie, ein Lesevergnügen für jeden, der gute Sprache schätzt wie gute Musik.

Handlung: rasant - fast zu sehr. Zu oft springt Reynevan dem Tod von der Schippe.

Dialoge: oft ausgezeichnet - so gut wie nie banal oder klischeehaft.

Mittelalterkompetenz des Autors: professionell. Er kann es sich leisten, mit Anachronismen zu spielen. Man merkt, Anachronismen entspringen hier nicht der Unkenntnis oder der feigen Anbiederung an den Leser, sondern dem satirischen Willen des Künstlers.

Der Roman ist spannend
1. durch die atemberaubende Handlung
2. durch Reynevans Liebesstreben und Liebesleiden, durch seine Künste und die Dummheiten, die er macht
3. in der Form durch den grotesken Widerspruch zwischen Riesenspaß und todernstem Hintergrund - immer spürt man den höllischen Abgrund ... das Grauen ... und gleichzeitig ist da ein infernalisches Lachen, in das der Leser einstimmen kann.

Vermutlich hat Sapkowski Huizinga gelesen, "Der Herbst des Mittelalters". Ich empfehle es jedem, der einmal etwas von der Mentalität dieser Zeit spüren möchte. Sapkowski liefert den Roman dazu.

19.02.2008 21:23:14
Margitta

Ich habe den Narrenturm sehr zügig zu Ende gelesen.Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen . Neben der zu erwartenden Historie, kommt der Humor nicht zu Kurz. Allerdings muß man wenn man Latein nicht kann des öfteren nachschlagen. Das kann man im Anhang .Ich bin eher zufällig zu diesem Schriftsteller gekommen und bin froh ihn für mich entdeckt zu haben.Das nachfolgende Buch habe ich schon und werde es bald beginnen. Ich wünsche den Leserinnen und Lesern viel Spaß dabei.
Margitta