Rhett

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Hoffmann & Campe, 2007, Titel: 'Rhett Butler\'s People', Originalausgabe

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Eva Schuster
Ein Wiedersehen mit Scarlett und Rhett

Buch-Rezension von Eva Schuster Nov 2007

Erzählt wird von Rhetts prägender Kindheit und Jugend auf einer Reisplantage bei Charleston und davon, wie der rebellische Junge zu dem Mann wird, den jeder aus Vom Winde Verweht kennt. In diesem einzigartigem Panorama der Südstaaten erfährt man nicht nur alles über Plantagenbesitzer, Sklaven, die besseren Kreise von Charleston und Atlanta und den vernichtenden Bürgerkrieg, der zwischen 1861 und 1865 tobte. McCaig erzählt vor allem von Rhett Butlers Welt: von Belle Watling, der Prostituierten, die zu seiner engen Vertrauten wird, Langston Butler, seinem unnachgiebigen, verbitterten Vater, Rosemary, der geliebten Schwester, und von seinem besten Freund, dem Farbigen Tunis Bonneau. Und dann ist da natürlich Scarlett, Katie Scarlett O'Hara, die eigensinnige und leidenschaftliche Frau, die für Rhett mehr empfindet, als sie wahrhaben will...

Charleston, Mitte des 19. Jahrhunderts: Schon in jungen Jahren zeigt Rhett Butler seinen unbeugsamen Charakter, als er sich mit seinem Vater, dem Besitzer einer Reisplantage, überwirft. Trotz des engen Bandes zwischen Rhett und seiner Schwester Rosemary verlässt er das Elternhaus früh. Mit Charme, Raffinesse und etwas Glück arbeitet sich Rhett Butler in den folgenden Jahren zu einem erfolgreichen Geschäftsmann empor.

1861 kommt es zum Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen den Nordstaatlern und den Südstaatlern. Die meisten Gentlemen des Südens glauben an einen raschen Sieg und ziehen freudig in den Krieg. Rhett dagegen begreift früh, dass der Norden dem Süden ist vielen Dingen überlegen ist, angefangen bei der Anzahl der Soldaten bis hin zur besseren Ausrüstung. Während sich Rhett mit dieser Meinung bei seinen Landsleuten unbeliebt macht, trifft er in Atlanta die junge, bildschöne Scarlett O'Hara.

Rhett ist sofort von ihrer Schönheit, ihrem Temperament und ihrem eigenwilligen Wesen fasziniert und erkennt, wie gut sie zueinander passen. Scarlett allerdings begegnet ihm mit Arroganz und hofft vergeblich, den romantischen und sensiblen Ashley Wilkes für sich zu gewinnen. Immer wieder kreuzen sich Rhetts und Scarletts Wege. Rhett gibt auch in den Wirren des Krieges nicht auf, um sie zu werben ...

Neuauflage eines Klassikers

Nicht nur durch die legendäre Verfilmung mit Vivien Leigh und Clark Gable ist Margaret Mitchells Vom Winde verweht zu einem Klassiker geworden, der auch heute noch die Herzen der Leser bewegt. Nachdem in den Neunzigern bereits Alexandra Ripley mit Scarlett eine Fortsetzung des Südstaatendramas veröffentlichte, wagte sich nun Donald McCaig an eine Version, die die Geschehnisse aus der Perspektive von Rhett Butler beleuchtet.

Aus Alt mach Neu

Donald McCaigs Vorhaben ist durchaus reizvoll und dabei nicht leicht, schließlich ist die grobe Handlung in weiten Teilen durch das Ursprungswerk festgelegt und kann nicht variiert werden. Es sind überwiegend die gleichen Charaktere, die hier ein Wiedersehen mit dem Leser feiern, es ist der gleiche Kriegsverlauf, der mit ausgelassenem Jubel unter den Südstaatlern beginnt und mit dem Untergang des Südens mit seiner Baumwollherrschaft endet. Neu sind allerdings ein paar Figuren, die in Vom Winde verweht nur am Rande erwähnt werden oder gar nicht existieren. Ebenso erfährt der Leser hier die Vorgeschichte Rhett Butlers, der seinerzeit wie aus dem Nichts in Atlanta auftauchte und über dessen Vergangenheit nicht sehr viel preisgegeben wurde.

Besonders interessant ist sein Bezug zu Belle Watling, der stadtbekannten rothaarigen Hure, die bereits in Vom Winde verweht Scarlett ein Dorn im Auge war. Schließlich war nur zu offensichtlich, dass Belle eine alte Freundin von Rhett ist, ihr genaues Verhältnis blieb aber im Unklaren und wird hier näher beleuchtet. Die interessanten Details reichen von Belles Gefühlen zu Rhett bis hin zur Geschichte um ihren unehelichen Sohn. Schon in Vom Winde verweht war deutlich, dass Belle Watling trotz ihrer Rolle als Besitzerin eines anrüchigen Etablissements eine liebenswerte Person ist, die das Herz auf dem rechten Fleck trägt. In diesem Roman erhält Belle zudem noch eine tragische Komponente und sorgt für einige anrührende Lesemomente. Eine andere gelungene Figur ist Rhetts Schwester Rosemary. Sie muss auf ihre große Liebe, den eleganten späteren Kriegshelden Andrew Ravenel, verzichten und stattdessen John Haynes heiraten, einen Mann, mit dem sie kaum Gemeinsamkeiten verbinden. Diese leidenschaftslose Vernunftehe wird durch Tochter Meg erhellt, doch Rosemary erwartet in den Zeiten des Krieges ein hartes und bewegendes Schicksal mit Verlusten und Entbehrungen.

Schmerzhafter Vergleich mit der Vorlage

Jedem Leser dürfte klar sein, dass sich Donald McCaig auf eine schwere Aufgabe eingelassen hat, denn nicht umsonst gehört "Vom Winde verweht" zu den erfolgreichsten Romanen aller Zeiten. In einigen Teilen ist diese Neuauflage auch recht gelungen, dafür aber gibt es auch etliche schwache Stellen. Am ärgerlichsten sind die Veränderungen, die manche der bekannten Charaktere hier erleben. Das gilt vor allem für Melanie Wilkes, Ashleys Cousine und spätere Ehefrau. Melanie ist Scarletts Schwägerin, da diese aus der Not heraus kurzzeitig mit Melanies Bruder Charles verheiratet war, der wenig später im Krieg starb. Die sanfte Melanie sieht in der temperamentvollen Scarlett eine gute Freundin, während Scarlett über viele Jahre hinweg hofft, Ashley dazu bewegen zu können, seine Frau für sie zu verlassen. Im Original macht dieses komplexe Verhältnis der beiden Frauen einen großen Reiz aus, hier allerdings wirkt Melanie Wilkes weit weniger überzeugend. Ihr gutherziges, aber naives Wesen erscheint hier beinah vorgetäuscht. Donald McCaig lässt Melanie viel mehr wissen, als es den Anschein hat und stellt sie im Briefwechsel mit Rosemary in vielerlei Hinsicht anders dar. An vielen Stellen jedoch passt diese neue Version der Melanie Wilkes einfach nicht mit dem Ursprungscharakter zusammen und es scheint, als habe der Autor sie einfach neu erfunden.

Dazu kommt, dass der Roman grundsätzlich bei Weitem nicht die Intensität des Vorgängers erreichen kann. Egal ob es Sterbeszenen oder andere schmerzhafte Ereignisse aus dem Leben der Protagonisten sind, angefangen beim Tod von Scarletts Vater bis hin zum tödlichen Unfall von Scarletts und Rhetts gemeinsamer Tochter Bonnie, sie berühren den Leser entweder nicht so sehr oder finden kaum Erwähnung. Wer Vom Winde verweht nicht kennt, wird unterm Strich sicherlich nicht übel unterhalten und erhält interessante Einblicke in die Geschehnisse des Amerikanischen Bürgerkrieges. Für alle anderen aber ist das Werk in weiten Teilen eine Enttäuschung, vor allem durch die oft zu oberflächliche Behandlung der Charaktere, die nicht stimmig mit ihren Ursprüngen sind.

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Letzte Kommentare:
05.04.2008 11:55:34
Alice Kuhlmann

Mich hat es sehr geärgert das Mr. McCaig sogar bis ins kleinste Detail Dinge verändert. Rhetts Mutter heisst in "Scarlett" Elinor, hier Elizabeth. Auch ihr Charakter ist total anders. Auch seine Schwester Rosemary! In diesem Buch heiratet sie ziemlich früh und ist auch sonst ein ganz anderer Typ.

Okay, der Autor hat sich eigene Gedanken gemacht, aber zumindest die Rahmenhandlungen der Romane sollten sich decken. Schließlich wurde auch Alexandra Ripley von den Erben Mitchells beauftragt.

10.12.2007 12:31:56
Eleonora Volcik

Hi
Ich bin ein großer Fan von "Vom Winde verweht " und ich bin über das Buch schockiert, es ist nicht nur schlecht geschrieben, sondern es wurden auch Tatsachen verdreht ( Ashley´s braune Augen S. 423).
Die Gespräche der weiblichen Hauptfiguren, wirken gestellt und sind teilweise obszön. Scarlett O`Hara die in Margaret Mitchell´s Roman, als eine starke, tempramentvolle und kluge Frau beschreiben wird, verliert in diesem Buch ihre Persönlichkeit. Donald McCaig hat die Charaktere der Figuren, teilweise falsch verstanden und sie verändert.
Meiner Meinung nach ist es keine Fortsetzung, sondern muss als ein eigenständiges Buch behandelt werden. So ist es ganz amüsant.