Der Apotheker

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Hoffmann & Campe, 2007, Titel: 'The Nature of Monsters', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Viele Schwächen können die gute Grundidee nicht retten

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Nov 2007

Als der Sohn des reichen Kaufmannes Campling auf die 16jährige Eliza aufmerksam wird, sieht deren Mutter die Chance gekommen, ihre Tochter in eine reiche Partie zu verkuppeln. Nachdem es zu einer denkwürdigen Hochzeitszeremonie kommt, wird Eliza nach kurzer Zeit schwanger, doch die vermeintliche Ehe wird von Campling nicht anerkannt, da Eliza aus zu niedrigen Verhältnissen stammt. Um für alle Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden, soll Eliza ihren Heimatort verlassen und wird nach London geschickt, um dort für ein Jahr bei dem Apotheker Grayson Black zu wohnen. In der Annahme, dass dieser ihrer Schwangerschaft ein Ende bereiten wird und Eliza somit ";ehrenhaft" zurückkehren kann, macht sich diese auf die Reise in die große, ihr unbekannte Stadt.

Der Apotheker

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Letzte Kommentare:
28.02.2021 13:02:24
Ginger

Leider hat mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen. Die Hauptfigur, Eliza, war mir von Anfang an unsympathisch, was sich auch bis zum Ende nicht wirklich geändert hat. Oft konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen, besonders Mary gegenüber (mal fürsorglich, im nächsten Moment frech oder böse) bzw. was für ein Mensch sie eigentlich ist. Auch fand ich die Geschichte nicht wirklich spannend oder packend, wobei die Idee gut ist; man hätte lediglich mehr draus machen können. Wirklich "düstere" Stimmung kam bei mir gar nicht auf, das hatte ich aufgrund einiger Rezensionen viel mehr erwartet. Generell hätte ich mich gefreut, wenn alles etwas "intensiver" dargestellt worden wäre, vor allem die Umstände und die Atmosphäre.

Für mich ist dieses Buch deshalb leider nicht empfehlenswert. Ich war auch schon vom Vorgänger, der Vermesser, sehr enttäuscht. Clare Clark und ich werden also wohl leider keine Freunde werden ;)

11.12.2009 16:00:46
diwi

Nach einem echt starken Erstlingswerk "Der Vermesser" war es einfach wiederum berauschend in die Unterwelt Londons mit dieser Autorin abzutauchen. Ich verstehe die Kritik von Jörg Kijanski zwar teilweise,vorab wenn man gute Werke dieser Epoche schon kennt wie diejenigen von Dickens ua. Trotzdem wer schreibt heutzutage schon nur noch annähernd so gut wie Clarke? Geben sie mir ein paar bessere Titel und Autoren dieser Themen!! Wäre ja toll noch mehr davon lesen zu dürfen. Der Apotheker bleibt für mich auf alle Fälle eines dieser Bücher in diesem Jahr wo ich in einem Guss lesen konnte,voller Begeisterung ob all dieser Gerüche und Blickwinkel dunkler Ecken und Gestalten.

11.10.2009 14:22:47
Julchen2

Habe das Buch jetzt auch gelesen und kann mich nur meiner Vorrednerin anschließen. Ich bin fasziniert von dem Buch. Es gehört zu den wenigen Büchern, die mich auch einige Zeit nach dem Lesen noch gefangenhalten. Selten schafft es ein Buch, mich so sehr in die damalige Zeit abtauchen zu lassen. Wie inge schon schreibt: Mir hängt immer noch der faulig-rußige Gestank in der Nase. Ich hoffe, daß es bald noch mehr Bücher von der Autorin geben wird!!!!

06.08.2009 14:57:48
inge

Die beiden vorherigen Kritiken kann ich nicht verstehen, dieses Buch ist einfach nur genial.
Achim hatte sein Urteil schon nach den ersten Seiten gefällt,
Alexandra hat bis zum Schluß die seelische Misere von Eliza nicht begriffen.
Beim Lesen des Buches und auch jetzt, 4 Tage nach Beendung, befinde ich mich immer noch im Bann des Buches.
Mir hängt immer noch der faulig-rußige Gestank in der Nase und mich jucken immer noch die Flohbisse, die Eliza für mich erlitten hat

12.04.2009 23:51:42
Alexandra

Nachdem ich "Der Vermesser" gelesen hatte, war ich auf den "Apotheker" sehr gespannt. Aber viele Ungereimtheiten trüben das Lesevergnügen. Zum Beispiel ist Eliza die Tochter einer Hebamme, vermag aber (als Mary ihr Kind bekommt) nicht einmal einen normalen Säugling zu erkennen, der bleibt "die Kreatur", ist in ihren Augen mißgestaltet.
Positiv: die Schilderungen des Alltags, wenn auch recht einseitig. Man ist froh, nicht in dieser Zeit leben zu müssen.

23.02.2008 22:56:43
achim

Der Vermesser von Clare Clark war allererste Sahne. Ein Buch aus einem Guß. Was für ein Erstlingswerk. Der Gestank der Fäkalien löste sich aus allen gedruckten Buchstaben des Buches, so dass man versucht war, sich dauernd die Hände waschen zu wollen. Die Krimi-Komponente war ungemein geschickt in diesen historischen Roman eingeflochten. Entsprechend hoch sind jetzt natürlich die Erwartungen an ihren Folgeroman.

Die Geschichte spielt zu Anfang des 18.Jahrhunderts in London. Die Sprache des Romans soll diese Zeit ausdrücken. Das klingt alles so gespreizt, wie die Beine einer Dirne, oder wie zu Zeiten Balzacs, der ganze Liebes- und Erosschmalz inbegriffen.

Ein Zitat (Hauptperson):

"Im staubig dämmrigen Licht des oberen Zimmers lehnte ich mich atemlos an die Wand, hob die Röcke und presste meine Hand auf die zarte Moschusblüte. Sofort teilten sich die Lippen, der schwellende Mund saugte gierig an meinen Fingern und umschloss sie mit kräftiger Inbrunst."

Dann doch lieber die "tolldreisten Geschichten" von Balzac.

Nach den ersten hundert Seiten des Romans lässt mich nur die Erinnerung vom ersten Band weiter lesen.

In der Hoffnung, der Roman möge sich etwas weg von "Angelique" und mehr hin zu "Hannibal Lector" orientieren, habe ich dann den Roman zu Ende gelesen. Leider blieb es eine unerfüllte Hoffnung.

Als Schnulze im historischen Gewande durchaus tauglich, war das Ende aber dermaßen herzschleimig, dass meine Finger am Einband des Romans so abrutschten, dass ich mir zwei Knöchel dabei brach.

Mein Fazit:

Angeblich hat Frau Clark ja stark recheriert für ihren Roman, inhaltlich kam das dann aber doch nur sehr oberflächlich zum tragen.
Der Roman ist definitiv nicht für Bartträger geeignet und auch nur bedingt tauglich für die andere Hälfte der Bevölkerung.

Lauwarm bis höchstens 40°

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