Der König der purpurnen Stadt

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • , 2002, Titel: 'Der König der purpurnen Stadt', Originalausgabe

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London 1330: Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines trunksüchtigen Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock. Einzig seine Großmutter Cecilia schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig von der Zuneigung, die der verschlossene Junge braucht. Doch eine Begegnung mit dem jungen König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen. Als jüngstes Mitglied ihrer Geschichte findet er Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion. Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider und Widersacher, allen voran sein Cousin Rupert, und Jonahs Schwäche für Frauen - vor allem für die Königin - macht ihn verwundbar. Als der Hundertjährige Krieg ausbricht, gelangt Jonah als Bankier der Krone dennoch zu Reichtum und politischem Einfluss. Doch der alte Adel betrachtet die neue Macht der Kaufleute mit Missgunst, und der ungestüme König Edward führt die Seinen nicht nur in finanzielle Wagnisse ...

Der König der purpurnen Stadt

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Letzte Kommentare:
31.05.2015 19:01:58
Catie

Bevor ich "Der König der purpurnen Stadt" gelesen habe, hatte ich schon alle Waringham-Romane intus und kannte die Durham recht gut. Ihren Anfang allerdings noch nicht, und auch nicht die Geschichte, wie es zu ihrer Beziehung mit den dunklen Bruderschaften kam. Im letzten Punkt bin ich ein bisschen enttäuscht gewesen, weil ich ob Lucas' Heimlichtuerei im "Spiel der Könige" etwas spektakuläreres erwartet hatte, aber das ist auch der einzige Minuspunkt, der mir jetzt so auf Anhieb einfällt.

Der Roman beschreibt den Aufstieg von Jonah Durham, dem verwaisten Sohn eines umtriebigen Siberschmiedes und der Tochter eines Tuchhändlers aus Cheapside. Als seine Großmutter ihn und ihre Tochter nach dem Tod seines Vaters ausfindig macht, ist seine Mutter bereits sterbenskrank und nimmt ihrem Bruder das Versprechen ab, Jonah in die Lehre zu nehmen, wenn er alt genug ist. Diese Aufgabe übernimmt dann jedoch Jonahs Cousin Rupert, der ihm jedoch schon nach fünf Jahren Lehrzeit kaum noch etwas beibringen kann. Als ihre Großmutter Jonah ein kleines Vermögen vererbt und Rupert lehr ausgeht, tut sich eine echte Feindschaft zwischen den Vettern auf. Während Jonah mit Gefühl und Köpfchen langsam zum wohlhabenden Kaufmann wird, dümpelt Ruperts Geschäft vor sich hin. Beide versuchen gelegentlich gegenseitig, einander auszunutzen, was nicht gerade zur Besserung der Lage beiträgt. Jonah bekommt mit der Zeit eine Verbindung zum Königshaus (insbesondere zur Königin), und sein Sohn wünscht sich später nichts sehnlicher, als ein Ritter des Schwarzen Prinzen zu werden.

Auch in diesem Roman gibt es keine Schwarz-Weiß-Figuren. Der gerühmte König Edward III. hat durchaus seine Ecken und Kanten, vor allem was seinen Verschleiß an Frauen und Geliebten angeht. Jonah kann kein Verständnis für den Wunsch seines Sohnes aufbringen und versucht vergeblich, das Interesse an schönem Tuch bei ihm zu wecken, während er sich mit seinem vermutlich (auch hier hatte Edward mehr als nur die Finger im Spiel) zweiten Sohn, der das Zeug zum Kaufmann hätte, in den Haaren liegt. Nur, um zwei Beispiele zu nennen.

Dann wird in diesem Buch auch noch ein anderes Kapitel angeschprochen, auf dass RG auch in ihrem Nachwort eingeht. Dieses Kapitel heißt sexuelle Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen. Tagesordnung. Elend und Verbrechen. Tagesordnung. Das wird am Fall von Annot beschrieben, der Schülerinn von Ruperts Frau. Vom Mann ihrer Meisterin geschwängert, sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich einem Priester von Cheapside anzuvertrauen, der sie geradewegs ins Hurenhaus abschiebt.

Ich werde mir im Folgenden erlauben, etwas genauer auf de Kritik im vorletzten Kommentar (Lars) einzugehen. Das, was RG mit Annots Geschichte erreichen wollte, war keinesfalls Schönfärberei, sondern eine Schilderung der Tatsachen. Wenn man ihr erst zeigen muss, dass eigentlich nichts schlimmes am Sex ist, wenn wirklich beide wollen, dann liegt das doch nur daran, dass sie es bislang nicht gelernt hat.
Und der Aufstieg, den Jonah durchmacht, könnte einem vielleicht an den Haaren herbeigezogen erscheinen, würde auch hier RG nicht darauf verweisen, dass er für diese Zeit durchaus typisch war. Die meisten werden jetzt nicht unbedingt Lord Mayor geworden sein, aber immerhin. Im Übrigen ist Gablé meiner Meinung nach eine der wenigen Autoren, bei denen ich mich auf die Korrektheit noch so kleiner historischer Details verlassen kann. Über stilistische Ausführung kann man später immer noch streiten, das ist eine andere Sache.

Besonders gut hat mir natürlich gefallen, dass hier auch ein Waringham vorkommt, wenn auch nur am Rande. Ein gelungenes Buch, auch wenn ich es entgegen meiner Gewohnheit bis jetzt erst einmal gelesen habe ;-)

16.07.2014 23:24:00
Wolfgang Nagel

Das Buch ist ein Roman und keine historische Erzählung.
Sicherlich wird hier zu dick aufgetragen, aber das Buch ist eine Lebenshilfe, im Mittelpunkt steht Jona, der nie aufgibt, der sich nichts aus Klissches macht, der sich seinen Aufgaben nur mit seinem Verstand stellt.
Jeder hat in seinem Glück und Unglück, oft erkennt man es aber nicht, Jona, Kopfmensch durch und durch, erkennt sein Glück, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick.
Von daher ist das Buch ein Bestseller, sicher ist Gable nicht vergleichbar mit Vargas, der gerne aus allen Blickwinkel beleuchtet.
Das will Gable aber auch gar nicht.

25.04.2013 20:33:30
Lars

Während ich die Warringham-Bücher gerne gelesen habe, enttäuscht mich "Der König der purpurnen Stadt". Das Buch gehört für mich in die Reihe der unhistorischen Romane, die leider die Mehrzahl der als "historische Romane" verkauften Bücher ausmachen.

Was mich stört? Ein Beispiel: Um "Realität" bemüht, gibt es ein Bordell - nun gut. Aber das ist natürlich keines, das unangenehm ist, nein, nein. Von quasikirchlicher Seite betrieben (das gab's natürlich, wen's interessiert, schaut "geese of the Bishop of Winchester" bei google nach), wo die Frauen die ars amandi lernen. Und so lernt Annot, dass Sexualität ja etwas Wunderbares ist und so ist ihre Prostitution ja eigentlich etwas ganz Schönes...

Diese Schönfärberei ist nur ein Beispiel dafür, wie in vielen "historischen Romanen" unhistorische Grundkonstellationen stören (wobei Iny Lorentz in dieser Kategorie die beste ist/sind): Frauen, die emanzipiert durch die Jahrhunderte spazieren; kleine Leute, die alle sozialen Schranken überwinden (passim bei Gablé), usw. Unsinn. Wer wirklich Wert auf historische Historienromane und wirklich beachtliche geschichtliche Recherchen legt, kann nach meiner Einschätzung nur auf Bernard Cornwell zurückgreifen.

Schade, dass Gablé bei ihrem erzählerischen Geschick nicht den Mut hat, romantisch verklärte Erwartungen (am Ende wird ja in den Büchern doch immer alles gut) entgegenzutreten und ernsthaft die Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft, "wie es wirklich gewesen ist" zu übernehmen. Insoweit hat sich auch bei Gablé in vielerlei Hinsicht der historische Roman über Felix Dahns "Ein Kampf um Rom" nicht fortentwickelt.

12.03.2013 22:16:19
M.Reinsch

Jonah Durham führt ein hartes Leben als Tuchhändler bei seinem Cousin Rupert. Die einzige Person die ihn unterstützt ist seien Großmutter, mit deren Hilfe er es ­schafft selber ein Tuchhändler zu werden. Und so beginnt eine herausragende Karriere mit allen Höhen und Tiefen im frühen 14. Jahrhundert ...
Wie immer schafft Frau Gablé ein sehr lebendiges Bild des Mittelalters zu errichten und den Leser direkt hinein zu versetzen. Mit diesem Buch hat Sie die "Vorgeschichte" zu Ihrem Erfolgsroman "Das Lächeln der Fortuna", und zugleich einen eigenständigen Roman erschaffen. Geschickt vermischt Sie bekannte Geschichte mit Ihren Fiktionen und erschafft so ein sehr realistisches Bild jener Zeit. Ganz nebenbei prangert Sie die "geltenden" Gesetze in Bezug auf Kindesmissbrauch und "Herrschaft der Männer über die Frauen" an, zeigt die Machtspiele der Herrschenden und der Kirche auf und berichtet über eine der schlimmsten Seuchen die London heimgesucht hat.
Jede Figur hat Ecken und Kanten, und es gibt keine klare Schwarz/Weiß-Trennung. So findet man noch ein gewisses Verständnis für die schlimmsten Schurken in diesem Buch. Leider ist der Werdegang des Hauptprotagonisten etwas leicht vorhersehbar, da ein gewisser Handlungsstrang anscheinend in allen Gablé-Büchern fest verankert ist. Dies tut der Geschichte keinen Abbruch, ist aber auffällig!
Fazit: Wieder einmal eine interessante Geschichtsstunde, aus einem neuen Blickwinkel, die den Leser schnell in Ihren Bann zieht!

19.03.2012 23:38:22
Iris Wemmel

Ich habe dieses Buch ganz zufällig in unserer hiesigen kirchlichen Bücherei gefunden. Da ich schon einmal ein Buch von Rebecca Gable gelesen habe, nämlich "Die Siedler von Catan" (übrigens: Weltklasse!!!) dachte ich mir, versuch ich´s nochmal. Von den ca. 960 Seiten habe ich bis jetzt ca. 400 gelesen und bin soooooo begeistert, dass ich am liebsten ALLES stehen und liegen lassen möchte, nur um lesen zu können! Rebecca Gable hat eine ganz besondere Art, Personen zu beschreiben. Man fühlt mit ihnen. Man kann sich in ihre Gedankengänge einbringen. Und die immer wieder neuen Wandlungen verblüffen mich immerzu. Woher nimmt diese Frau bloß dieses unglaubliche Wissen und diese unglaubliche Fantasie? Sie ist für mich einfach die größe Autorin der mittelalterlichen Romane schlechthin. Ich verehre diese Frau.
Danke.
Iris Wemmel

28.02.2012 20:27:30
Katja

Dieses Buch ist eines ihrer besten Werke. Ich las es mit 12 und noch jetzt les ich es zum 5ten mal.
Wie gesagt ein Traum, es ist auch relativ realititätsnah.
einfach ein super gutes Buch.
Am liebsten wär ich in dieser Gschichte und würde es erleben wollen was jonah (der noch zu dem unglaublich schön beschrieben ist) getan und gefühlt hatte.
Aber es ist auch sehr leidenschaftlich dieses Buch :D

07.03.2010 16:19:49
Stefan83

Rebecca Gablés dritter historischer Roman, „Der König der purpurnen Stadt“, führt uns zurück ins England des 14. Jahrhunderts, welches bereits Schauplatz ihres Erstlings „Das Lächeln der Fortuna“ war:

London im Jahre 1330. Der junge Jonah Durham ist Lehrjunge im Tuchhandel-Geschäft seines despotischen Cousins Rupert Hillock, welcher ihn nur unter dem Druck der gemeinsamen Großmutter Cecilia in seinem Haus aufgenommen hat. Rupert neidet Jonah dessen kaufmännisches Talent und die Aufmerksamkeit und Zuneigung von Cecilia. Diese versucht die Geschicke ihres Enkels so gut wie möglich zu lenken, erkennt sie doch in ihm den einzigen Verwandten mit Ehrgeiz und Potenzial. Da ist es egal, dass ihr Schützling selbst nur wenig von ihren wohlgemeinten Ratschlägen hält. Als Cecilia eines Tages stirbt, ist es somit Jonah, der ein halbes Vermögen erbt, wohingegen Rupert leer ausgeht. Es ist der Beginn eines Zerwürfnisses mit folgender lebenslanger Feindschaft. Jonah baut sich nun ein eigenes Geschäft auf, sein Erfolg missträuisch beäugt von dessen Cousin. Bei einem missglückten Anschlag auf sein Leben macht Jonah schließlich die Bekanntschaft des jungen König Edwards III. und Königin Philippas. Und als er letzterer bei einem Unfall während eines Turniers das Leben retten kann, ist dies der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Gemeinsam mit der Königin, die er insgeheim liebt, revolutioniert er den Tuchhandel Englands, holt er entgegen des Protests der Gilde Flamen ins Land und macht bereits in jungen Jahren ein Vermögen. Doch mit seinem Einfluss am Hofe und dem Ansehen wachsen auch Jonahs Neider. Mit William de la Pole schafft er sich einen mächtigen Feind und auch Rupert, der mittlerweile von der Hand in den Mund lebt, hat mit dem sehr selbstzufriedenen Jonah noch eine Rechnung offen. Während Englands Ritter gegen Frankreich in den Krieg ziehen, muss der junge Tuchhändler seinen eigenen Kampf ausfechten, um nicht all das zu verlieren, was er sich so hart erarbeitet hat …

Harte Arbeit muss auch die Recherche für diesen historischen Roman gewesen sein, in dem Rebecca Gablé einmal mehr äußerst geschickt die realen Geschehnisse und Persönlichkeiten einer geschichtlichen Epoche mit den fiktiven Figuren und deren Lebensläufen in Einklang bringt. „Der König der purpurnen Stadt“ ist dabei so etwas wie ein inoffzielles Prequel zur Waringham-Trilogie, da u.a. Geoffrey Dermond und Gervais of Waringham, Robins Vater, hier kleine, aber nicht unwichtige Rollen spielen. Und auch mit den augenzwinkernden Auftritten des jungen John of Gaunt und dessen Bruder, dem späteren „Schwarzen Prinzen“, gelingt ihr eine äußerst amüsante Verknüpfung. Doch trotz dieser kurzen Gastspiele stehen die Ritter und Adeligen diesmal nicht im Mittelpunkt. Gablé hat stattdessen ihr Augenmerk, wie auch schon in der abgekürzten Inhaltsangabe angedeutet, auf das Wirken der Londoner Händler zur Zeit Edwards III. gerichet. Zu Beginn erleben wir dessen wagemutiges Eindringen in Nottingham Castle, wo er seine Mutter und deren Liebhaber Mortimer festsetzt und einer blutigen Herrschaft damit ein Ende macht. Gemeinsam mit Philippa verhilft er England zu neuer Größe, in großen Maße unterstützt durch eben jene Woll- und Tuchhändler, welche Edwards Kriegspläne finanziell unterstützen und die heimische Wirtschaft mit der Ansiedlung von flämischen Webern und Walkern stärken.

Das Gablé aber nicht ganz ohne Adel und Rittertum kann, wird im Lebenslauf Jonahs deutlich. Dessen Aufstieg ist, trotz vieler Rück- und Schicksalsschläge, kometenhaft und scheint, das mekrt leider auch der Leser ziemlich schnell, relativ ungefährdet. Dabei wäre hier Potenzial für mehr vorhanden gewesen. Im Gegensatz zu Robin („Das Lächeln der Fortuna“) und Caedmon („Das zweite Königreich“) ist nämlich Jonah alles andere als untadelig. Hochmut, Selbstherrlichkeit und Gefühlskälte sind nur einige der charakterlichen Schwächen, derer er sich rühmen darf. Ein interessanter Ansatz, der die Figur wohl realistischer und glaubhafter machen sollte, welcher aber am Ende im krassen Gegensatz zu seinen außergewöhnlichen Erfolgen steht. Es gibt fast nichts, was dem glücklichen Jonah nicht gelingt, und eben das sorgt bald für Langeweile. Hätte Gablé diese Figur gewagter entwickelt, sie hätte einen hassenswerten Anti-Helden ergeben. So bleibt sie, zumindest mir, bis zum Ende hin nur unnahbar und unsympathisch. Das die Autorin ihren Schützling nicht derart finster zeichnen wollte, liegt vielleicht auch an William de la Pole. Diesen ebenso genialen wie skrupellosen Kaufmann hat es in der Tat gegeben, und er ist es auch, der den schillernden Bösewicht in dieser Geschichte verkörpern soll. Einziges Manko: Seine Auftritte sind selten, die Gefahr, welche von ihm ausgeht, stets zu gering, als das man um die Helden im Buch bangen müsste. Überhaupt ließen mich die Erlebnisse von Jonah und seinen Freunden, bis auf wenige Ausnahmen, im Ganzen ziemlich kalt. Das Mitfiebern, Mitbangen und -zittern, das die beiden vorherigen Bücher so spannend mache, fehlte mir hier zu oft.

Ist „Der König der purpurnen Stadt“ deswegen ein schlechtes Buch? Ganz schnelle Antwort: Auf keinen Fall. Auch diesmal glänzt Gablé mit hohem Unterhaltungswert und einer sprachlich schlichten, aber dafür ungestelzten Geschichte. Sehr geschickt verbindet sie das Leben am könglichen Hofe mit dem komplizierten Geflecht der Kaufmannswelt, wodurch der Leser einen guten Einblick in das Stände- und Gildensystem der damaligen Zeit und dessen Auswirkungen auf den Verlauf des hundertjährigen Krieges erhält. Dieser wird, bis auf die Seeschlacht von Sluis, relativ schnell abgehandelt, was natürlich den Hauptfiguren des Romans geschuldet ist. Besonders lobenswert und hervorzuheben ist Gablés Schilderung der ersten Pestepidemie, welche in den Jahren 1348/49 die Bevölkerung Europas um gut die Hälfte reduzierte. Das Herannahen des „Schwarzes Tods“ und dessen letztendliches Ausbrechen in London wird erschreckend eindringlich in Szene gesetzt. Das Buch endet schließlich kurz vor Beginn der Ereignisse von „Das Lächeln der Fortuna“. Und nicht nur wer wissen will, was aus den beiden liebenswerten Halunken Gervais und Geoffrey werden wird, sollte dieses Buch unbedingt im Anschluss lesen.

Insgesamt ist „Der König der purpurnen Stadt“ ein guter historischer Roman, der jedoch an der fehlenden Tiefe und den vor allem sehr eindimensional geratenen Figuren krankt. Gablé kann es eigentlich besser und hat dies insbesondere in der Waringham-Trilogie eindrücklich bewiesen. Trotz all dieser Kritik: Ein Buch, das einen Großteil der Konkurrenz immer noch weit hinter sich lässt und jedem Freund historischer Schmöker ans Herz gelegt werden kann.

19.02.2010 16:36:55
Susannah

Rebecca Gablé gehört seit "Das Lächeln der Fortuna" zu meinen Lieblingsautorinnen. In "Der König der purpurnen Stadt" entführt sie uns in die Zeit davor, in die Zeit von König Edward III. und Phillippa. Kenner des "Lächeln der Fortuna" werden schmunzeln, wenn der schwarze Prinz und John of Gaunt das Licht erblicken, und strahlend staunen, wenn man die Namen Dermond und Waringham liest.

Der Hauptcharakter jedoch ist Jonah. Jonah ist eigentlich alles andere als ein Vorzeigemensch. Er ist verschlossen, Gehorsam und Demut zählen nicht zu seinen Stärken und auch Humanismus hat man dem jungen Jonah nicht eingeimpft. Im Haushalt seines Onkels leiden er, sein Freund Crispin und besonders Annot. Doch eine Begegnung mit dem Königspaar gibt Jonahs Leben eine neue, beeindruckende Wendung. Er geht seinen steilen weg, der dennoch voll mit Steinen ist.

Mir gefällt das Buch noch besser als ihr Erstlingswerk. Die Charaktere wirken auf mich glaubhafter (sie sind eben moralisch wie körperlich alles andere als perfekt), und ich hätte nie gedacht, dass ich den Kaufmännern - den Pfeffersäcken - soviel abgewinnen konnte. Gablés Charaktere zeigen sich wie immer durch starke Charakterzüge, jede Figur hat für mich Mimik, Gestik und Stimme.

Besonders möchte ich wieder den historischen Kontext hervorheben. Wird erfahren wieder sehr viel über die Zeit, König Edward III und seine Phillippa haben ihre Stärken und Schwächen, sind vielschichtig únd erleichtern die Einführung in den historischen Kontext. Auch die Beziehungen nach Frankreich sind eindringlich, aber liebevoll in die Romanhandlung eingearbeitet. Besonders beeindruckend: Die erste Pestseuche in England, die halb London dahinrafft. In diesen Momenten ist man froh, dass wir diese Krankheit loslassen.

Laufen, lesen, abtauchen!

14.01.2010 19:44:51
spielpfeife

Dies ist erst mein zweites Buch von RG - und es gefällt mir noch besser als "Hiobsbrüder". Falls das überhaupt noch möglich war. Wieder bekommt der Leser eine überaus spannende wissenschaftliche Vorlesung in englischer Geschichte, wieder spannt sich darum eine fiktive Geschichte mit einem Helden, der sehr liebenswert ist, da er so seine großen und kleinen fehler hat. Und wieder steht bei mir - die ich in der Schule den Geschichtsunterricht gehasst habe - ein weiterer historischer Roman im Bücherregal. Ich werde noch zum Histo-Fan...

31.08.2008 18:05:34
Mondschatten

War auch mein erstes Buch von Rebecca Gable und hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Ich habe mich gefühlt wie wenn ich als unsichtbarer Beobachter dirket im Geschehen mit dabei bin.
Es ist absolut nachvollziehbar geschrieben und wenn mans zu Ende gelesen hat spürt man noch ein bissel Wehmut um sich herum fliegen!
Ich kanns nur empfehlen!!!

13.08.2008 19:17:41
Astrid

Ein überaus empfehlenswertes Buch. Es war das erste, welches ich von Rebecca Gablé gelesen habe und ich kann mit Sicherheit sagen, dass es nicht das letzte gewesen ist. Sie versteht es meisterhaft, den Leser in die Gefühlswelt der Hauptprotagonisten einzuführen und an deren großen und kleinen Sorgen teilhaben zu lassen. Sehr gut gelungen ist aus die Darstellung von "Jonah Durham", der nicht der typische, strahlende Held ist, wie man ihn aus anderen Roman kennt. Das macht sein fiktives Schicksal neben den historisch belegten Ereignissen sehr authentisch. Alles in allem wirklich ein sehr gutes Buch, bei dem es schwer fällt, es aus der Hand zu legen. Schlaflose Nächte sind da wohl vorprogrammiert.

08.08.2008 18:04:13
Klaus Kröger

In diesem Roman wird eindrucksvoll das aufkommende Bürgertum und die zunehmende Bedeutung der Kaufleute im späten Mittelalter dargestellt. Gut auch, dass Frau Gable einmal der Königin ein Denkmal gesetzt hat, die mir bisher gänzlich unbekannt war.

04.07.2008 20:34:43
Deliah

Auch dieses Buch von Gablé ist ein wahres Meisterwerk. Jonah ist für mich, während ich das Buch las, fast zu einer leibhaftigen Person geworden, über den ich viel nachgedacht und gegrübelt habe, so sehr hat er mich fasziniert. Unbestreitbar ist auch der dem Leser wunderbar nahe gebrachte historische Hintergrund des Romans, der mich, trotzdem ich mich damals nicht übermäßig für Geschichte interessierte, gefesselt hat. Dieses Buch hat das geändert. Man versinkt geradezu darin.
Unebdingt empfehlenswert.

23.05.2008 19:46:56
Steffi81

Ein absolut genialer Roman! Wie in allen historischen Romanen von Rebecca Gable findet man auch hier eine gekonnte Mischung aus realer Geschichte und Fiktion, die auf keiner Seite auch nur eine Spur von Langeweile aufkommen lässt! Der Leser erhält einen (für einen Roman) umfang- und facettenreichen Einblick in die englische Geschichte des 14. Jh., wobei als Hauptakteure nicht nur Adel und Ritterschaft, sondern auch (bzw. vor allem) die Kaufleute im Mittelpunkt stehen. Sehr menschlich - und damit absolut authentisch und sympathisch - ist Jonah Durham, ein Kaufmann und Hauptfigur in diesem Roman. Mit seinen Ecken und Kanten ist er nicht der abgehobene Held, wie man es aus vielen anderen Büchern oder Filmen kennt, sondern eine Hauptfigur, mit der man auf jeder Seite des Buches mitlebt und -leidet. Meine Bewertung: 100%

04.04.2008 18:52:23
PATTI

Auch dieses Buch hat fasziniert wie alle Bücher von Rebecca Gablé die ich bisher gelesen habe. Die Protagonisten überzeugen, vorallem John Durham ist mir sehr ans Herz gewachsen, obwohl er nun so garnicht Perfekt ist, aber gerade das macht einen Menschen aus. Man fühlt sich förmlich in die Geschichte mit einbezogen.Es ist alles sehr Realistisch und man bekommt doch einen guten Einlick in das damalige Geschehen.Es ist nun schon eine Weile her, als ich das Buch gelesen habe, aber es ist auf jeden Fall immer wieder Lesenswert.Es fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ein Muss für alle Histo-fans.

04.04.2008 18:11:32
Esche

Seite 956 fertig gelesen und das Buch mit einem tiefen Seufzer aus der Hand gelegt. Dieser Roman ist so detailiert dargestellt das man innerhalb weniger Seiten völlig in die Geschichte eintaucht. Kenne alle Bücher von RG und dieses ist für mich das beste welches sie bisher geschrieben hat. Nun warte ich gespannt auf Ihr erstes Fachbuch welches im 4.Quartal 2008 erscheinen soll.

25.01.2008 18:47:34
Tina H.

ich muß mal sagen,das ist das schönste buch was ich bisher gelesen habe.man kann sich alles bildlich vorstellen,einfach genial und zum weiterlesen empfehlen.Super

24.01.2008 12:41:56
Larna

Wie bereits ihre Trilogie über die Familie Waringham, ist auch diese Buch absolut gelungen und fesselnd.
Es zweigt das Leben der Tuchhändler und Kauffleute zur damaligen Zeit und stellt die Verhältnisse faszinierend dar. Man erfährt einiges über die Gildenorganisation, die Privilegien der Stadt London und natürlich über den Stoff- und Tuchhandel.
Der Hauptprotagonist, Jonah Durham ist hervorragend gelungen. Er hat viele Ecken und Kanten, die ihn sehr menschlich machen. Er ist oft kühl und unnahbar, kanns eine Gefühle gut verbergen und zeigt sie fast nie gegenüber anderen, auch wenn er sich oft durch seine Gefühle zum Handeln verleiten lässt und er kann auch mal eiskalt und aus reiner Rache handeln.
Es war für mich auch interessant, etwas mehr über die Anfangszeit König Edwards und Königin Philippas und den Ausbruch des 100-jährigen Krieges zu erfahren, denn in "Das Lächeln der Fortuna" ist dieser ja schon im vollen Gange. Für mich eine besonders schöne Beigabe war die Erwähnung von Gervais of Waringham und Geoffrey Dermond!
Ein rundherum gelungenes Buch, dass 96° von mir erhält.

24.09.2007 21:23:12
Katmarie

Absolut empfehlenswert !!!
Kann nur allen raten, sich für 3 Tage einzuschließen, da man garnicht mehr aufhören möchte zu lesen. Wie fast alle Bücher von Rebecca Gablé läßt sich dieses Buch ohne weiteres in einem Rutsch durchlesen.

11.06.2007 10:21:07
Alokasie

Auch dieses Buch von RG war wie die anderen einfach genial.
Man leidet und fiebert immer mit den einzelnen Charakteren mit, die sie jedesmal super darstellt.
Ich lese die Bücher von ihr absichtlich langsam, weil ich es immer wieder Schade finde, dass irgendwann das Ende naht. Ich kann all ihre Bücher zu 100 % empfehlen!!!

19.05.2007 10:06:33
Michael Seitz

Der Roman bietet eine Fülle an Informationen über den Stoff- und Tochhandel im Mittelalter. Besonders gekonnt versteht es die Autorin, ihre Protagonisten zu schildern. Vor allem "Jonah" fasziniert durch seine überaus menschliche Art, samt all seinen Schwächen. Man schließt ihn bereits von der ersten Seite an in sein Herz. In diesem Roman übertrifft sich Gable´ in der gekonnten Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen.

02.11.2006 09:28:39
ulrike

Ich konnte das Buch garnicht mehr aus der Hand legen. Habe selten so ein spannendes Buch in so kurzer Zeit gelesen. Leider mußten mich meine Kinder in dieser Zeit mehrmals ansprechen wenn sie was von mir wollten, war einfach versunken in einer anderen Welt. Werde mir jetzt noch andere Bücher von ihr besorgen.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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