Der Weg zurück

Erschienen: Januar 1930

Bibliographische Angaben

  • , 1930, Titel: 'Der Weg zurück', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Wenn ein Friedensschluss keinen Frieden bringt

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Sep 2007

Europa, Westfront des Ersten Weltkrieges, 1918. Der Krieg ist vorbei! Vier Jahre des sinnlosen Gemetzels scheinen vorbei, und tatsächlich hat Ernst Birkholz das Morden überlebt. Gemeinsam mit seinen Freunden, die ebenfalls mit dem Leben davongekommen sind, macht er sich auf den Weg in die Heimat. Doch der Waffenstillstand mag den Krieg auf dem Papier beenden, aber nicht den Krieg in den Köpfen. Ernst und seine Kameraden, die ihre Jugend in diesen vier Jahren verloren haben, finden nicht ohne Weiteres in ihr ziviles Leben zurück. Und auch die Heimatfront hatte in den vier Jahren ihr Päckchen zu tragen und reagiert mit Ablehnung, Unverständnis, manchmal gar mit Hass. Und inmitten der Nachkriegswehen erschüttern revolutionäre Bewegungen Deutschland.

Der Weg zurück setzt die Geschehnisse aus Im Westen nichts Neues fort Ernst Birkholz, der im ersten Band zur Truppe um Paul Bäumer gehörte, übernimmt den Part des Erzählers und kehrt mit seinen Kameraden der Front den Rücken. Das ungläubige Staunen darüber, dem Tod entkommen zu sein, schlägt schnell um in Enttäuschung, Frustration, Perspektivlosigkeit. Die Generation, die vom Krieg zerstört wurde, auch wenn sie seinen Granaten entkam (Vorwort Im Westen nichts Neues) findet sich, um ihre Jugend betrogen, im Alltag nicht zurecht und verliert sogar das einzig Gute, was sie im Krieg gefunden zu haben glaubte: die Kameradschaft.

Das Elend nach dem Krieg

Im Westen nichts Neues, Remarques Roman über die Erlebnisse an der Westfront, hat nach seiner Veröffentlichung reißenden Absatz gefunden, wurde noch im Erscheinungsjahr in über 20 Sprachen übersetzt. Entsprechend groß war der Druck für den Autor, mit seinem nächsten Werk Ähnliches zu vollbringen. Auf den ersten Blick steht Der Weg zurück unter gänzlich anderen Vorzeichen: der Krieg ist zu Ende, es herrscht zumindest auf dem Papier Frieden. Doch die Realität ist eine andere. Und auch diese Realität schildert Remarque schonungslos, unmittelbar. Er schreibt dem Leser die Erlebnisse unter die Haut.

In gewissem Maße ist Der Weg zurück durch diese Grundkonstellation deprimierender als sein Vorgänger. Mit dem Ende des Krieges ist große Hoffnung verbunden, bei den Soldaten, beim Leser selbst. Doch die Ernüchterung in der Heimat ist erschütternd die Heimatfront hat auf ihre Weise unter dem Krieg gelitten und kein Interesse daran, sich um die Nöte der Kriegsheimkehrer zu kümmern. An der Front sind Ernst und seine Kameraden andere Menschen geworden, die in ihre Vergangenheit geworfen werden, ohne sich darin zurecht zu finden.

Ein neues Plädoyer gegen den Krieg und seine Folgen

Remarque beeindruckt erneut durch seine intensive Darstellung der Ereignisse, durch seinen wandelbaren Stil, der zwischen harter Realität und dem Philosophieren über das Leben pendelt. Auch die Ereignisse der Novemberrevolution, die schließlich zur Gründung der Weimarer Republik führt, zerreißen die alten Kameradschaften, machen Freunde zu Feinden und fordern Opfer. Und als zuletzt die nächste Generation auf das nächste große Schlachten vorbereitet wird, lässt Remarque den Leser in einem Zustand tiefer Traurigkeit zurück, verbunden mit der Erkenntnis, dass bisher offenbar kein Krieg schrecklich genug war, um der Menschheit endgültig die Lust an ihm zu verderben.

Remarques Berichte aus dem Ersten Weltkrieg gehörten zu den Büchern, die bei den Bücherverbrennungen der Nazis im März als Werke wider den deutschen Geist den Flammen zum Opfer fielen. Pazifistische Schriftsteller passten nicht in die neue Ordnung, die schon in den nächsten Krieg steuerte, der noch schrecklicher werden sollte als der zuvor. Doch Remarques Werke haben die Zeit überdauert und stehen bis heute für die Sinnlosigkeit des Krieges und für die Brutalität, mit der er die Leben aller zerstört, die mit ihm in Kontakt kommen.

Wie schon Im Westen nichts Neues ist auch Der Weg zurück ein uneingeschränkt empfehlenswertes Stück Literaturgeschichte, dessen Aktualität gerade jetzt, 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges und angesichts vieler neuer Konflikte, aktueller scheint denn je.

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Letzte Kommentare:
05.11.2018 13:54:50
Dr. Hergen Albus

Noch eine Steigerung gegenüber "Im Westen nichts Neues". Logisch wird die Entwicklung aus dem Vorgängerroman weitergeführt. Auch wenn die ehemaligen Soldaten den Krieg - weitgehend - körperlich unversehrt überstanden haben, machen die psychologischen Spätfolgen ihnen doch zu schaffen. Im Grunde handelt es sich bei ihnen um eine verlorene Generation - die, wie man heute weiß, auf dem direkten Weg im 3. Reich landete.

18.03.2012 20:03:49
Pangloss

Hallo Vivien,

natürlich ist diese Seite genau dazu da, dass man hier seine Meinung über das Buch schreibt. Leider sind wir aber nicht dafür da, dir bei deinen Hausaufgaben zu helfen. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir nicht jedes Buch auf der Histo-Couch gelesen haben können, aber wir machen sowas generell nicht. Da muss du wohl leider selber ran...

18.03.2012 19:11:43
Vivien

Ich finde das Buch so eigentlich ganz ok. Wir lesen das gerade in der Schule .. und ich versteh es nicht wirklich so gut , das ich eine Charaktersierung dazu schreiben kann. Deswegen brauch ich umbedingt hilfe , es ist wirklich dringend ... :s es tut mir auch leid , das ich es zu meiner Meinung schreibe. Aber es ist halt so , das ich finde , das dass Buch sehr schwer zuverstehen ist... und ich gerade auf Seite 200 angekommen bin..., aber zu den Hauptpersonen eine Charakterisierung schreiben muss.. - ich würde mich freuen , wenn sie mir vielleicht helfen würden. Wenn nicht , trotzdem Danke und sonst ist das Buch gar nicht so schlecht :-)

21.09.2007 18:33:21
Ricco

Als Erstes muss man sagen, das "Der Weg zurück" ein sehr gelungenes Buch ist und sich als gute Ergänzung zu "Im Westen Nichts Neues" lesen lässt.
Erich Maria Remarque beschreibt den Weg des Soldaten Ernst Birkholz und seiner Kameraden in das revolutionäre Deutschland. Nichts ist geblieben von dem Patriotismus und von der Vaterlandsliebe. Anstatt als Helden gefeiert zu werden, werden sie stattdessen als Mörder bezichtigt und von der Gesellschaft ausgestoßen. Selbst die Kameradschaft, die sich in den Kriegsjahren zusammen geschweißt hat, zerbricht nach und nach und jeder der Soldaten entwickelt sich auf seine Art und Weise zu einem seelichen Frack. Da Remarque diese Zeit miterlebt hat, gibt er die auf kommenden Probleme genau im Detail wieder und lässt den Leser an dem damligen Leben teilnehmen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Remarque auf eine bedrückende und fesselnde Art und Weise den Untergang einer falsch verstanden Generation schildert.