Die Teufelsbibel

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Ehrenwirth, 2007, Titel: 'Die Teufelsbibel', Originalausgabe

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Volker Faßnacht
Der Codex Gigas - Die Büchse der Pandora oder Heilmittel für die Einheit der katholische Kirche?

Buch-Rezension von Volker Faßnacht Sep 2007

Die Geschichte der Teufelsbibel

Die Teufelsbibel ist eines der größten Manuskripte des Mittelalters. Sie wurde vermutlich im ersten Teil des 13. Jahrhunderts im Benediktinerkloster Podlažice verfasst und verdankt ihren Namen einer berühmten Illustration des Teufels, welche neben dem gesamten Wissen der damaligen Zeit ebenfalls in dem Werk vorkommt. Das Ergebnis von Schriftanalytikern lässt den Schluss zu, dass ein Einzelner den Codex in relativ kurzer Zeit verfasst hat, da das Schriftbild zu einheitlich ist. Der Verfasser blieb jedoch unbekannt.

Nach der Legende hat ein Mönch das Buch geschrieben, als Strafe für die Nichtbeachtung der Disziplinarregeln des Klosters, und da er der Aufgabe nicht gewachsen war, verkaufte er seine Seele dem Teufel, der für ihn dann das Buch vervollständigte. Der Mönch fügte das Bild des Teufels ein, um so auf den wahren Autor hinzuweisen.
Über Sedlec, Břevnov und Praha gelangte die Teufelsbibel als Kriegsbeute des 30-Jährigen Kriegs nach Schweden, wo sie sich auch heute noch befindet.

Die Jagd nach der Teufelsbibel als Romanstoff

Richard Dübell's Roman Die Teufelsbibel befasst sich mit dem Mythos um die Legende der Teufelsbibel: Ein Buch, das das gesamte Wissen der damaligen Zeit beinhaltete, musste ein unheimlich mächtiges Instrument sein, so dass neben zahlreichen Glücksrittern, die sich Allmacht erhofften, auch die katholische Kirche im 16. Jahrhundert, in dem übrigens der vorliegende Roman handelt, versuchte, mit ihrer Hilfe die Einheit der abendländischen christlichen Kirche wiederherstellen zu können.

Die Bewacher des Codex Gigas wiederum waren der Auffassung, dass es Teufelswerk sei und, einmal geöffnet, analog zur "Büchse der Pandora" aus der griechischen Mythologie, alles Böse über die Welt brächte. Und so versuchten sie die Spuren der Existenz der Teufelsbibel in Vergessenheit geraten zu lassen, indem sie all jene tötete, die der Teufelsbibel zu nahe kamen.

Der junge Andrej, eine der Hauptfiguren des Romans, kommt der Teufelsbibel zu nahe. Seine Familie muss sterben und Andrej ist gezwungen zuzuschauen. Er selbst entkommt aber diesem Massaker und stellt etliche Jahre später immer wieder fest, dass das "Warum" ihn nicht loslässt. Und so beginnt eine aufregende Jagd nach dem Codex Gigas!

Eine spannende aber zugleich auch unheimlich anstrengende Geschichte

Der Autor lässt die verschiedenen Gruppierungen sehr lange einfach in losen Erzählsträngen nebeneinander her laufen. Teilweise verändert sich die Erzählperspektive innerhalb eines Kapitels, indem ein neuer Abschnitt plötzlich von einem der anderen Erzählstränge berichtet. Da ist es für die Leserschaft unheimlich schwierig, dem roten Faden folgen zu können. Volle Konzentration und möglichst Lesen ohne Unterbrechungen sind gefordert, um nicht ein ums andere Mal auch wieder 30 Seiten zurückgehen zu müssen, um der Geschichte wieder folgen zu können. Sicherlich gibt es deshalb viele Leserinnen und Leser, die vorzeitig aufgeben werden. Das ist wohlgemerkt aber eigentlich schade...

Erst ab etwa Seite 450 wird die Geschichte schlüssiger, weil Richard Dübell zunehmend immer mehr Handlungsstränge vereint und der geneigte Leser nach und nach die Konturen erkennen kann. Auch muss dem Roman zugute gehalten werden, dass es sich um einen historischen Thriller handelt, der selbstverständlich auch seine Geheimnisse nicht all zu früh preisgeben kann, um nicht völlig durchschaubar zu werden. Das gelingt dem Autor sehr gut.

Solide Ausstattung in der broschierten Taschenbuchausgabe

Neben der "Dramatis Personae", einem Verzeichnis der erfundenen Romanfiguren, gibt es in dem Buch auch noch das Verzeichnis der historischen Persönlichkeiten, ein Nachwort über die tatsächlich verbürgten Geschehnisse und dessen, was vom Autor einfach dazu erfunden wurde und einer Danksagung. Wünschenswert wäre sicherlich auch noch eine Karte der im Roman vorkommenden Orte gewesen, die jedoch fehlt.

Trotzdem ist der Roman Die Teufelsbibel insgesamt ein sehr rundes Werk. Abgerundet durch zwei kleine Romanzen, viel Spannung und der Erkenntnis, dass wer Böses verhindern will, "höllisch" aufpassen sollte, nicht selbst Böses zu tun.

Die Teufelsbibel

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Letzte Kommentare:
22.03.2020 11:59:45
Leseratte

Ich hab es bis Seite 272 geschafft, bevor ich einfach aufgegeben habe. Und so weit habe ich es auch nur geschafft, weil ich mich immer wieder dazu gezwungen habe, das Buch in die Hand zu nehmen, obwohl ich es eigentlich nicht mehr wollte. Lust am Lesen ist hier nie aufgekommen und es hat sich oft mehr nach Arbeit angefühlt, als nach einem Hobby, das man gerne macht. Kein schönes Erlebnis.

Es gibt zwar gute Ansätze, aber es gibt gefühlt keine Hauptcharaktere sondern nur Statisten, die einfach nur an einer lose zusammenhängenden Geschichte teilnehmen. Der Antagonist ist noch der einzige, der einen halbwegs roten Faden durch das Buch führt und dieser ist komplett und völlig überzeichnet. Er ist böse um des Bösen willen. Wenn sich am Ende rausstellen sollte, dass er der Teufel selbst ist und einfach nur sein Eigentum zurück will, würde es mich nicht wundern. Alle anderen Charaktere erwecken auch nicht den Wunsch, ihrer Geschichte zu folgen, mit ihnen zu sympathisieren. Sie haben keine Dimensionen, keine Farbe. Zudem bricht der Autor die Handlung jedes Mal ab, wenn Spannung aufkommt und widmet sich stattdessen einer völlig anderen Handlung.

Ich habe aus den anderen Bewertungen gelesen, dass ab Seite 450 alles endlich ineinander läuft und Spannung aufkommt, aber offen gesagt kann ich meine magere Freizeit besser investieren als in dieses Machwerk. Und dann gibt es noch 2 davon? Nein Danke.

12.02.2015 12:13:13
Schuberth

Von diesem Autor bin ich besseres gewohnt. Schade. Das Buch schleppt sich so richtig dahin. Die Personen werden unübersichtlich, die Handlungsstränge auch. Von echter Spannung keine Spur. Ich war guten Willens durchzuhalten und das Buch bis zum Ende zu lesen. Ich hab` es nicht geschafft und nach ca. der Mitte aufgegeben.

23.07.2012 11:30:00
Elisabeth Puntschart

Die Teufelsbibel war mein erstes Buch von Dübell und hat mich gleich von der ersten Seite weg in Bann gezogen. Ich hatte selten so etwas Spannendes gelesen! - Die unterschiedlichen Handlungsstränge, die hier von einigen Rezensenten kritisiert werden, haben mich keineswegs gestört, sondern die Spannung nur erhöht. Und auch die leichten und mittelleichten Anachronismen nehme ich gerne in Kauf, wenn die Geschichte dadurch unterhaltsam wird.

Absolut enttäuschend waren für mich jedoch die Schlusskapitel. Warum muss heutzutage jeder Roman in einem brutalen Show-Down enden? Da hat sich der Autor so viel Mühe gegeben, ein feingesponnenes Netz an Intrigen zu entwerfen, und dann geht alles unter in einer ziemlich einfältigen Kraftmeierei, die in Wirklichkeit viele Fragen unbeantwortet lässt...

Lediglich der Auftritt des Kaisers als Deus ex Machina war sehr gelungen. Aber ansonsten - eine tolle Geschichte, die eher einfallslos in Blut und Beuschel endet - SCHADE.

07.12.2009 17:27:06
happymartina

nach allen hochlobenden Kritiken, die ich vor Lektüre der Teufelsbibel gelesen habe, war ich doch recht enttäuscht über dieses Buch. Vielleicht bin ich aber einfach nur zu blöde um dem Schreibstil von Herrn Dübell folgen zu können. Es gibt Stellen die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Zum Beispiel wurde Andrej von keinem gesehen als er nach dem Massaker weglief, wie also kann einer der Mönche wissen, wer seine Mutter war??? Mir sind mehrere solcher Stellen aufgefallen, die sich auch mit mehrfachem nachlesen nicht aufgeklärt haben. Da ich nicht so schnell aufgbe, werde ich es nochmal mit einem anderen Buch von Herrn Dübell ausprobieren, aber an der Teufelsbibel habe ich nicht wirklich Gefallen gefunden, ich habe mich da eher durchgequält, und dafür muss ich sagen war mir dann doch wieder zu wenig geschichtlicher Hintergrund vorhanden - durch ein richtiges Fachbuch quäle ich mich sonst gerne durch...

29.11.2008 16:21:13
Keera

Die Teufelsbibel ist das größte mittelalterliche Manuskript der Welt. Es befindet sich tatsächlich heute in Stockholm und wurde im dreizehnten Jahrhundert geschrieben. Sein Inhalt ist das zu dem Zeitpunkt bekannte Wissen der Welt. Klar, dass ein solches Buch für die verschiedensten Menschen und Gruppierungen sowohl interessant, als auch gefährlich ist. Rund um dieses Buch ist die im 16. Jahrhundert spielende Geschichte von Dübell angesiedelt.

Nachdem die Teufelsbibel mehrere Jahrhunderte gut verwahrt und bewacht aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden war, gibt es nun Gruppen, die glauben, sie könnte ihnen zur Weltherrschaft verhelfen. Dann gibt es eine Gruppierung, die glaubt, die Menschheit sei nur dann sicher, wenn das Werk vernichtet wird und natürlich diejenigen, die glauben, alles sollte beim Alten bleiben und das Manuskript sollte weiter von den Mönchen, die als Hüter eingesetzt wurden, bewacht und aufbewahrt werden.

Mitten in diese Auseinandersetzungen geraten die beiden Liebespaare Andrej und Jarka und Cyprian und Agnes. Von unterschiedlichen Motiven getrieben, kommen sie der Teufelsbibel immer näher und sowohl ihre Liebe, als auch ihr Leben und ihre Integrität geraten mehr und mehr in Gefahr.

Der Roman ist flüssig und gut lesbar geschrieben, zum Teil spannend wie ein Krimi, zum Teil auch witzig und humorvoll. Wir erhalten Einblicke in das mittelalterliche Leben unterschiedlich reicher und armer Leute und lernen einige historische Persönlichkeiten kennen. Die Denkweise der Liebenden ist vielleicht manchmal etwas zu modern, aber dafür scheint mir an anderer Stelle die Denkweise des Mittelalters schaurig gut getroffen. Besonders eindrücklich fand ich eine Szene, in der ein Priester der Inquisition während einer Hinrichtung, einen mitleidigen Würdenträger, der die Macht zur Begnadigung gehabt hätte, manipuliert. Auch der sorglose Umgang mit menschlichem Leben wird gut widergespiegelt.

14.11.2008 12:54:18
olympia

Die Teufelsbibel wird von sieben in schwarz gekleideten Mönchen streng bewacht. Niemand darf in ihre Nähe kommen oder etwas darüber wissen. Sollte jemand Interesse zeigen, wird er ermordet.
Andrej muss als kleiner Junge miterleben, wie seine Eltern und noch andere Unschuldige in einer Priorei brutal getötet werden. Seine Mutter brachte in den letzten Atemzügen noch ein Kind zur Welt und der Prior befiehlt einem seiner Mönche es zu töten.
Jahre später und eher zufällig, wird Andrej wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Es beginnt eine richtige Jagd auf die Teufelsbibel und viele lassen dabei ihr Leben….

Richard Dübell hat mit diesem Buch nicht eine einfache, banale oder reißerische Geschichte geschrieben, sondern ein richtiges und gut recherchiertes Abenteuer geschaffen, in dem der Leser die Protagonisten auf eine spannende und temporeiche Jagd begleiten darf. Zu Beginn laufen mehrere Handlungsstränge parallel, was dem Leser die ganze Aufmerksamkeit abverlangt. Die Schauplätze wechseln mit den Figuren und ist man in einem Kapitel noch in Prag, befindet man sich schon im nächsten in Wien oder Spanien. Niemals aber erscheint dies konfus oder verwirrend, sondern erhöht dadurch nur die Spannung.
Der Autor hat einen sehr flüssigen Schreibstil, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Die Pointen sind aber nicht immer offensichtlich, da Dübell sehr fein und intelligent mit der Sprache umgeht und oft auch in scheinbaren Nebensätzen wichtige Ereignisse einbaut, die sich dem aufmerksamen Leser oft erst nach vielen Kapiteln erschließen. Nach und nach führen die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen zusammen, um sich schließlich im Finale zu vereinen.
Dübell hat all seine Figuren mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und kein noch so unwichtig erscheinender Darsteller wird nur oberflächlich beschrieben. Dübell überlässt es dem Leser, ob er manche Figuren sympathisch findet oder sich mit deren Handlungsweise identifizieren kann. Niemals sind die Figuren schwarz-weiß gezeichnet, sondern erlauben einen Einblick in die Gedankenwelt des einzelnen, mit allen guten und auch schlechten Seiten.

Fazit: ein ausgesprochen intelligent und gut recherchiertes Abenteuer, welches dem Leser viele kurzweilige Stunden beschert. Ein absolut empfehlenswertes Buch!

29.10.2008 18:10:34
jordis

"Die Teufelsbibel" ist ein Buch, das tatsächlich existiert und man bis heute in einem Museum bewundern kann. Angeblich enthält es das gesamte Wissen der (mittelalterlichen) Welt. Dazu gehört auch ein fast lebensgroßes Bild des Satans, was zu der Legende führte, dass dieser das Buch persönlich geschrieben hat (in einer Nacht, wohlgemerkt) und sich insofern darin entsprechend verewigte.

Das gleichnamige Buch von Richard Dübell befasst sich mit der Jagd einiger kirchlicher und weltlicher Größen nach eben diesem Buch - in der Hoffnung, dass dieses dem Besitzer sämtliche Macht schenken möge (frei nach dem Motto: Wissen ist Macht) bzw. aus den selben Gründen vernichtet werden soll.

Die Idee ist interessant, die literarische Ausführung hat mir einige Probleme bereitet.

Zum einen laufen in diesem Buch sehr viele, oft scheinbar unzusammenhängende Handlungstränge nebeneinander, so dass man als Leser zu keiner Figur ein richtiges Verhältnis aufbauen kann.

Dies führte auch dazu, dass, wann immer ich dieses Buch aus der Hand gelegt habe, Probleme hatte, mich zum Weiterlesen zu motivieren. Es gab nicht DAS SCHICKSAL, dessen Fortgang man gern weiterverfolgt hätte, sondern oft nur scheinbar zusammenhanglose Ereignisse, die erst sehr spät im Buch zusammengeführt werden.

Manche Dinge werden oft nur angedeutet, nicht richtig ausgeschrieben und bleiben dadurch oft im Dunkeln.

Zum anderen hatte ich als großer Fan von Mittelalter-Romanen wirklich Schwierigkeiten, die Handlung als mittelalterlich "glaubwürdig" zu verstehen. Der Humor der Figuren ist definitv neuzeitlicher Natur, ihre Probleme sind es oft auch. Insofern ist die Handlung zeitlich oft schwer zu verorten, obwohl sie im Mittelalter spielen soll und bleibt irgendwie schwamming.

Zum Schluss nimmt das Buch an Spannung auf, dennoch bleibt man wenig bewegt zurück, wenn man letztlich die Schlussseite umgeblättert hat.

13.10.2008 17:55:50
Slafhuot

Ein absolut empfehlenswertes Buch.... Dübell KANN WIRKLICH schreiben. Er peitscht den Leser gnadenlos durch seine Story, ist mal grausam und knallhart, im nächsten Moment voll Witz und Humor. Eines der wenigen Bücher, die mir vor Lachen die Tränen in die Augen treiben konnten, nur um mich unmittelbar darauf wieder vor Betroffenheit fast heulen zu lassen.
Sehr gut gefallen hat mir das Setting der Geschichte in Böhmen und Wien. Der Autor glänzt geradezu mit Insiderwissen über seine Schauplätze. Die Story selbst hat zwar Schwächen - anfangs fand ich es ein wenig schwierig, hineinzufinden, da scheinbar wahllos eine Menge Figuren vorgestellt werden und man nicht auf Anhieb alles zu einem Bild zusammenfügen kann. Aber die Geschichte kommt bald in Gang, und dann ist sie durchaus fesselnd und entwickelt sich gut. Ganz am Ende geht dem Ganzen wieder ein klein wenig die Luft aus, so wie es meiner Meinung nach auch im 'Jahrtausendkaiser' passiert ist. Aber alles in allem überwiegt hier jedenfalls der positive Eindruck ganz klar. Die Figuren sind gut gezeichnet, die Hauptfiguren sehr sympathisch. Aber auch in diesem Buch tut Dübell es wieder - er lässt eine der sympathietragenden Figuren einfach knallhart sterben. Und auch diesmal hat er mir beim Lesen damit wieder empörte Zwischenrufe entlockt, à la "Hör mal, spinnst du, he, das kannst du doch nicht machen!!!". Aber Dübell's wundervoller Schreibstil macht letztlich alles wieder gut. Vor allem seine Art, scheinbar banale Szenen zu so beschreiben, dass sie wie in Zeitlupe erscheinen und sich in all ihrer - meist unfreiwilligen - Komik vor dem inneren Auge des Lesers abspielen ist einfach genial. Highlight in diesem Buch waren ein Straßenköter und ein Betrunkener, die zufällig, aus unterschiedlichen Motiven, aber letztlich doch mit vereinten Kräften einen Gewürzstand zum Einsturz und dessen Besitzer an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen. Zum Brüllen. Und wie in der wirklichen Welt - das Grauen und das Lachen können manchmal ganz nahe beieinander liegen.
Insgesamt schafft es dieses Buch somit ziemlich nahe an das virtuelle 100-Grad-Buch (das ich leider noch nicht gefunden habe) heran.

08.09.2008 16:30:52
olympia

Dieses Buch hatte ich lange liegen bevor ich mich dann doch ans Lesen machte.
Ich wurde nicht enttäuscht!

Richard Dübell ist hier ein ausgesprochen kluger und gut recherchierter Roman gelungen.
Nicht gut, in dem Sinne wie man sich einen Roman im eigentlichen Sinne vorstellt, sondern bei der Teufelsbibel sind es ganz besondere Feinheiten die dieses schöne Buch ausmachen. Es ist nicht nur intelligent geschrieben, sondern Dübell hat es verstanden so ganz geschickt und nebenbei, so manch kleinen Fingerwink miteinzubauen, ohne dass der Leser dies bewußt wahrnimmt. Erst am Schluß, wenn man etwas über die ganze Geschichte nachdenkt, kommt so mancher "Aha-Effekt". Und um das alles abzurunden, baut er mit einer ungehörig spitzen Feder, noch so manch humorvollen Plot mit ein.

Ein spannendes und kurzweiliges Buch, welches mit bestem Gewissen weiter zu empfehlen ist!

06.08.2008 11:30:41
Wello

Also ich muß sagen der Autor hat sein Versprechen von „intelligente und atemlos spannende Unterhaltung“ besonders in der zweiten Hälfte des Buches gehalten. Die erste Hälfte zieht sich etwas dahin aber immer wen es droht langatmig zu werden komm wieder ein Aha-Erlebniss. Toll ist auch dieser herlich versteckte Humor der mir öfters ein hörbares Lachen entlockte und manchen komischen Blick meiner Nachbarn in der S-Bahn einbrachte.
Einfach ist es nicht und manche Sätze muß man zweimal Lesen um sie zu verstehen.
Im Zweiten Teil geht es nun richtig zur Sache, das Puzzle fügen sich langsam zusammen, die Spannung steigt und „Schnappatmung“ setzt ein. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse. Man sitzt völlig verschwitzt und mit abgebissenen Fingernägeln auf seinen Lesestuhl und hofft den zweite Teil bald in den Händen zu haben. Zart besaitete sollten dieses Buch bei Gewitter, Sturm, starken Regen und Kerzenlicht lieber nicht lesen.
Wunderbar sind auch die Nebenfiguren die alle sehr farbig und humorvoll beschrieben wurden. Den Oskar für die beste Nebenfigur hätte der Kutscher mit den Holzprotesen an Armen und Beinen verdient.
Habe hoffentlich nicht zu sehr übertrieben, aber für mich ist dieses Buch das beste was Richard Dübell bisher geschrieben hat.

26.06.2008 12:36:04
Richard

Natürlich ist es frech, hier ein Urteil abzugeben, wenn man derjenige ist, der das Buch geschrieben hat. Aber natürlich bin ich auch stolz darauf und halte es für gut gelungen, sonst hätte ich das Manuskript ja nie bei meinem Verlag eingereicht. Insofern möchte ich hier nur so viel sagen, dass ich überzeugt bin, mit DIE TEUFELSBIBEL nicht nur einen neuen Weg für mich selbst als Autor eingeschlagen zu haben, sondern dass ich damit auch Genre des historischen Romans um den Bereich Mystery erweitern konnte. Ich garantiere allen Leserinnen und Lesern eine intelligente und atemlos spannende Unterhaltung um das geheimnisvollste Buch des Mittelalters, in dem der Teufel selbst sein Wissen festgehalten haben soll - und dessen kalter Faszination man nur mit einem begegnen kann: der Macht der Liebe.

R. Dübell

29.01.2008 19:26:31
Cait

„Die Teufelsbibel“ ist der erste Roman, den ich von Richard Dübell gelesen habe und er hat definitiv Lust auf mehr von diesem Autor gemacht. Zu Beginn - und hin und wieder auch zwischendurch - hatte ich zwar leichte Schwierigkeiten mit dem recht niveauvollen Schreibstil, vor allem die langen verschachtelten Sätze ließen mich stolpern und mein Gehirn akrobatische Übungen veranstalten, wenn ich allzu müde war, aber die Geschichte war von der ersten Seite an derart packend, dass ich mich sehr gespannt ins Geschehen warf.

Die Handlung besteht aus mehreren Handlungssträngen, die sich zügig abwechseln. Gerade während des ersten Drittels, als alle Figuren eingeführt wurden, war das gelegentlich doch etwas verwirrend, der Spannung tat es aber keinen Abbruch. Sobald man die Charaktere kennen gelernt hat, ist es einfacher der Handlung zu folgen und man beginnt zu spekulieren, wohin die einzelnen Handlungsstränge führen mögen. Gespannt wartete ich darauf, wie sie sich zusammenfügen würden und wurde nicht enttäuscht. Bevor es jedoch zum großen Finale kam – und was das für ein Show Down war, Respekt! -, wurde ich vom Autor oft gekonnt und überzeugend auf falsche Fährten gelockt, von überraschenden Wendungen perplex zurück gelassen, um rasant ins nächste „Abenteuer“ geschubst zu werden und von tragischen Ereignissen eiskalt erwischt. Richard Dübell baut eine ungemein dichte, nahezu greifbare Atmosphäre in seinem Roman auf, die es mir unmöglich machte, mich dem Bann der Teufelsbibel zu entziehen. Oftmals ist die Stimmung düster und bedrohlich, aber Dank perfekt eingebauten Humors, urkomischer Dialoge und zerbrechlicher Romantik, versinkt man nicht in dieser Düsternis, sondern darf immer mal Hoffnung schöpfen und Licht am Horizont erblicken. Der Autor hat ein unglaubliches Gespür für Dialoge. Sie wirken nie konstruiert, sondern strahlen eine unglaubliche Lebendigkeit aus. Sie wirken wie aus dem Leben gegriffen, so als würden die Figuren einfach reden und der Autor habe es aufgeschrieben, und nicht als hätte der Autor seinen Charakteren die Worte in den Mund gelegt. Ja, ich liebe die Dialoge Richard Dübells!

Aber nicht nur die großartigen Dialoge haben mich fasziniert und beeindruckt. Die Figuren - egal wie groß die zu spielende Rolle auch ist, egal ob gut, böse oder unentschlossen, egal ob arm oder reich, egal ob männlich oder weiblich, egal ob Mensch oder Tier- suchen ihres gleichen. Richard Dübell schafft Charaktere, die so lebendig sind, dass man sie hören, sehen, riechen und fühlen kann. Keine Figur war unter ihnen, die mich in der Ausarbeitung enttäuscht oder an der mir etwas gefehlt hat. Sie sind perfekt bis in jede Kleinigkeit ausgearbeitet, sind vielschichtig, glaubwürdig, und voller Vitalität. Selten habe ich solch großartige Figuren angetroffen. Hier ist sogar der fieseste Fiesling faszinierend, der betrügerischste Bettler auf seine Art sympathisch und selbst die Tiere strahlen eine Seele aus. Ich bin restlos begeistert, denn sogar das Lachen der Figuren ist ansteckend… Wunderbar!

Die Ausstattung der gebundenen Ausgabe gefällt mir sehr gut, auch wenn ich ein Lesebändchen und vielleicht eine Karte (ich bin ein Kartenfetischist) vermisst habe. Dafür ist das Personenverzeichnis erfrischend anders und macht neugierig, anstatt zu viel zu verraten und das Nachwort ist sehr ausführlich und amüsant geschrieben, sogar bei der Danksagung hatte ich immer noch ein Grinsen im Gesicht.

Keine Frage, „Die Teufelsbibel“ hat mich davon überzeugt, dass mir lange Zeit ein äußerst interessanter Autor „unterschlagen“ wurde und ich bin mir sicher, dass ich bald wieder zu einem Roman von Richard Dübell greifen werde. „Die Teufelsbibel“ hat mir sehr kurzweilige, spannende und bewegende Stunden beschert. Gerade das letzte Drittel habe ich in einem Rutsch verschlungen und hätte zum Schluss gerne noch weiter gelesen, auch wenn die Geschichte nahezu perfekt zu Ende erzählt war. Nur ein paar winzige Kleinigkeiten blieben in meinen Augen offen, aber wer weiß, vielleicht sollte es auch so sein, oder die Teufelsbibel hatte ihre Finger im Spiel…

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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