Schwestern der Freiheit
- Piper
- Erschienen: August 2025
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Zusammenhalt unter extremen Lebensbedingungen.
Singapur 1942: Japanische Soldaten marschieren in Singapur ein. Jeder, der kann, versucht vor dieser Invasion zu fliehen. Leider gelingt es nicht jedem. Viele Menschen werden in japanische Kriegsgefangenenlager interniert. Hoffend auf baldige Befreiung, versuchen sie, das Beste aus ihrer Situation zu machen….
„Tröstungen haben wir bitter nötig“
Die Neuseeländische Schriftstellerin Heather Morris berichtet in ihrem Roman „Schwestern der Freiheit“ über Frauen und Kinder in japanischen Kriegsgefangenenlagern während des Pazifikkrieges.
Im Mittelpunkt stehen Norah, Ena, June und 65 australische Militärkrankenschwestern, die auf dem Handelsschiff „HMS Vyner Brooke“ nach Australien fliehen wollen. Doch es kommt anders. Nach mehreren japanischen Angriffen auf das Schiff geht es unter.
Ausführlich schildert die Autorin den Kampf der Menschen ums Überleben und deren Internierung in dem berühmt – berüchtigten Gefangenenlager „Muntok“ auf der Insel Bangka /Indonesien. Hier beginnt die eigentliche Handlung des Romans. Auf wahre Begebenheiten basiernd, vermittelt die Schriftstellerin das Leben der Frauen und Kinder in dem Lager eindrucksvoll. Sehr gut recherchiert, versteht sie es, sowohl die unerträglichen Lebensbedingungen als auch die äußerst prekäre Versorgungslage der Inhaftierten darzustellen.
Zu all dem Leid kommen zusätzlich skrupellose, extrem brutale Behandlungen, die sie durch die japanischen Soldaten erfahren müssen. Trotz allem lassen sie sich nicht entmutigen. Mit gemeinsamen Zusammenkünften und uneingeschränktem Zusammenhalt versuchen sie, ihr Leben ein wenig erträglicher zu machen. Während Norah, eine ausgebildete Musikerin, einen Chor zusammenstellt, der Allen in ihrem Leid Mut und Kraft gibt, kümmern sich die Krankenschwestern im Rahmen ihrer Möglichkeiten um die medizinische Versorgung verletzter und geschwächter Menschen. Allerdings kann dies nicht verhindern, dass die Gefangenen mit zunehmender Dauer ihrer Internierung zusehends physisch und psychisch kraftloser werden. Doch in letzter Minute wendet sich das Blatt. Hoffnung und Freude breiten sich unerwartet und überraschend in dem Lager aus.
Heather Morris versteht es, in die Handlung einen warmherzigen, mitfühlenden Ton zu legen, der die Heftigkeit des Romans mildert, ohne an Gehalt zu verlieren. Ihre hohe Achtung vor ihren Protagonistinnen spiegelt sich sowohl in ihrem Schreibstil, als auch in ihrem Nachwort. Mit einem 40-seitigen, zum Teil bebilderter Epilog über den weiteren Lebensweg der Hauptfiguren bildet die Autorin einen würdevollen und berührenden Abschluss des Romans.
Heather Morris wurde in Te Awamutu /Neuseeland geboren. Bereits im Kindesalter entdeckte sie das Schreiben für sich. Nach einem Studium im Bereich der Sozialwissenschaften arbeitete sie mehrere Jahre in einer Abteilung für Soziales in einem Krankenhaus in Australien, bis sie sich entschied, ihrer Passion, dem Schreiben, hauptberuflich nachzugehen. Inzwischen gehört sie zu den internationalen Bestseller- AutorInnen. Heather Morris lebt heute mit ihrem Ehemann in Melbourne.
Fazit
Heather Morris ist mit „Schwestern der Freiheit“ ein bewegender und ergreifender historischer Roman über Mut, Vertrauen und Zuversicht zwischen Frauen und Kindern in japanischen Gefangenenlagern gelungen. Mit einer unverblümten und nichts beschönigenden Erzählweise ermöglicht die Autorin den Leserinnen und Lesern einen erstaunlichen Einblick in ein dunkles Kapitel der japanischen Geschichte während des Zweiten Weltkriegs.

Heather Morris, Piper

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