Die sieben Monde des Jakobus

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • , 2004, Titel: 'Die sieben Monde des Jakobus', Originalausgabe

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Annalena Brix
Pilgern zwischen Glaubenskrieg und Inka-Reich

Buch-Rezension von Annalena Brix Jun 2006

Wie schon in "Die Straße der Sterne" erzählt Brigitte Riebe auch in "Die sieben Monde des Jakobus" die Geschichte von fünf Menschen, deren Geschichten sich berühren. Das Ziel der Pilger ist abermals Santiago de Compostela. Nur liegen 300 Jahre zwischen den Charakteren beider Bücher. Die Verbindung sind zwei Ringe, die am Ende des ersten Buches eine große Liebe besiegeln und nun an den Fingern zweier Menschen prangen, die keine Ahnung voneinander haben, bis sie sich zufällig begegnen...

Calvinisten, Katholiken und Waldenser

Mitte des 16. Jahrhunderts befindet sich die Kirche in Aufruhr. Seit dem Anschlag von Luthers Thesen bricht eine Revolution aus, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Weitere Reformatoren erheben sich, einer von ihnen ist Calvin. Mancherorts sind Katholiken plötzlich dazu gezwungen ihre Religion heimlich auszuleben, so auch die Witwe Clara Weingarten und ihr Sohn Jakob. Nach dem Tod ihres Mannes sucht Clara Zuflucht bei seiner Familie im calvinistischen Genf. Ein Versteckspiel beginnt, welches schließlich in einer Flucht endet. 

Brigitte Riebe siedelt ihre Geschichte zur Zeit des Glaubenskrieges an und erzählt sensibel von Angst und Schmerz einzelner Menschen. Unterdrückung und Verfolgung sind unter den verschiedenen Religionen an der Tagesordnung. Am Rande baut die Autorin auch die häretische Bewegung der Waldenser, sowie die Inquisition in ihren Roman ein und bietet damit ein vielschichtiges Bild der damaligen Begebenheiten. Am Schicksal von Clara und Jakob wird auch die neu gewonnene Bedeutung der Wallfahrt nach Santiago de Compostela dargestellt. Santiagos Grab war vielen Zuflucht, Hoffnung oder gar Heimat und Neubeginn.

Klare Strukturen und harmonische Übergänge

Der Roman ist klar strukturiert (es gibt sogar ein Inhaltsverzeichnis). Die verschiedenen Handlungsstränge laufen anfangs parallel, aber unabhängig voneinander und werden mehr und mehr zueinander geführt. Der Autorin gelingt es, die Figurengeschichten behutsam und harmonisch zu verknüpfen. Durch die klare Struktur bleibt das Buch dennoch übersichtlich, was anfangs nicht unbedingt zu erwarten ist. Wenn die Figuren nacheinander vorgestellt werden, wirkt die Geschichte kurzzeitig überfrachtet, was dann schnell durch die klare Struktur und stimmige Erzählweise aufgefangen wird.

Scharfrichter und halber Inka

Clara und Jakob begegnen auf ihrer Reise zum Grab des Heiligen zwei Männern, Bruno und Luis. Beide hadern mit ihrer Vergangenheit und befinden sich auf der ständigen Suche nach Ruhe. Stigmatisiert sind sie jeweils durch ihre Väter.

Bruno entstammt einer Scharfrichterfamilie und trägt schwer an der Unehrenhaftigkeit, die im Mittelalter diesem Berufsstand anhaftet. Um für sich selbst einen anderen Weg zu finden, zieht er durch die Lande und unternimmt ebenfalls die Pilgerreise nach Santiago. Auf seinem Weg begegnet er Camille, die ihm aus ungeliebten Erinnerungen wohlbekannt ist. 

Luis kam einst mit seinem Vater, den er genauso leidenschaftlich liebt wie hasst, nach Spanien. Er ist das Kind einer Inka und eines Kriegers, der zu den Truppen der Eroberer des Inka-Reiches gehörte. Nachdem er seine Inka-Vergangenheit hinter sich gelassen hat, ist er bemüht sich ein Leben in Spanien aufzubauen, doch sein Erbe holt ihn immer wieder ein, bis ihm seine Zukunft begegnet.

Viele Geschichten vereint zu einem Ganzen

Brigitte Riebe liefert mit ";Die sieben Monde des Jakobus" einen charmanten Roman, der viele historische Aspekte geschickt verbindet. Ein abwechslungsreiches Buch, dessen Geschichte sich erfreulicherweise nicht dem häufigen 0-8-15-Aufbau unterordnet. Die Autorin weiß den Leser mit vielfältigen Themen und liebevoller Darstellung zu bezaubern.

Die sieben Monde des Jakobus

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Letzte Kommentare:
05.06.2008 09:41:32
Molly

Für mich eine Perle unter den historischen Romanen, weil so behutsam und erfrischend zugleich das Schickal von Außenseitern der frühneuzeitlichen Gesellschaft erzählt wird. Längst endet die Welt nicht mehr am "finis terrae", sondern ein neuer Kontinent ist entdeckt - und erobert worden. Folgerichtig, dass auch ein Schicksal dieser grausamen Inbesitzname erzählt wird, der den Reigen der anderen Stimmen auf wunderbare Weise ergänzt. Hab mich total verliebt in die Passagen des "Condors", dessen Träume bunt und klar sind - beinahe wie Fliegen.
Einfach nur toll - für mich 97 Punkte!

10.05.2008 08:34:21
Heidemarie

Hab ich mit großer Freude und Spannung gelesen, weil dieser Roman mal so erfrischend anders erzählt ist als so viele seiner Zunft. Emndlich mal keine "super-woman", die alles schafft und alles kann, aber denndoch ständig vergewaltigt wird, sondern echte Charaktere, Menschen so lebendig wie du und ich. Ihren Nöten, Kümmernisen und Freuden mochte ich gerne folgen, und dass ich quasi "nebenbei" noch eine ganze Menge über das zerrissene 16. Jahrhunderte der Glaubensspaltungen (und vieler Irrungen) erfahren habe, hat für mich die Sache erst richtig rund gemacht.
Von mir gibt es 93 Punkte.

09.04.2008 14:26:38
Tom

Kitschfrei. Anrührend. Magisch. Wunderschön. Informativ. Nachdenklich machend. Beeindruckend. Flüssig. Inspirierend. Aufrüttelnd. Besänftigend. In die Träume wiegend. Zum Fliegen verführend ...

Das alles und noch viel mehr hat für mich dieses Buch bedeutet.
MEHR davon - und ich werde garantiert süchtigt.
Das sagt euch allen
TOM

20.11.2007 15:10:56
Meisi

Spitzenroman über fünf Außenseiter der spätmittelalterlichen Gesellschaft, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Santiago de Compostella aufmachen - und unterwegs lernen, dass man seinem Schicksal nicht entkommen kann. Beosnders mochte ich den "Condor", dessen bravurös erzählte Geschichte das Schicksal eines ganzen Kontinents widerspiegelt.
Und zum Niederkieen die Szenen, wo Bruno dem Jungen Jakob das Umgehen mit Feuer und Wasser lehrt.
Für mich ein echtes Meisterstück!

01.10.2007 15:45:26
Carsten

Super-Roman, den ich in einem Zug verschlungen und genossen habe! Hat Spaß gemacht, die Pilger auf ihrem langen Weg zu begleiten und dabei so viel Berührendes über ihre Schicksale zu erfahren. Schön auch, dass es bei aller Spannung und Dramatik auch ein paar ausgesprochen komische Momente gab.
Für mich ein großes Lesevergnügen!

02.09.2007 12:46:20
Evi

War mir ein großes Vergnügen, Clara und ihren Sohn auf dem langen und beschwerlichen Weg nach Santiago zu begleiten. Toll, dass endlich mal Außenseiter der damaligen Gesellschaft zu Wort kommen und ihre Schicksale sensibel und sehr spannend erzählt werden. Besonders mochte ich "Die Träume des Condors", die mich in ganz andere Welten geführt haben.
War richtig traurig, als der Roman fertig gelesen war!

12.07.2007 09:04:51
Helga

Die beiden Romane "Straße der Sterne" und "Die sieben Monde des Jakobus" gehören für mich zusammen wie ein Geschwisterpaar. Hat der erste mir schon wunderbar gefallen, so ging mir dieser zweite hier sogar noch eine Spur tiefer, weil die Autorin hier Menschenschicksale schildert, die alel am Rand der Gesellschaft stehen. Wie sie daraus eine wunderschöne, manchmal fast schwebende Handlung zaubert, das muss ihr erst einmal jemand nachmachen.
Hat mich sehr berührt!

18.06.2007 12:16:56
Lisbeth

Toller Roman voller Wärme und Tiefe. Hat Spaß gemacht, die Schicksale dieser interessant gezeichneten Außenseiter kennen zu lernen und mit ihnen den sagenhaften "Sternenweg" zum Grab des Apostels zu pilgern.
Traumhaft schön die "Condor"-Passagen, die mich in ein anderes Reich entführt haben.

Unbedingt selber lesen!

30.05.2007 10:37:46
Ingola

Superspannend und super-informativ!
Ein atemberaubende Pilgerreise im 16. Jahrhundert, die in Genf beginnt, und den "Königsweg" über Frankreich nach Santiago nimmt. Fünf Außenseiter tun sich zusammen, um vieles über sich und das Leben zu lernen, um am Ende zu spüren, dass man das Ziel erst erreicht hat, wenn man sich selber annimmt.
Kino der ganz großen Gefühle!

16.05.2007 12:41:31
Anke

Der Roman ist sehr schön und flüssig geschrieben. Die Figuren sind echt und ausgefeilt, die Orte detailliert geschildert. Wunderbar und mitreißend die Szenen sind für mich über den Condor und seine Träume! Alles zusammen zauberhaft schön, mitreißend und klug - ein einziger Sog!
Kann ich allen Leserinnen und Lesern nur wärmstens empfehlen.

13.03.2007 09:44:59
Alexandra Durscht

Ein geniale Fortsetzung von "Straße der Sterne" - und doch wieder ganz anders: 300 Jahre später endet die Welt nicht mehr in "Finis terrae" - und Religionskriege erschüttern Europa. Die junge mittellose Witwe Clara muss mit ihrem Sohn Jakobs aus Genf fliegen, weil sie als Katholiken in das Visier des protestantischen Gottesstaates gekommen sind. Mit sich trägt sich das Vermächtnis von Pilars Mutter, seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Sie hofft, am Ende des Weges nicht nur das Gab des Apostels zu erreichen, sondern auch eine Spur der weit verzweigten Familie ihres Mannes zu finden -
für mich eine mehr als gelungene Fortsetzung!