Die Prinzen von Irland

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  • Erschienen: Januar 2005
  • , 2004, Titel: 'Dublin', Originalausgabe
Die Prinzen von Irland
Die Prinzen von Irland
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Bettina Weiß
97

Histo-Couch Rezension von Bettina Weiß Aug 2007

Spannendes und facettenreiches Epos über die Geschichte Dublins und Irlands

Der erste Teil der großen Dublin-Saga schildert die Geschichte Dublins von den Kelten über die beginnende Christianisierung bis zu König Heinrich VIII. Der Leser begleitet eine Hand voll fiktiver Familien vom 5. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert. Die Geschichte beginnt im 5. Jahrhundert als Dubh Linn kaum mehr als eine Furt im Marschland ist. Dort herrscht Fergus, Clanhäuptling der Ul Fergussa, über sein Land und seine Familie. Verwurzelt in der keltischen Tradition muss er miterleben, wie die Druiden von seiner Tochter Deirdre und seinem Schwiegersohn ein unmenschliches Opfer verlangen.

Patrick als Brecher der Macht der Druiden

Kurz vor Ende seines langen Lebens erlebt Fergus den Bruch der Macht der Druiden durch Patrick, einen ehemaligen Sklaven. Der gerissene und charismatische Prediger findet durch Deirdres Sohn auch Eingang in die Familie des Fergus und führt sie zum Christentum. Auch während der Invasion der Wikinger im Jahre 841 spielen die Nachfahren des Fergus eine wichtige Rolle in der nunmehr bedeutenden Hafenstadt Dublin. Über die Schlacht von Clontarf gegen die Wikinger im Jahr 1014 und die immer wieder gefährdete Unabhängigkeit von Irland bis hin zu den Tudorkönigen, die die Bedeutung der Stadt an der Liffey-Mündung schnell erkannt haben, führt die Geschichte zu Heinrich VIII und seiner Anerkennung durch das irische Parlament. Inmitten all dieser Geschehnisse spielen die Ul Furgussa und ein paar andere Familien immer wieder eine bedeutende Rolle und lenken die Geschicke Dublins und Irlands.

Geschichtsepos und Familiensaga

Rutherfurd ist ein äußerst spannender und informativer Roman gelungen, der vom Prolog an in seinen Bann zu ziehen vermag. Der Roman umfasst eine Zeitspanne von elf Jahrhunderten, sodass Zeitsprünge nicht ausbleiben können. Es entsteht dadurch jedoch kein Bruch in der Erzählweise, da durch die immer wiederkehrenden Familien der Zusammenhang erhalten bleibt. So werden in der Familie des alten Fergus die roten Haare und grünen Augen seiner Tochter immer weiter vererbt und auch ein altes Trinkgefäß findet sich in den Familien immer wieder als kleines verbindendes Detail. Diese Kleinigkeiten machen Freude und schaffen auch über den langen Zeitablauf hin ein verbindendes Element.

Der Spannungsbogen, der im Prolog mit einer einfühlsamen Naturbeschreibung über die Entstehung der Insel beginnt, wird bis zum Ende des Romans ohne Bruch durch die immer neuen und überraschenden Wendungen der Geschichte aufrecht erhalten. Dadurch ist eine fesselnde Geschichte entstanden, die trotz der über 850 Seiten an keiner Stelle Längen hat.

Die Charaktere der einzelnen Personen sind spannend und facettenreich geschildert. Sie bleiben nicht oberflächlich, sondern gewinnen an Tiefe durch die Verknüpfung über die Jahrhunderte. Trotz der teilweise nur kurzen Lebensabschnitte der handelnden Personen werden diese durch die Erzählkunst von Rutherfurd lebendig und vermögen zu fesseln. Kleine Familieneigenheiten werden liebevoll gezeichnet und schaffen auch über die Zeitsprünge hinweg eine Verbindung der unterschiedlichen Ereignisse.

Geschichte, die fesselt und Wissen liefert

Die Schreibweise des Romans ist sehr flüssig und die Sprache leicht verständlich, so dass die geschichtlichen Details wie nebenbei vermittelt werden. Rutherfurd hat ausführliche Recherchen betrieben und Historiker sein Manuskript überprüfen lassen. Im Nachwort wird erläutert, welche Ereignisse historisch belegt und welche fiktiv sind. Der Roman gewinnt dadurch sehr ans Substanz und Hintergrundwissen. Darüber hinaus ist er wunderbar zu lesen und ein spannender Schmöker.

Am Ende des Romans bleiben keine Fragen offen, denn Rutherfurd gelingt es, die Geschichte und die historischen Fakten wunderbar zu verbinden und die Historie dabei spannungsreich zu erklären.

Das Buch ist auch als Taschenbuch ausgestattet mit Kartenmaterial zu Dublin und Irland sowie einem Stammbaum der wichtigen Familien. Dies hilft die Verbindungen auch zwischen den Familien zu verstehen und ist eine schöne Ergänzung.

Die Prinzen von Irland

Edward Rutherfurd, -

Die Prinzen von Irland

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