Der Mord in der Rose Street

  • Droemer-Knaur
  • Erschienen: Mai 2022
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Karin Speck
79

Histo-Couch Rezension vonJul 2022

Ein weiterer Fall für Leo Stanhope

Nachdem Leo Stanhope sich von seinem Ausflug als Detektiv erholt hat, hat er auf ein ruhiges und unauffälliges Leben gehofft. Ein Jahr ist seit den dramatischen Ereignissen vergangen, als wieder die Polizei vor seiner Tür steht. Eine Frau wurde tot aufgefunden und sie hatte die Adresse von Leo dabei. Er wird mit zum Tatort genommen und soll sich erklären. Die Tote gehörte einer Gruppe Anarchisten an. Was verschweigt der junge Mann? Welche Verbindung besteht zu der Toten? Fragen, die Leo klären muss.

Arbeiterkampf in London

Mit „Der Mord in der Rose Street“ liegt der zweite Teil um das ungewöhnliche Leben von Leo Stanhope aus London vor. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß nun natürlich um das Geheimnis des jungen Mannes Bescheid. Auch wenn eigentlich der Krimi im Fokus stehen sollte, wird doch mehr das Leben von Leo geschildert und seine damit einhergehenden Gefühle. Zudem stellt sich die Frage, kann man die Bücher einzeln lesen. Eigentlich schon, da der Kriminalfall in sich abgeschlossen ist. Auch sind einige ausreichende Rückblenden vorhanden, sodass man als Leser einen Eindruck davon bekommt, was in Band 1 vorgefallen ist.

In seinem zweiten Fall gerät Leo mitten hinein in den Arbeiterkampf. Er muss sich selbst dabei auch die Frage stellen, auf welcher Seite stehe ich. Der Tod der Frau wird dabei schnell zu Nebensache. Hinzu kommt, dass Leo auf einen Mann namens John Thackery trifft. Die zwei kennen sich aus einer anderen Zeit und aus einem anderen Leben. John ist der Sohn eines adligen Fabrikbesitzers und will nicht erkannt werden und Leo hat ein Geheimnis, welches ihn ins Gefängnis oder sogar ins Irrenhaus bringen könnte. Beide versuchen den jeweils anderen merken zu lassen, dass sie um die Geheimnisse wissen. Nur bleibt für Leo die Frage, was hat John mit der Toten zu schaffen oder ist er vielleicht sogar schuld an ihrem Tod? Diese Fragen lassen ihm einfach keine Ruhe. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, dabei bringen ihn  seine Fragen selbst in Gefahr.

Nachvollziehbare Entwicklungen

Alex Reeve hat es durchaus verstanden, die Figur des Leo Stanhope weiterzuentwickeln. Seine Schilderungen darüber, wie das Leben des jungen Mannes im 19. Jahrhundert ausgesehen haben könnte, sind glaubwürdig. Die Schwierigkeiten, die er im Leben hatte, wirken nachvollziehbar und doch kann dieser zweite Band nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten. Vielleicht liegt es mit daran, dass man als Leser nun das Geheimnis von Leo kennt, aber vielleicht auch, weil es schon fast zu viele Beschreibungen nur um Leo sind, die den Eindruck vermitteln sollen, wie seine Gefühlswelt ausgesehen haben könnte. Die Suche nach dem Täter gerät dabei schon mal in den Hintergrund.

Wobei die Mischung aus Krimi und Leben im London des Jahres 1881 durchaus gelungen ist. Die Beschreibungen des Arbeiterkampfs und die Welt der Reichen werden anschaulich geschildert. Die Kluft zwischen Arm und Reich scheint greifbar zu sein.

Fazit

Trotz kleiner Schwächen kann Leo Stanhope als Ermittler auch in seinem zweiten Fall punkten. Der Autor hätte vielleicht die eine oder andere Ortsbeschreibung etwas ausführlicher ausfallen lassen können und nicht zu viel Zeit auf das Seelenleben von Leo verwenden können, aber trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist diese Fortsetzung unterhaltsam zu lesen.

Der Mord in der Rose Street

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