Die Kinder des Papstes

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • List, 2005, Titel: 'The Borgia bride', Originalausgabe

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Eva Schuster
Liebe und Intrige in der Renaissance

Buch-Rezension von Eva Schuster Jul 2007

Neapel im ausgehenden 15. Jahrhundert: Die zwölfjährige Sancha von Aragon führt kein leichtes Leben als Enkelin des Königs Ferrante. Sie ist zerrissen zwischen der Liebe zu ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder auf der einen Seite und der Ablehnung gegenüber ihrem Vater auf der anderen. Mit sechzehn Jahren wird sie gegen ihren Willen mit Jofre de Borgia, Sprössling der einflussreichen Borgia-Familie und Sohn des Papstes Alexander VI., gezwungen.

Sancha sieht nicht nur einem erst zwölfjährigen Ehemann entgegen, sondern auch der Fremdheit des lasterhaften Roms. Das unglückliche Mädchen muss sich gegen die lüsternen Übergriffe des Papstes und seinem Sohn Juan wehren. Zuversicht schöpft sie aber aus ihrer Liebe zum dritten Borgia-Spross Cesare, der sie mit seinem attraktiven Aussehen und seinem Charisma in den Bann zieht. Auch mit dessen Schwester Lucrezia freundet sie sich an. Noch ahnt Sancha nicht, dass sie in die grausamen Machenschaften der Borgia-Familie verstrickt wird ...

Die Borgias und ihre Zeit

Um die mächtige und geheimnisvolle Borgia-Familie ranken sich unzählige Anekdoten und Spekulationen. Papst Alexander VI. ist vor allem für seine Affären populär. Immer wieder werden gerne die Geschichten über inzestuöse Beziehungen zwischen Lucrezia und ihrem Vater sowie Lucrezia und ihrem Bruder Cesare aufgegriffen, auch als mörderische Giftmischerin ist die schöne Borgia-Tochter in die Geschichte eingegangen. Angenehmerweise gelingt es Jeanne Kalogridis, sich in ihrem Roman nicht auf diese Punkte dieser berüchtigten Familie zu beschränken - stattdessen erscheinen die einzelnen Borgia-Familienmitglieder durchaus als facettenreich. Vor allem Lucrezia Borgia wird hier längst nicht ausschließlich negativ porträtiert und ist in diesem Roman weitaus mehr als bloß die schöne und skrupellose Verführerin; ja es gibt viele Momente, in denen sie sogar als eher schwache Person dargestellt wird und phasenweise ist sie Sancha eine echter Halt.

Spannendes Spektakel

Gemeinsam mit der Ich-Erzählerin Sancha wird der Leser in die sowohl farbenprächtige als auch grausame Welt der Oberschicht der italienischen Renaissance eingeführt. Für Spannung ist gesorgt, denn Sanchas Leben wird zum Spielball innerhalb dieser Intrigen. Immer wieder darf spekuliert und gerätselt werden, ob sie ihrem Umfeld Vertrauen schenken darf oder in eine bösartige Falle tappt. Natürlich geschehen auch zahlreiche Morde, Grausamkeiten werden auch gerne detailliert geschildert und auch sympathische Charaktere müssen mitunter ihr Leben lassen. Auch Vorkenntnisse über die Zeit der Renaissance sind nicht notwendig. Die Autorin liefert ein reizvolles Porträt jener Epoche ab und auch weitere historische Gestalten, die die Renaissance prägten, haben ihre verdienten Auftritte, darunter beispielsweise der große Künstler Leonardo da Vinci und der charismatische Philosoph Macchiavelli. Sowohl die politischen Verstrickungen jener Zeit als auch das Alltagsleben finden ihren wohlverdienten Platz in der Handlung. Der Roman weckt sicherlich bei dem einen oder anderen Leser die Lust darauf, sich näher mit der Renaissance im Allgemeinen und der Borgia-Familie im Speziellen zu befassen. Das Schicksal der erst sechzehnjährigen Sancha von Aragon eignet sich hervorragend zum Mitfiebern: Sie wird ihrer Heimat entrissen, bekommt ein Kind als Ehemann, muss ihre Verlobung lösen und auch ihre neue Liebe zum geheimnisvollen Cesare steht unter keinem guten Stern. Schnell steht sie dem Leser nah und man wünscht ihr, dass sie möglichst heil aus diesem Sündenpfuhl herauskommt.

Ein paar Schwächen trüben den Gesamteindruck

Wer sich ausgiebig mit den Borgias auseinander gesetzt hat., der wird sicherlich ein paar Probleme mit den Freiheiten haben, die sich die Autorin gegönnt hat. Viele der Ereignisse sind nicht historischen belegt und Jeanne Kalogridis nutzt dies sichtlich, um ihrem Werk zusätzliche Würze zu verleihen. Sie weicht zwar bei den Darstellungen von Lucrezia und teilweise auch bei Cesare von den allzu klischeehaften Vorstellungen ab - doch sie verzichtet dennoch nicht darauf, die unter Historikern umstrittenen inzestuösen Verhältnisse ausgiebig zu thematisieren. Es ist unterm Strich ein Roman, der vor allem unterhalten will und sicher nicht zu den anspruchsvollsten Werken gehört, die die Renaissance beleuchten. Zudem braucht das Buch einige Seiten, um richtig in Gang zu kommen. Der Anfang ist ein bisschen zu ausführlich gehalten und verliert sich teilweise in zu detaillierten Beschreibungen der Umgebung und der Verwandtschaftsbeziehungen.

Als Fazit bleibt ein solider Roman über die Renaissance und die Borgia-Familie, der vor allem durch die facettenreiche Darstellung der Charaktere und die dramatische Handlung überzeugt. Dank einiger kleinerer Schwächen ist es kein herausragender Historienroman und bleibt insgesamt zu oberflächlich, eignet sich aber gut als unterhaltsame Lektüre.

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