Arnulf. Der Herr der Elbe

  • Acabus
  • Erschienen: Februar 2022
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Monika Wenger
84

Histo-Couch Rezension von Monika Wenger Apr 2022

Wehren an allen Ecken und Enden

Arnulf, sax hamar, hat sich nach seiner Lossagung von König Karl dem Grossen nördlich der Elbe niedergelassen. Hier hat er für seine Familie und seine Getreuen die Burg Delbende zur Festung ausgebaut. Aber an Ruhe ist nicht zu denken. An allen Fronten muss der grosse Kriegsherr sein Territorium verteidigen. Immer wieder gilt es, Bündnisse zu festigen und neue Verbündete zu gewinnen. Und König Karl der Grosse hat den Abtrünnigen Arnulf nicht vergessen!

«Der Königssohn Karl war mit seinem Heer gekommen, um Arnulf endlich in die Abhängigkeit zu zwingen, um ihn zu unterwerfen. Auf Geheiss des grossen Königs!» (Quelle: Roman)

Die Reise Karls des Jüngeren in den Norden hat nicht nur die Unterwerfung Arnulfs zum Ziel. Einhard, der königliche Vertraute und der Diakon Ebo, sind beauftragt, den Königssohn auf seiner Mission unterstützen, zu beobachten und dem König zu berichten. Es geht um nichts weniger als um die Nachfolgeregelung Karls des Grossen. Die geschickte Aufteilung des Reichs zwischen seinen Söhnen will gut bedacht sein.

Ein überzeugendes Bild

Robert Focken ist mit diesem mittelalterlichen Roman, dem Vierten in dieser Reihe, eine vereinnahmende und mitreissende Geschichte gelungen. Virtuos erzählt er von den Machtkämpfen und Ränkespielen im 8. Jahrhundert im Reich Karls des Grossen und an dessen Grenzverläufen. Er berichtet von Überzeugungen, die mit Schlagkraft durchgesetzt werden.  Dazu gehört die fortschreitende Christianisierung und die damit verbundene Spaltung der Gesellschaft. Robert Focken zeichnet ein überzeugendes Bild vom Leben am Hof König Karls und vom Leben eines Kriegsherrn und seiner Getreuen. Für solche Anführer steht vor allem die Figur des Arnulf: Ein Mann, der seinen Weg geht und seiner Überzeugung treu bleibt – mit allen Konsequenzen.

Die fiktiven Figuren fügen sich passgenau und glaubwürdig in die historischen Gegebenheiten. Das ist solides Handwerk und da ist eine grosse Leidenschaft für eine Epoche spürbar. Eine sehr gut erzählte Geschichte aus dem frühen Mittelalter, die alles enthält, was eine Lektüre spannend und unterhaltsam macht.

Fazit

Vielseitig und mit spürbarer Leidenschaft lässt Robert Focken das Frühmittelalter auferstehen und berichtet von einer archaischen Welt. Da geht es um Heiden und Christen, um Ränkespiele und Kriege, aber auch um Familie und Liebe. Die Lektüre ist Geschichte auf spannende Art und Weise.

Arnulf. Der Herr der Elbe

Robert Focken, Acabus

Arnulf. Der Herr der Elbe

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