Sternstunde

  • Penguin
  • Erschienen: Dezember 2021
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Andrea Duphorn
78

Histo-Couch Rezension vonFeb 2022

Auftakt einer neuen Saga

„Sternstunde – Die Schwestern vom Waldfriede“ ist der erste Teil einer neuen Saga von Corina Bomann. Die Bestseller-Autorin erzählt darin von der Gründung einer der bekanntesten Kliniken in Berlin: dem Akut-Krankenhaus „Waldfriede“ im Stadtteil Zehlendorf – und von Schwester Hanna, die fürchten muss, ihren geliebten Beruf nicht länger ausüben zu können.

Im Zentrum stehen die schwierigen Anfangsjahre des „Waldfriede“. Anschaulich und sehr lebendig schildert Corina Bomann die Widrigkeiten, mit denen Ärzte, Schwestern, Hausmädchen und anderes Klinikpersonal in den Jahren kurz vor und nach Ende des 1. Weltkrieges zu kämpfen haben. Denn in dieser Zeit fehlt es eigentlich an allem: Lebensmittel, Medikamente, Verbandsmaterial, Geld, Handwerker, Baumaterialien – und (Bau-) Genehmigungen.

Hanna ist am „Waldfriede“ glücklich. Dass sie sich in den ersten Monaten mit drei anderen Schwestern ein Zimmer teilen muss, macht ihr nichts aus. Dass sie ohne Heizung und fließendes Wasser auf einer kalten, zugigen Baustelle lebt und sechs Tage in der Woche bis spät in die Nacht auf den Beinen ist, genauso wenig. Sie liebt, was sie tut. Und alles ist besser als über das Leben nachzudenken, das sie mit dem Tod Ihres Verlobten für immer verloren zu haben glaubt.

Überzeugende Figurenzeichnung

Der mehr als 600 Seiten starke, aufwändig recherchierte Roman folgt einem bekannten Muster: Nach einem schweren persönlichen Verlust hat die Hauptfigur mit existenziellen Ängsten und Problemen zu kämpfen. Erzählt wird mal aus Sicht von Schwester Hanna, manchmal auch aus der von Dr. Conradi, dem ersten Chefarzt des „Waldfriede“. An der Seite der beiden sympathischen Hauptfiguren tauchen wir tief in die von Entbehrungen und Rückschlägen gezeichneten ersten Jahre des „Waldfriede“ ein. Wir erleben, wie das Ende des 1. Weltkrieges, der Versailler Vertrag, politische Unruhen, Inflation und Währungsreform sich auf das Leben der Menschen – und den Klinikbetrieb – auswirken. Und wie es in den 1920-er Jahren langsam aufwärts geht. Dabei wachsen einem die lebensnah und lebendig, mit Stärken und Schwächen gezeichneten Charaktere rasch ans Herz.

Die „echte“ Hanna

Ihre Protagonistin Hanna hat Corina Bomann nach eigener Aussage an die Figur der „Waldfriede“-Chronistin Hanna Rinder angelehnt, die seit der Gründung der Klinik im Jahr 1920 bis zu ihrem Ausscheiden 1956 dort arbeitete. Als die Autorin, die in Zehlendorf lebt, 2019 im „Waldfriede“ operiert wurde, entdeckte sie dort in einer Vitrine alte Fotos und andere Zeitzeugnisse und war sofort fasziniert: (…) da sah ich sie, die Schwestern, Ärzte, Pfleger und Küchenmädchen, Gestalten auf verbleichendem Fotopapier“ – die Idee zu ihrer neuen Saga war geboren.

Fazit

Mit „Sternstunde – Die Schwestern vom Waldfriede“ verknüpft Corina Bomann ein fesselndes Zeitporträt der 1920-er Jahre mit der bewegten Geschichte der bekannten Berliner Klinik. Ein packender Saga-Auftakt. Fans von historischen Krankenhaus-Serien wie „Charité“ werden die „Waldfriede“-Bücher lieben.

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