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Karin Speck
Aus dem Leben von Paula Oppenheimer

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2021

Paula Oppenheimer wächst Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin auf. Sie und ihre Geschwister erleben für die damaligen Verhältnisse eine relativ liberale und freie Kindheit. Ihre Eltern versuchen ihr alles mitzugeben, was für eine junge Frau dieser Zeit wichtig ist. Gleichzeitig erfährt sie viel Liebe und Nähe; vor allem zu ihrem Bruder Franz hat sie eine innige Beziehung. Die Jahre vergehen und die Kinder werden erwachsen und damit tritt ein weiterer Mann in das Leben von Paula. Richard ist ein junger Dichter und verzaubert die junge Frau. Aber nicht alle sind von dieser Beziehung begeistert, denn Richard ist alles andere als ein zuverlässiger Partner für Paula, so die Meinung der Eltern. Doch beide nehmen den Kampf für ihre Liebe auf. Richard Dehmel und Paula Oppenheimer, zwei junge Menschen auf dem Weg in ihre Zukunft.

Vom Teenager zur Ehefrau

Die Autorin Heidi Rehn erzählt in ihrem Roman „Eine Familie in Berlin“ aus dem Leben zweier Dichter und Schriftsteller. Zunächst schildert sie ausführlich das Aufwachsen von Paula. Sie lässt die Leser daran teilhaben, wie aus dem Kind erst ein Teenager, dann eine junge Frau und schließlich eine Ehefrau wird. Dabei schildert die Autorin die einzelnen Lebensstationen – in den Jahren 1878 bis 1896 – ebenso ausführlich wie authentisch.

Durch das Leben von Paula liest man aber auch davon, wie das Leben im 19. Jahrhundert gewesen ist, zumindest in einem Teil der Bevölkerung. Die Familie Oppenheimer gehörte zwar dem jüdischen Glauben an, aber sie waren freier als ihre streng religiösen Glaubensgenossen. Für Paula und ihre Geschwister bedeutete dies vor allem etwas mehr Freiheit im Denken und Lernen. Die Eltern wollten auch den Mädchen einen gewissen Schatz an Wissen vermitteln, um auf diese Weise dafür zu sorgen, dass ihre Kinder in der Welt zurechtkamen.

Allerdings nimmt das Leben von Paula dann zum ersten Mal eine andere Wendung, als die reiche Tante der Familie beschließt, das junge Mädchen bei sich aufzunehmen und für die Erziehung und Ausbildung zu sorgen. Diese Jungmädchenjahre von Paula werden ausführlich geschildert. Die Beziehung zwischen der Tante und Paula verändert sich im Laufe der Zeit und ihre Bindung wird enger. Als dann ein junger Mann für Paula interessant wird, beginnt wieder ein neuer Lebensabschnitt für sie. Im letzten Drittel des Romans beschreibt Ulrike Renk das Leben in der Ehe mit Richard Dehmel. Für Paula erneut eine Zeit des Wandels. Aber auch hier findet die Autorin die richtigen Worte, um das Leben von Paula und ihrer Familie eindrucksvoll zu schildern.

Briefe und Gedichte lassen einen am Leben der Liebenden teilhaben

Der Erzählstil von Ulrike Renk ist dabei leicht und flüssig zu lesen. Die eigentliche Geschichte wird dabei immer mal wieder von den Briefen, die Paula an ihre Familie, Freunde oder eben an Richard geschrieben hat, unterbrochen. Auch werden immer wieder kleine Gedichte, die Paula oder Richard selbst geschrieben haben, eingestreut und vermitteln das Gefühl, direkt am Leben dieser beiden kreativen Protagonisten teilzuhaben.

In ihrem Nachwort klärt die Autorin noch kurz Fiktion und Wahrheit und gibt Aufschluss darüber, woher die Idee zu diesem Buch stammt. Zudem ist „Paulas Liebe“ wohl erst der Auftakt einer Reihe über die Frauen der Familie Oppenheimer und man darf gespannt sein, wie es mit der nächsten Generation wohl weitergeht.

Fazit:

Dieser erste Teil von „Eine Familie in Berlin“ ist der Autorin Ulrike Renk durchaus gelungen. Sie hat eine Familiengeschichte aus dem Ende des 19. Jahrhunderts erzählt. Und zwar mit viel Liebe und Leidenschaft. Historische Fakten hat sie dabei authentisch mit einer fiktiven Geschichte verwoben und Paula Oppenheimer sowie Richard Dehmel damit Leben eingehaucht.

Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe

Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe

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