Gustave Courbet

Erschienen: Februar 2021

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75
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Rita Dell'Agnese
Einblick in die Biographie eines bedeutenden Künstlers

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2021

Gustave Courbet gehört zu den Malern, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Realismus begründeten. Der in den Künstlerkreisen von Paris verkehrende Maler fühlt sich von der Alltäglichkeit inspiriert und bildet ab, was bisher auf Gemälden nicht zu sehen war. Das trägt ihm nicht nur Lob ein... vor allem seine realistischen Gemälde von klerikalen Personen lösen Skandale aus. Aber auch die Bourgeoisie stösst sich an den Werken von Gustave Courbet, der sich davon jedoch nicht beirren lässt. Die Revolution in Frankreich übersteht Courbet, doch als in seinem Heimatland erneut ein Krieg aufflammt und der Maler als Mitglied der Kommune – die für die kurze Zeit der Diktatur des Proletariats steht – in einen Strudel von Gewalt und Staatsgewalt gerät, zieht sich Gustave Courbet ins Exil in der Schweiz zurück. Doch auch hier kann er nicht sorgenfrei leben: Obwohl sich seine Gemälde gut verkaufen und an Sammler in aller Welt gehen, geht dem Künstler das Geld aus. Zu hoch sind die Kosten, die der französische Staat bei ihm geltend macht. Zudem kursieren geheimnisvolle Briefe, die ihn bei der Bevölkerung seines Exils La-Tour-de-Peilz in schlechtes Licht rücken.

Nur was für eingefleischte Fans

Das Werk von Bernd Schuchter ist eher im Bereich Novelle denn Roman angesiedelt. Es ist eine verhältnismässig kurze (126 Seiten) Auseinandersetzung mit der Biographie eines bedeutenden Malers des 19. Jahrhunderts. Und hier ist auch schon der Kernpunkt des Werks zu finden: Es ist in einer stark verdichteten Sprache abgefasst und scheint sich vorwiegend an eingefleischte Fans des Malers oder dieser hochgreifenden Erzählweise zu richten. So beginnt die Geschichte denn auch schon etwas blutleer und es braucht schon nach wenigen Seiten viel Antrieb, an der Sache zu bleiben, ist man nicht gerade explizit auf der Suche nach den Hintergrundinformationen über Courbets Leben. Wer einen lebendigen Roman über das Leben des Malers gesucht hatte, wird schnell eines Besseren belehrt.

Informativ, aber wenig unterhaltsam

Bernd Schuchters vorliegendes Werk, in gut gelungener und hochwertiger optischer Ausführung, bleibt bis zum Schluss informativ – wer dabeigeblieben ist, wird sagen können, dass ihm das Leben dieses Malers nähergebracht worden ist. Der Unterhaltungswert des Buches bleibt aber schnell auf der Strecke und es braucht ein hohes Mass an Konzentration, um den Ausführungen des Autors tatsächlich folgen zu können. Die an sich spannende Persönlichkeit Courbets bleibt dem Leser als reine Information serviert, eine Strahlkraft und Intensität – wie sie Courbet seinen Bildern verleihen konnte – bleibt der historischen Figur hingegen verwehrt. Die gewählte und stark konzentrierte Abhandlung dürfte letztlich eher im Bereich „Sachbuch“ denn in der Sparte „historische Romane“ ihre Freunde finden.

Fazit

Nach der Lektüre Von „Gustave Courbet und der Blick der Verzweifelten“ weiss der Leser mehr über das Wirken des begnadeten Malers. Die effektive Persönlichkeit und die Lebendigkeit Courbets bleiben jedoch aussen vor. Wer jedoch nach gut aufgearbeiteten Fakten über Gustave Courbet sucht, ist hier genau richtig.

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