Die Perlenprinzessin

Erschienen: Juni 2021

Couch-Wertung:

75
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Alexandra Hopf
Start der Südsee Saga des Autorenehepaars

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Sep 2021

Um 1770 lebten in Hamburg zwei talentierte Jungkapitäne, der eher grundsolide Simon Simonsen und der verwegene Jörgen Mensing. Beide buhlen um die hübsche Reederstochter Mina. Als 1773 beide jungen Männer Schiffe des gutsituierten Reeders Cornelius Thadde befehligen und in die Südsee aufbrechen, stellt der Schiffseigner demjenigen, der mit der wertvolleren Fracht zurückkehrt, Mina als Ehefrau in Aussicht. Beide Männer kämpfen verbissen um den Sieg. Dabei riskiert Jörgen zu viel und erleidet Schiffsbruch. Um von der Schmach abzulenken, erfindet er eine gemeine Lüge. Er kehrt nach Hamburg zurück und verleumdet Simon. Somit verliert dieser nicht nur Mina, sondern auch seinen guten Ruf. Sein früherer Chef Hauke Lüders hält dennoch zu Simon. Bei ihm kann er weiterhin anheuern und heiratet schließlich dessen Tochter Erna. Doch die Rivalität zwischen den Paaren Thadde/Mensing und Lüders/Simonsen bleibt und wird sich von nun an über mehrere Generationen fortsetzen. Es beginnen turbulente Zeiten für die beiden Reederfamilien.

Gute Unterhaltung aber wenig Geschichte

Ganz dem Stil treu, den man bereits vom Autorenehepaar, die sich hinter dem Namen Iny Lorentz verbergen, kennt, finden wir hier einen Roman vor, der seine Leser/innen schnell für sich einnimmt. Ohne große Umwege steuert Iny Lorentz auf die Rivalitäten zu und führt ihre Leser/innen mit einem stetig wachsenden Spannungsbogen durch die Geschicke der Familien.

Obwohl man es hier auch mit der historischen Größe Napoleon zu tun bekommt, ist dieser eher Randfigur im Geschehen. Der Roman führt historische Begebenheiten nicht tiefer aus, sondern setzt eher auf die unterhaltende Komponente.

Klassische Verteilung von Gut und Böse

Beim Kennenlernen der Protagonisten wird der Leser schnell erkennen, welche Charaktere zu den Guten und welche auf die Seite der Bösen gehören. Dadurch ergibt es sich, dass man den "guten" Charakter Simon etwas sympathischer findet als den skrupellosen Jörgen Mensing. Diese klassische Einteilung wird sich auch in den nächsten Genrationen fortsetzen. Leider fehlt es den Protagonisten etwas an Tiefe. Dies ist offensichtlich dem Umstand geschuldet, dass das Buch sehr große Zeitsprünge zwischen den einzelnen Teilen macht. Diese Teile sind wiederum in einzelne Kapitel unterteilt. Kaum hat man sich in eine Szenerie eingelesen, bricht dieser Teil des Buches ab. Im nachfolgenden Teil sieht man sich auf einmal wieder um etliche Jahre nach vorn katapultiert. Die Geschehnisse in der Zwischenzeit werden nur kurz zusammengefasst, um dem Leser die nötigsten Informationen für den Fortgang zu liefern. Diese Zeitraffer sind störend und man hätte das ein oder andere gern selbst "miterlebt".

Eher eine Aussicht auf das was kommt

Auch wenn das Buch als Auftakt einer Südsee Saga beworben wird, spielt sich in diesem ersten Teil dort nur wenig ab.  Die hauptsächliche Handlung konzentriert sich auf die Schauplätze Hamburg und England. Allerdings lässt der Cliffhanger am Ende erahnen, dass sich dies im zweiten Teil entscheidend ändern wird. Wer also kurzweilige Unterhaltung im historischen Sektor sucht, ohne große geschichtliche Vorkenntnisse, ist die Saga bestimmt das richtige und wird sich sicherlich auch auf den zweiten Teil freuen.

Am Ende findet sich zur Unterstützung ein kleines Glossar mit den wichtigsten Erklärungen der vorkommenden Fachbegriffe. Auch das Personenregister erweist sich als nützlich um die Darsteller aus drei Generationen richtig zuzuordnen.

Fazit

Leichte aber dennoch spannende Unterhaltung rund um die Reeder und Kaufmannstätigkeit. Für alle, die Familiensagas lieben ein vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe.

Die Perlenprinzessin

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