Der Preis des Purpurs

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • , 2007, Titel: 'Der Preis des Purpurs', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Dem Kaiser, was des Kaisers ist

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Jul 2007

Im dritten Jahrhundert nach Christus wurde das Römische Reich noch von vier Kaisern regiert. Konflikte zwischen den Kaisern waren vorprogrammiert und in dieser mit Spannung beladenen Zeit spielt Frank Stefan Beckers zweiter Roman "Der Preis des Purpurs".

Der Kaiser ist tot - es lebe der Kaiser

Der junge römische Staatsbeamte Flavius wird im Jahr 275 nach Christus nach Trier versetzt, um dort sein neues Amt als Curator der Stadt anzutreten. Mit ihm haben seine Frau Aqmat und sein neugeborener Sohn die Reise angetreten. Doch bereits auf der Hinreise wird die Kutsche überfallen und nur durch Aqmats Mut und Verstand schaffen sie es unversehrt aus dieser Sache herauszukommen.

Schon direkt an seinem ersten Tag im neuen Amt erreicht Flavius die Nachricht vom Tod des Kaisers Numerianus, wodurch er sein zunächst einmal auf rechtlich unsicherem Terrain verrichten muss. Als schließlich ein neuer Kaiser ernannt ist, sichert sich Flavius seine Stellung durch gute Arbeit und empfiehlt sich dadurch für höhere Aufgaben. Allerdings gibt es auch Neider, die ihn und seine Taten nicht immer gutheißen und die ihn lieber in Ketten als in Amt und Würden sehen würden.

Zu den Problemen um sein Amt kommt noch, dass der Kaiser sich lieber gegen die Perser schlägt, zudem Trier von Barbaren umlagert wird. Der Kaiser ist ja auch nicht der einzige Kaiser des Römischen Reiches und so sind Konflikte auf höchster politischer Ebene an der Tagesordnung. Flavius und seine Familie sind immer wieder in Gefahr und das nicht nur, weil Aqmat Christin ist und Kaiser Diocletianus beschlossen hat, die Christen zu verfolgen und zu vernichten. Für Flavius beginnt ein gefährliches Spiel zwischen Amt und Familie.

Gute Schilderung komplizierter Machtverhältnisse

Frank Stefan Becker hat einen ereignisreichen Roman geschrieben, der nahtlos an den ersten Teil anschließt. Es sei schon einmal vorweggenommen, dass man nicht auch "Der Abend des Adlers" gelesen haben muss, um an diesem zweiten Teil einer geplanten Trilogie seine Freude zu haben. Es tauchen bekannte Gesichter aus dem ersten Roman auf, treten aber für neue in den Hintergrund. Das ist nicht schlimm, denn im Verlauf von "Der Preis des Purpurs" gibt es ein reges Kommen und Gehen von den verschiedensten Personen, bedingt auch durch gelegentliche Umzüge der Protagonisten, so dass es für Flavius und Aqmat sowieso schwer ist, immer mit denselben Leuten zu tun zu haben.

Becker versteht es, dem Leser die komplizierten Machtverhältnisse dieser Zeit so aufzuschlüsseln und zu erklären, dass man sie problemlos verstehen kann und erteilt somit, im positiven Sinne, eine gute und erkenntnisreiche Geschichtsstunde, die einem diese Zeit so nahe bringt, wie es der Schulunterricht leider zu selten vermag.

Hervorragender Anhang

Wer gerne Romane aus dieser Zeit liest, ist mit diesem Roman auf jeden Fall gut aufgehoben. Becker versteht es, den Leser in die Frühzeit der Christenheit zu versetzen und benutzt dazu eine allzeit verständliche Sprache. Dies gilt allerdings nicht für die Städtenamen oder sonstige fachliche Begrifflichkeiten. Glücklicherweise erklärt Becker diese in einem Glossar am Ende des Buches, und zwar so reichhaltig, dass man sicher sein kann des Öfteren nach hinten blättern zu müssen. Ein Nachwort, ein Personenregister und eine Zeittafel der tatsächlichen Geschehnisse runden den Roman ab, der somit eine lobenswerte Ergänzung erhält, die man manch anderem historischen Roman auch wünschen würde.

Der Roman umspannt insgesamt 38 Jahre, Zeit, in der viel passiert, unterbrochen aber immer wieder durch Stillstände oder Zeiträume, die ausgespart werden. Leider kommt genau das dem Roman leider nicht zugute. Immer wieder entstehen - bedingt durch diese kleineren oder größeren Zeitsprünge - mehrere Löcher in der Erzählung und somit auch Löcher in der Spannung, die Becker zwar gut aufzubauen weiß, gerade im letzten Drittel des Buches aber leider zu häufig unterbricht. Das ist eines der wenigen Mankos dieses ansonsten hervorragenden Buches.

Wer sich für die Zeit der Römer und die Intrigen der Kaiser untereinander interessiert, ist bei Frank Stefan Becker in sicheren Händen. Bleibt zu hoffen, dass der dritte Teil die Trilogie so würdig abschließt, wie sie seine Vorgänger vorbereitet haben.

 

Der Preis des Purpurs

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Letzte Kommentare:
12.10.2008 15:09:39
MarkusEMH

Also ich fand das Buch extrem zäh, die vielen lateinischen Städtenamen und Fachbegriffe haben mir das Lesen sehr schwer gemacht, da ich ständig in den Anhang blättern musste.

Auch wenn mich die Geschichte nicht vom Hocker gehauen hat, interessant war es ja irgendwie doch.

Und: weil es in Trier (größtenteils) gespielt hat, musste ich es halt zu Ende lesen.

13.07.2007 15:55:01
Julia Romana

Das Buch sollte jeder als Vorbereitung lesen, der zu der großen Konstantin-Ausstellung nach Trier will (die läuft noch bis 4.11.07, ich war da, absolut sehenswert!!!)
Die Geschichte ist aber auch so spannend und vielschichtig. Bei der Christenverfolgung geht es gerade nicht um "die Edlen gegen die Bösen", sondern man muss seine Sympathien immer wieder überdenken.

Zeitpunkt.
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