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Alexandra Hopf
Auftakt Zur Reihe um Hebamme Hulda Gold

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Nov 2020

Die junge Hulda Gold lebt 1922 in Berlin. In ihrem Viertel ist sie gut bekannt und auch beliebt - steht sie doch vielen Schwangeren mit Rat und Tat zur Seite. Derzeit betreut sie unter anderem die junge Lilo Schmidt im Bülowbogen. Die junge Schwangere ist sehr unsicher und braucht viel Beistand so kurz vor der Geburt. Den bekommt sie unter anderem auch von der netten Nachbarin Rita Schönbrunn. Doch die ältere Dame wird eines Tages tot im Landwehrkanal gefunden.

Lilo ist entsetzt. Sie ist sich sicher, dass Rita, die ihren Lebensunterhalt als Prostituierte verdienen muss, sicher keinen Selbstmord begangen hat. Das sagt sie auch dem undurchsichtigen Kommissar Karl North, als dieser sie kurz nach ihrer Niederkunft befragt. Hulda ist bei diesem Gespräch zufällig zugegen und ihre Neugier ist geweckt. Das liegt auch daran, dass sie der Kommissar auf besondere Weise fasziniert und außerdem, findet Hulda, wird nur halbherzig ermittelt. So beginnt die Hebamme, neben ihrer Arbeit bei ihren Patientinnen, noch nebenbei auf eigene Faust zu ermitteln. Und trotz aller Warnungen, dies zu unterlassen, bringt Hulda immer mehr wichtige Details ans Licht und merkt gar nicht in welche Gefahr sie sich damit begibt.

Die 20iger im Bülowbogen

Anne Stern zeichnet eine sehr detaillierte Darstellung wie man sich das Leben kurz nach dem großen verlorenen Krieg vorstellen muss. Im Bülowbogen wohnen die Ärmsten, es ist das Elendsviertel Berlins. Die Leute wohnen auf engstem Raum zusammen, viele sind gar obdachlos. Es gibt nicht genug zu essen, außerdem haben die Menschen nicht viel Geld. Die beginnende Inflation macht die eh schon prekäre Lage schier aussichtslos. Doch nicht nur diese Situation kann die Autorin eindrucksvoll vermitteln. Auch ihre Schilderungen welche Zustände damals in den sogenannten Irrenhäusern geherrscht haben kann sie dem Leser erschreckend deutlich vermitteln. Dabei gibt sie den gewissen Berliner Charme genauso mit ein wie einiges an politischen Hintergrundinformationen zu jener Zeit. Da eine Hebamme ja die Hauptprotagonistin ist wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Autorin auch bezüglich des Themas Geburtshilfe etwas mehr in die Tiefe gegangen wäre.Trotz der tollen Beschreibungen ist der Erzählstil doch recht einfach und neigt fast dazu etwas ins Triviale abzugleiten.

Hebamme auf kriminalistischen Abwegen

Hulda Gold war ein sogenanntes "spätes Mädchen" , denn sie war mit 26 Jahren immer noch ledig. Insgesamt gesehen war sie für die damalige Zeit als Frau sehr selbstbewußt und emanzipiert. Nur in ihrem Liebesleben war sie unsicher. Einerseits konnte sie schon etwas für einen Mann empfinden und dann doch wieder keine bindende Nähe zu lassen. Und obwohl sie ein liebenswerter Charakter ist, der das Herz am rechten Fleck hat, konnte dieses Verhalten etwas nervig sein.

Auch der männliche Hauptprotagonist Karl North ist eher ein verkorkster Charakter. Zu Anfang wirkt er eher unsympathisch. Doch im Romanverlauf erfährt man mehr Hintergründe aus dessen Leben und versteht sein Verhalten besser. Zudem öffnet er sich gegen Ende des Buches etwas.

Das Zusammmenspiel der "ungleichen" Ermittler ist ein stetes Auf und Ab. Der Todesfall der Rita Schönbrunn bringt eine gewisse Spannung in die Geschichte. Die Auflösung ist nicht unbedingt spektakulär aber letztendlich schlüssig. Die Erzählperspektive wechselt zumeist zwischen diesen Personen hin und her.

Das Coverbild des in Rowohlt Verlag erschienenen Buches zeigt das schwarz- weiße Porträtfoto einer jungen Frau, die typisch für die goldenen Zwanziger gekleidet ist. Nach der Personenbeschreibung im Buch erkennt man darin sofort die Hauptprotagonistin.

Fazit:

Die besondere Darstellung des Lebens rund um den Bulöwbogen ist informativ und gerne hätte man auch über Huldas Arbeit mehr interessante Details erfahren. Insgesamt ist das Buch ganz nett zu lesen auch wenn es kein absolutes Highlight ist. Für Teil zwei ist also noch Luft nach oben.

Fräulein Gold: Schatten und Licht

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