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Christina Wohlgemuth
Wenn die Welt den Atem anhält

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Okt 2020

Sarajevo, Sommer 1914. Während die einst so mächtige und stabile Doppelmonarchie an immer mehr Stellen instabil wird und Europa sich in einem Gewirr von Bündnissen selbst zu verirren droht, machen sich drei junge Männer auf den Weg ins bosnische Sarajevo. Ihr Ziel: rechtzeitig vor Ort zu sein, wenn der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin die Stadt besuchen. Ihre Aufgabe: den Erben der Donaumonarchie zu töten. Die Indizien auf ein bevorstehendes Attentat häufen sich, doch die Welt scheint unaufhaltsam auf ihre erste große Katastrophe zuzutaumeln, und es fehlt nur noch ein Funke zur Explosion …

Über den Ersten Weltkrieg ist viel geschrieben worden – und auch über seine Ursachen. Über unselige Träume von einem „Platz an der Sonne“, über die fehlende Flexibilität einer alten Monarchie, den Schritt in ein neues Zeitalter zu tun, über schwelenden Nationalismus und hetzende Falken in allen Regierungen. Doch vom Auslöser des Ersten Weltkriegs ist meist nur bekannt, dass ein nationalistischer junger Mann namens Gavrilo Princip den österreichisch-ungarischen Thronfolger und dessen Gemahlin mit einer Schusswaffe tödlich verwundete. Doch wer waren er und seine Komplizen? Welche Kräfte wirkten an der Vorbereitung mit? Und vor allem: Hätte das Attentat – und damit der letzte Funke, der das Pulverfass Europa zum Explodieren brachte – verhindert werden können...?

Ein nicht zu gewinnender Wettlauf gegen die Zeit

Ein Blick auf das Cover wird manchen Interessenten stutzen lassen – ein „historischer Thriller“? Passt das zusammen? Kann man die dauerhafte Spannung eines Thrillers mit der Erzählung einer Geschichte in Einklang bringen, deren Ausgang bereits alle Welt kennt? Kann man bei einem Wettrennen mitfiebern, bei dem man bereits weiß, wer Sieger und wer Verlierer ist?

Ulf Schiewe beweist mit seinem Buch, dass das sehr wohl geht. Denn trotz der Tatsache, dass das Gelingen des Attentats vorausgesetzt wird, erzeugt er einer konstante Atmosphäre der Anspannung, hält das Tempo aufrecht und schafft es, Leserin und Leser so sehr zu fesseln, als bestünde tatsächlich noch eine Chance, das Schicksal abzuwenden. Dazu trägt auch der Schreibstil bei, denn die Geschichte wird im Präsens erzählt.

Spannende Figurenzeichnungen und unterhaltsame Geschichtsstunde

Doch was ist der Mehrwert einer Verfolgungsjagd, deren Ausgang man schon kennt, eines Wettrennens, dessen Sieger schon feststeht? Es ist die Geschichte der Protagonisten, die Frage, warum sie agieren, wie sie agieren. Welche Motive treiben sie an, welchen Widrigkeiten sehen sie sich gegenüber – und welche Zweifel haben sie? All dem geht Ulf Schiewe nach, und es gelingt ihm dabei, authentische und glaubwürdige Figuren zu zeichnen, mit denen man mithofft und bangt, über die man nachdenkt und deren Gedankengänge man nachvollziehen kann. Das gilt für die historischen Figuren wie Princip und Franz Ferdinand ebenso wie für fiktive Figuren wie den k.u.k-Geheimdienstler Markovic.

Aber auch in den ruhigeren Szenen, abseits der Hatz auf die Attentäter, weiß der Autor mit seiner Art, zu erzählen, zu überzeugen: Ihm gelingt es, den Zeitgeist einzufangen und zu vermitteln, wie es gewesen sein könnte, an diesem Vorabend der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Und dabei ist sein Buch vor allem eines: Unterhaltsam.

Der Attentäter

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