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Annette Gloser
Das Lebendige und das Tote

Buch-Rezension von Annette Gloser Sep 2020

Im Jahr 1850 findet in London die große Weltausstellung statt. Der Kristallpalast wird gebaut und erregt ebenso viel Staunen wie die Exponate, die später in ihm zu sehen sind. Für Iris ist das eine ferne Welt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Rose schuftet sie in einer Puppenwerkstatt, bemalt Puppenköpfe und träumt davon, irgendwann einmal richtige Bilder zu malen. Noch einen anderen Traum haben die Schwestern: Einen eigenen Laden, in dem sie schöne Dinge verkaufen wollen. Doch dann lernt Iris den jungen Maler Louis Frost kennen. Sie steht ihm Modell und bekommt von ihm Malunterricht. Alles scheint sich für die junge Frau zum Guten zu fügen. Doch da sind noch Rose, die weiter in der Puppenwerkstatt schuftet, und der große Traum von dem kleinen Laden. Und noch jemand ist da. Jemand, den Iris nie wirklich beachtet.

Ein bisschen Stalking…

Elizabeth Macneal führt ihre Leser in ein London, über das man so vielleicht noch nicht gelesen hat. Kaum ein Schauplatz im Roman ist sauber und wohlduftend, fast alles wirkt klebrig und bedrückend. Die Autorin verfügt über die Gabe, ihren Lesern die Stimmung einer Szenerie so plastisch zu schildern, dass man sich beim Lesen mitunter selbst eingeengt oder schmuddelig fühlt, dabei hat man nur ein Buch vor sich und liest, manchmal angeekelt, manchmal fasziniert, über die Geschichte einer jungen Frau auf der Suche nach einem Quäntchen Glück im Leben.

Man taucht ein in das Leben der unteren Gesellschaft und begreift sofort, warum Iris etwas Anderes will. Und man erfährt, dass Stalking kein Phänomen der modernen Zeiten ist. Dabei lässt Elizabeth Macneal ihre Leser auch durch die Augen des Stalkers auf das Geschehen blicken, lässt sie die Gedankengänge des zunächst einfach nur ziemlich schräg anmutenden Silas miterleben und seine seltsamen Träume mit träumen. Und so spürt man als moderner Leser, ausgerüstet mit unserem heutigen Wissen über Stalker, Serienmörder und sonstige Psychopathen, sehr bald die Gefahr, die von diesem Mann ausgeht, während Iris und ihre Freunde noch ganz sorglos sind. Das erhöht die Spannung sehr.

Nachdem der Einstieg in den Roman eher etwas langatmig geraten ist, merkt man ab einem bestimmten Punkt, dass man anfängt, zu bangen und möglichst schnell wissen will, wie die Sache denn nun ausgeht. Aber die Autorin behält ihre eher gelassene Erzählweise bei, schildert ausführlich kleine Begebenheiten, alle irgendwie wichtig für die Handlung, und sie weiß: Sie hat ihre Leser am Haken.

…und ein bisschen Ekel

Sonderlich zimperlich sollte man allerdings nicht sein, wenn man den Roman liest. Es wird stellenweise ausgesprochen eklig, vor allem, wenn Silas in seiner Werkstatt zugange ist, tote Tiere vor sich hin faulen, Knochen abgeschabt und Felle ausgestopft werden.

Im starken Gegensatz dazu steht die Welt der Maler, in der Louis und seine Freunde sich bewegen. Louis Frost gehört zur Bruderschaft der Präraffaeliten, die versucht, die Malerei zu revolutionieren und hehre Ideale von Schönheit und Wahrheit pflegt.

Das Hauptaugenmerk der Romanhandlung liegt allerdings auf dem Kriminalfall, weniger auf dem kunsthistorischen Aspekt. Dennoch erfährt man so einiges über diese Stilrichtung in der Malerei und auch einige wichtige Vertreter der Bruderschaft tauchen im Roman auf. Und die Schilderungen des Künstlerlebens im viktorianischen England sind teilweise recht amüsant. Allerdings wird dabei auch recht schnell deutlich, in welchen Konflikt Iris gerät, wenn sie sich darauf einlässt, denn so ein Leben passt keineswegs zu den eng gestrickten kleinbürgerlichen Moralvorstellungen ihrer Familie.

Fazit:

Ein interessanter, ja, spannender Roman, der seinen Lesern stellenweise eine ziemlich hohe Toleranz in Bezug auf tote Tiere abverlangt und dabei einen kleinen Einblick in die sogenannte PRB (Präraffaelitische Bruderschaft) gewährt. Und die berührende Geschichte einer jungen Frau, die vom Leben mehr will als einen miesen Job.

The Doll Factory

The Doll Factory

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