Die Schwestern Chanel

Erschienen: Dezember 2020

Bibliographische Angaben

Julia Walther (Übersetzung)

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Frankreich, 1897: Gabrielle Chanel - später unter dem Namen Coco weltberühmt - und ihre Schwester Antoinette werden von ihrem Vater in einem Waisenheim abgegeben. Armut und harte Arbeit bestimmen dort ihren Alltag. Doch Coco ist nicht bereit, sich in ihr Schicksal zu fügen. Unbeirrbar erobert sie sich ihre Freiheit - unter den teils bewundernden, teils neidischen Blicken ihrer Schwester. Antoinette weicht Coco bei ihrem Weg zur Modemacherin nicht von der Seite und unterstützt sie, wo sie kann. Bald schon spricht man in Paris ehrfurchtsvoll von den »Schwestern Chanel«. Doch auf dem Höhepunkt des Erfolges müssen die Frauen erkennen, dass selbst Geld und Unabhängigkeit kein Ersatz für das sind, nach dem sie sich am meisten sehnen: Liebe.

Die Schwestern Chanel

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14.01.2021 16:28:20
MarySophie

Handlung
Frankreich 1897
Gabrielle und Antoinette Chanel haben kaum den Tod der Mutter verkraftet, da werden sie auch schon vom Vater ins Waisenheim gegeben. Strenge Regeln, Armut, harte Arbeit und Standesunterschiede prägen von nun an ihr Leben. Allerdings möchte Coco sich nicht anpassen und erkämpft sich mit viel Ausdauer immer mehr Freiheit. Antoinette betrachtet ihre ältere Schwester mit bewundernden und neidischen Blicken und und begleitet sie auf ihrem Weg zur Modemacherin, befindet sich immer tatkräftig an ihrer Seite. Die Schwestern Chanel werden berühmt und erfolgreich, trotzdem sehnen sich beide nur nach dem einen: Nach Liebe.

Meinung
Ich mag das Cover recht gerne, auch wenn es mir einen Hauch zu verblasst und altmodisch ist. Gerade mit dem oberen blauen Teil kann ich nur wenig anfangen, er ist mir zu verwaschen und undeutlich. Dagegen mag ich das Bild ab unterhalb der Mitte gern, hier zeigen sich zwei Damen, eindeutig die Schwestern Chanel, selbstbewusst und schauen den Betrachter offen an. Man kann auch sehr gut unterscheiden, welche von den beiden Personen Coco Chanel darstellen soll, sie ist einen Hauch moderner gekleidet und trägt einen ihrer bekannten gestreiften Pullover, ein Kleidungsstück, welches sie berühmt gemacht hat.
Insgesamt lässt mich das Cover etwas zwiegespalten zurück, einerseits mag ich es, andererseits ist es mir zu verwaschen und ich kann mich gerade mit den Farben des Himmels irgendwie nicht anfreunden.

Wie auch so viele andere Bücher ist mir auch dieser Roman bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen und stand seitdem auf meiner Wunschliste. Schon der Fakt, dass es sich hier um tatsächliche Lebensgeschichten handelt und man noch mehr Einblicke in das Leben der berühmten Modeschöpferin Coco Chanel erhält, hat mich überzeugen können und den Wunsch geweckt, das Buch zu lesen. Daher möchte ich dem HarperCollins Verlag ein herzliches Dankeschön aussprechen, dass ich den Roman von Judithe Little als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Insgesamt wird der Roman in sechs Teile gegliedert, die jeweils mit wenigen Worten das Folgende prägnant zusammenfassen, ohne dabei zu viel von der Handlung zu verraten. Auf diesen Seiten ist auch stets genannt, über welchen Zeitraum sich die folgende Handlung erstreckt und man erhält auf diese Weise einen Rahmen, wo man sich grob orientieren und verfolgen kann, wie alt die Figuren mittlerweile sind und wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist.
Das war wirklich hilfreich und wichtig, immerhin vergehen im gesamten Buch 24 Jahre, die Geschichte startet im Jahr 1897 und endet 1921. Ohne diese Anhaltspunkte wäre es für mich unmöglich gewesen einzuschätzen, wie viele Jahre mittlerweile vergangen sind und in diesem Punkt wäre ich verloren gewesen. Ich bin daher sehr froh, dass es diese Benennungen gibt, zumal sich so nicht nur die Figuren besser einschätzen lassen und man genauer schauen kann, wie sie sich weiterentwickeln, sondern die Geschichte lässt sich historisch auch besser einordnen.

Für meinen Geschmack gab es einen angenehmen Start in den Roman, er fiel weder zu hektisch, noch zu kurz aus. Man kann sich ein erstes Bild von den Protagonisten machen, sie in Ruhe kennenlernen und langsam in die Geschichte finden. Es gibt erste Informationen über das bisherige Leben von Antoinette und Coco und verwandtschaftliche Beziehungen werden aufgezeigt. Das alles hat zu einem guten ersten Eindruck beigetragen und daraufhin habe ich mich sehr auf die weiteren Seiten gefreut.
Durchweg hat mir die Sprache sehr gut gefallen. Sie war meist einfach und damit leicht lesbar gehalten und hat ein rundes und umfassendes Bild der Situation, aber auch von den Protagonisten gemalt. Anhand vieler genauer Beschreibungen konnte ich mir vor allem die Personen, aber auch viele Handlungsorte gut vorstellen und mochte viele kleine Details, die in die Schreibweise mit eingeflossen sind.
Ab und an gibt es eine Einstreuung von Fachbegriffen, die den betreffenden Abschnitt ein wenig anspruchsvoller gemacht hat. Jedoch sind diese Begriffe auch nicht zu hochtrabend gewählt und mir waren sie alle bekannt.
Was ich noch sehr mochte waren die französischen Worte, die immer wieder mal vorgekommen sind und sich wie ein roter Faden durch die Geschichte gezogen haben. Auch hier handelt es sich um Ausdrücke, die entweder bekannt sind oder anhand derer man sich ohne Probleme eine Übersetzung selbst zusammenreimen kann. Das war eine sehr schöne Idee, die einen Hauch des französischen Lebensgefühls in die Handlung gebracht hat und der Schreibweise einen besonderen Touch verliehen hat.

Ich empfand es anfangs als sehr überraschend, dass die Ereignisse nicht auf der Sicht von Coco, sondern aus der Sichtweise ihrer Schwester beschrieben sind. Sie fungiert als Ich-Erzähler und ist der Mittelpunkt der Handlung. Es war interessant, die berühmte Modeschöpferin mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und erleben und sich von ihr auf diese Weise ein Bild zu machen. Bisher ist sie mir in Romanen immer als die Person im Fokus begegnet und nun war es mir möglich, mir einen ganz neuen Eindruck ihrer Persönlichkeit zu verschaffen.

Immer wieder wurden in einigen Abschnitten historische Details in die Handlung eingebunden, anhand derer man sich gut ein Bild davon machen konnte, was die Bevölkerung gerade so beschäftigt. Dazu gehört natürlich der Erste Weltkrieg, der im Roman angeschnitten wird, aber auch über Probleme und Sorgen, die es innerhalb einer Stadt gibt. Dabei war mir manches neu, so habe ich tatsächlich noch nie vom Seinehochwasser 1910 gehört und fand die Darstellung dessen sehr spannend und gelungen.
Anhand solcher Momente merkt man auch, was für eine Recherchearbeit hinter dem Roman steckt. Nicht nur durch die Protagonisten, die tatsächlich gelebt haben, lässt sich die Arbeit hinter der Geschichte nachvollziehen, sondern auch durch die historischen Ereignisse in Frankreich und der Welt.

Es gibt ein abwechslungsreiches Setting, wobei nur ein kleiner Teil der Kapitel außerhalb von Frankreich spielt. Ansonsten werden verschiedene Städte in Frankreich besucht, man lernt sowohl das Leben hinter Klostermauern kennen, das einfache Leben in kleinen und billigen Zimmern, als auch das feine Leben im Schloss. Man lernt dadurch Klassenunterschiede kennen und ich finde, durch die verschiedenen Settings zeigen sich auch unterschiedliche Lebensweisen von den Menschen.
Den Großteil der Handlungsorte empfinde ich als gut und ausreichend beschrieben, ich hatte bei vielen Orten kleine Bilder vor Augen und konnte mir auch die Protagonisten darin gut vorstellen. Lediglich die Settings in den letzten zwei Teilen des Buches haben mich nicht so überzeugt, sie waren im Gegensatz zu den Abschnitten in Frankreich etwas blass und mit weniger bildhaften Worten beschrieben. Dadurch verströmten sie eine kalte Stimmung und konnten nicht mit den anderen Spielorten mithalten.

Es tritt eine Vielzahl an Protagonisten, wobei nur die wenigsten den Leser durch den ganzen Roman begleiten. Oft sind es Genossen, die die Figuren auf einem kleinen Stück ihres Weges begleiten und sie dann wieder verlassen. Nur wenige Personen folgen Coco und Antoinette über einen längeren Zeitraum, daher lässt sich die Zahl der wichtigen Personen stark eingrenzen.
Vielen wurden zwar einzigartige Züge verliehen, doch dies geschah meist nur bei den Personen, die man über einen längeren Zeitraum begleitet. Solche, die nur eine kleine Nebenrolle spielen haben keine besonderen Attribute erhalten und zeichnen sich durch ein einfaches und meist freundliches Auftreten aus.
Mir fehlte irgendwie eine Lebhaftigkeit, die mit den Protagonisten, aber auch mit freudigen Momenten einhergeht. In dieser Hinsicht habe ich leider gar nichts gespürt und das hat am Ende auch dazu beigetragen, dass ich mit den Figuren nicht so ein Verhältnis eingehen konnte, wie ich es gern gehabt hätte. Sie wirkten zwar meist authentisch, aber ihnen hat etwas mitreißendes gefehlt, zudem ist es mir schwergefallen, ihre Gedanken und Handlungen nachzuvollziehen, die für mein Gefühl nicht immer passend waren. Ich habe mich schwer getan, sie als Menschen zu sehen, nur selten gab es Emotionen und daher wirkten viele Personen, allen voran Coco, irgendwann aber auch Antoinette wie Roboter. An keiner Stelle in der Handlung habe ich mich mit ihnen gefreut, nie mitgelitten. Ein paar mehr menschliche Züge und Momente hätten der Geschichte gutgetan.

Fazit
Die Idee und auch der Großteil der Umsetzung haben mir wirklich gut gefallen und mich auch überzeugen können. Aber für mich sind die Geschichte und vor allem die Protagonisten nicht ganz ausgereift und es somit gibt ein-zwei Punkte, die ein wenig Verbesserungsbedarf benötigen würden.
Auf jeden Fall bietet der Roman einen interessanten und abwechslungsreichen Blick auf Coco Chanel und erzählt gleichzeitig die Geschichte ihrer Schwester, von der ich bisher noch nie etwas gehört hatte. Ein informatives Buch, was mir unterhaltsame und schöne Lesestunden beschert hat!

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

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