Thron des Blutes

Erschienen: April 2021

Bibliographische Angaben

Christine Naegele (Übersetzung)

Couch-Wertung:

90
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Karin Speck
Dunstan, ein Mönch aus dem 10. Jahrhundert

Buch-Rezension von Karin Speck Jun 2021

Dunstan wächst im England des 10. Jahrhunderts auf. Früh beschließt sein Vater, dass er in ein Kloster eintreten soll. Der Junge kommt nach Glastonbury. Gemeinsam mit seinem Bruder beginnt für ihn eine Zeit des Lernens, aber auch eine Zeit, in der er erfahren muss, dass er sich unterzuordnen hat.

Der Junge entpuppt sich als wahres Genie. Das Lernen ist für ihn keine Hürde, egal ob die geistlichen Wissenschaften oder das Handwerk. Doch seine Zeit im Kloster ist begrenzt. Er muss fliehen und findet am Königshof von König Æthelstan Aufnahme. Er dient den Königen von England mit ganzem Herzen und macht gleichzeitig Karriere innerhalb der Kirche.

Vom Jungen zum Abt

Historische Geschichten aus dem 10. Jahrhundert sind meistens nicht wirklich belegt. Es gibt nur wenige Dokumente, die Aufschluss darüber geben, was wirklich geschah. Auch das Leben von Dunstan von Canterbury bildet da keine Ausnahme. Die Eckdaten dieses Mannes sind natürlich bekannt. Er lebte von ca. 909 – 988, je nachdem, in welcher Quelle man nachliest. Sein Werdegang ist ebenfalls gut dokumentiert. Man weiß in etwa, wann er nach Glastonbury kam und wann er zum Abt ernannt wurde. Auch seine weitere Karriere als Bischof von Canterbury ist überliefert. Er diente insgesamt sieben Königen und hat wohl auch dazu beigetragen, dass England gewachsen ist. 

Ein altes Manuskript war Vorbild

Conn Iggulden hat sich jetzt persönlichen Aufzeichnungen des Mönches gewidmet und daraus einen Roman gemacht. Er schildert die Ereignisse dieser Zeit akribisch, beginnend von der Jugend Dunstans bis in sein hohes Alter. Das Leben des Abts von Glastonbury ist durchaus interessant. Diesem Mann mit einer besonderen Begabung, so schildert es jedenfalls der Autor, ist nicht nur das Lernen leichtgefallen, er besaß zudem auch handwerkliches Geschick und hat die Abtei Glastonbury entworfen und mitgestaltet.

Ausführliche Schilderungen seines Lebens

Der komplette Werdegang, seine Erfolge genauso wie auch seine Verfehlungen werden detailreich erzählt. Die Menschen, die ihm auf seinem Weg zur Seite standen, finden zwar auch ihren Platz, aber sie sind tatsächlich nur Statisten am Rande. Dieser Eindruck entsteht vor allem dadurch, dass Conn Iggulden die Geschichte von Dunstan in der Ich-Perspektive erzählt. Der Mönch schildert also sein vergangenes Leben rückblickend selbst. Dabei schildert er die einzelnen Ereignisse durchaus so, dass der Eindruck entsteht, er wäre unfehlbar. Was natürlich nicht stimmt. Zudem spricht er die Leser immer wieder persönlich an, was einmal mehr den Eindruck vermittelt, diesen Mann direkt vor sich zu haben.

Als wirklich spannend kann man bestimmt die Ereignisse dieser Zeit nennen. Dunstan hat unter 7 Königen gedient, mal mit viel Einfluss und Macht und mal auch unter Verbannung. Dem Autor ist es durchaus gelungen, durch die Augen dieses Mönches ein stimmiges Bild dieser Epoche zu schildern.

Am Anfang dieses Buches befindet sich eine Karte Englands, sodass man die Wege, die Dunstan gegangen ist, gut nachverfolgen kann. Eine kleine Einleitung hat der Autor auch geschrieben. Hier erfährt man direkt, woher Iggulden die Idee zum Buch hatte. Conn Iggulden hat seine Geschichte in fünf Teile aufgegliedert und schildert so das Leben von Dunstan chronologisch. Ein ausführliches Nachwort am Ende klärt Fiktion und Wahrheit.

Fazit:

Das Leben von Dunstan von Canterbury wird anschaulich geschildert, auch wenn der Erzählstil vielleicht gewöhnungsbedürftig ist. Hat man sich erst mal eingelesen, lesen sich die Seiten von allein. Die Geschichte Englands wird zum Greifen nah und authentisch erzählt. Historisch spannend und informativ.

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