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Jörg Kijanski
Ein Postbote und eine Schreibkraft ermitteln

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2020

Januar 1924. Potsdam leidet unter Kälte. So bemüht sich der junge Postbote Theodor Bergwalt, seine Runde möglichst schnell hinter sich zu bringen. Noch ein Päckchen, dann ist es geschafft, doch in der Wohnung am Stadtkanal findet Theodor die Leiche des Geschäftsmanns Alfred Pagel. Er alarmiert die Polizei und gerät kurzzeitig sogar selbst in Verdacht. Gisela, eine junge Schreibkraft bei der Potsdamer Polizei, fühlt sich Theodor verbunden und möchte ihm helfen. Schon bald stoßen die beiden auf etliche Ungereimtheiten und wundern sich umso mehr, dass die Ermittlungen kurzerhand eingestellt werden. Eine Selbsttötung soll vorliegen, doch wie soll sich der Rechtshänder Pagel in die linke Hirnhälfte geschossen haben? Wenig später befällt Theodor der Verdacht, dass sein ihm verhasster Bruder Walter, inzwischen die rechte Hand des Polizeipräsidenten, seine Finger im Spiel haben könnte. Ein weiterer Mord geschieht, ohne dass erkennbar polizeiliche Ermittlungen stattfinden. Notgedrungen recherchieren Theodor und Gisela im Geheimen und stoßen dabei auch auf die Spur eines Ringvereins. Als wäre dies nicht schon spannend genug, erfährt Theodor ein Familiengeheimnis von seiner Mutter, die annimmt, dass seine in Theodors Kindheit verschwundene Schwester Agnes noch lebt und bittet ihn, diese zu suchen. Auch hier soll Walter seine Finger im Spiel haben…

Karin Joachim bietet in ihrem neuen Roman zu viel Stoff

Dies vorab: Hinter dem Pseudonym Hanna C. Bergmannn verbirgt sich Karin Joachim, die bereits mehrere Bücher im Gmeiner Verlag veröffentlicht hat. „Potsdamer Ganoven“ ist ein ambivalentes Leseerlebnis, denn die historische Beschreibung Potsdams wirkt sehr überzeugend (allein die inflationäre Nennung von Straßennamen ist stark übertrieben), während der Plot selbst seine Schwächen aufweist. Ein junger Postbote und eine junge Schreibkraft ermitteln in einem Fall, der sie eigentlich nichts angeht, zumal die Verdächtigungen gegen Theodor sehr schnell vom Tisch sind. Dieses ungefragte Einschreiten von Privatpersonen hat man schon sattsam oft erlebt, es ist folglich einmal mehr Geschmacksache, ob einem dieser Einstieg zusagt. Dass die beiden unerfahrenen „Detektive“ nicht recht vorankommen, liegt auf der Hand, ihnen fehlt schlicht die Erfahrung für Ermittlungsarbeit. Theodor kommt zudem recht verängstigt herüber, was an seinen Kriegserlebnissen liegt. Wiederkehrende Atemnot und Schwindelanfälle und vor allem eine kaum zu überwindende Angst gegenüber seinem älteren Bruder sorgen dafür, dass man ihm seinen Eifer nicht unbedingt abnimmt. Gisela hingegen ist sehr aufgeschlossen und neugierig, begibt sich dadurch leicht in Gefahr und erinnert in ihrer Entschlossenheit ein wenig an Ilka Bischop, die Protagonistin von Boris Meyn, die 1929 in Hamburg ermittelt.

Sind der Einstieg und die Charaktere der Protagonisten leidlich akzeptiert, mag man einen Blick auf die Handlung werfen, die vor allem im ersten Drittel nur langsam in Fahrt kommt. Der Spannungsbogen bleibt zunächst flach, da die beiden erst mal lernen müssen, mit der neuen Situation richtig umzugehen, zumal sie ja keinerlei amtliche Befugnisse haben. So helfen zufällige Beobachtungen und zahlreiche Gespräche Schritt für Schritt weiter. Allein, die Geschichte ist zu stark überfrachtet.

Fazit:

Der Mord an Pagel, der womöglich doch anders ausfällt als erwartet, ein zweiter Mord wenig später, dazu gestohlener Schmuck, verschwundene Postsäcke, kaum erkennbare polizeiliche Ermittlungsarbeit, der vermeintliche Selbstmord von Theodors Vater und die Frage, ob seine Schwester Agnes womöglich noch lebt, überfordern die Protagonisten und Leser zumindest zeitweise. Es überrascht daher nicht, dass die Auflösung recht plötzlich erfolgt und nicht alle Fragen beantwortet werden. Sollte es eine Fortsetzung geben – dies deutet sich am Ende des Romans an oder wird zumindest optional offen gelassen -, wären also noch einige Punkte zu klären. Nicht zuletzt die Frage, ob sich Theodor und Gisela endlich offen zueinander bekennen.

Potsdamer Ganoven

Potsdamer Ganoven

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