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Birgit Stöckel
Spannender Lebensweg des Bertram Morneweg

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Jul 2020

Bertram Morneweg war ein Lübecker Kaufmann und Rathsherr, zudem einer der Stifter und Vorsteher des dortigen Heiligen-Geist-Hospitals. Wie im Nachwort erläutert, gibt es über ihn wenig Verbürgtes, dafür einiges an Legenden. Eine perfekte Steilvorlage für jeden Autor, Fakten und Fiktion zu verweben und mit der eigenen Phantasie zu bereichern. Genau das hat Ruben Laurin getan und einen schönen, informativen und interessanten Historienroman geschaffen. Allerdings hat der Verlag dem Roman weder mit dem Titel noch mit dem Klappentext einen Gefallen getan. Zwar spielen Handel und Schifffahrt eine Rolle, das „weiße Gold der Hanse“ - wie Salz früher genannt wurde - jedoch gar keine. Und auch die auf der Buchrückseite beschriebene Liebesgeschichte nimmt nur einen kleinen Teil des Buchs ein und verläuft dazu noch ziemlich unspektakulär. Somit könnten gleich zweifach falsche Erwartungen geweckt und enttäuscht werden.

Laurin baut seine Geschichte geschickt auf. Nach einem spannenden Prolog, in dem ein Junge zum Waisen wird, gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 1275. Der Lübecker Ratsherr Morneweg hat einen jungen Maler für die Wandgemälde im neuen Heiligen-Geist-Hospital engagiert. Als der talentierte Künstler wegen eines gebrochenen Herzens erwägt, seine Arbeit niederzulegen, versucht Morneweg, dem jungen Mann zu helfen. Um ihm zu zeigen, dass sich mit Gottvertrauen, Mut und Tatkraft auch aus aussichtslos scheinenden Situationen ein Weg finden lässt, beginnt er, dem Maler eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte des Waisenjungen Moses, der bei einem Piratenüberfall auf das Schiff seines Vaters sein Gedächtnis verloren hat und dem nun ein schwieriges und hartes Leben bevorsteht.

Zwei Zeitebenen und eine Vielzahl interessanter Themen

Erzählt wird somit auf zwei Zeitebenen. Den größten Teil nimmt die Rückblende auf Moses‘ Kindheit und Jugendjahre ein. Unterbrochen wird diese immer wieder von den Ereignissen in der Erzählgegenwart um Bertram Morneweg und den Maler Johannes. Im Gegensatz zu letzterem weiß man als Lesender natürlich von Anfang an, dass Moses und Betram Morneweg ein- und dieselbe Person sind, aber das schmälert das Lesevergnügen nicht, denn Laurin versteht es, über weite Strecken hinweg kurzweilig und informativ zu erzählen. Dabei verwebt er geschickt diverse Themen miteinander: Das Leben und Arbeiten in einem Kontor, der Seehandel mit Fahrten nach Gotland und Nowgorod, das alltägliche Leben in Lübeck, die Bedeutung und Organisation eines Armenhospitals - um nur die wichtigsten zu nennen. Dadurch gelingt es dem Autor hervorragend, ein Bild der damaligen Zeit zu vermitteln und man verzeiht ihm auch die gelegentlichen Längen, die immer mal wieder entstehen. Sehr geschickt sind Prolog und Epilog miteinander verbunden, die vom Anfang zum Ende einen Bogen schlagen.

Die meisten Figuren lassen sich zwar problemlos in die „Guten“ und die „Bösen“ einteilen, dennoch gibt es keine reine Schwarz-Weiß-Malerei, denn die Charaktere besitzen Tiefgang. Moses wird z.B. von seinem Rachedurst getrieben, um den Mord an seinem Vater zu sühnen, und seine Ziehschwester Rebecca muss mit ihren ganz eigenen Dämonen fertig werden. Einige Figuren, wie z.B. Moses Freund Matthis, machen eine erstaunliche Wandlung im Laufe der Zeit durch und bei manchen weiß man bis zum Schluss nicht, auf welcher Seite sie eigentlich stehen.

Sprachlich gelungen

Die Sprache in Historienromanen stellt für Autoren ja oft eine Herausforderung dar: Zu modern darf sie auf keinen Fall sein, aber Originaltreue würde die Geschichte in der heutigen Zeit nahezu unlesbar machen. Alles dazwischen wirkt hingegen oft bemüht. Laurin gelingt der Spagat zwischen Lesbarkeit und dem Gefühl von Authentizität hervorragend. Es sind einzelne Wörter, wie z.B. „Gottseibeiuns“ statt Teufel, oder auch Satzkonstruktionen in gesprochener Sprache oder Gedanken, die wir heute so nicht mehr verwenden würden, die die damalige Zeit noch erlebbarer machen, ohne im Lesefluss störend zu wirken.

Ergänzt wird die Geschichte durch ein Personenregister und eine Zeittafel am Anfang des Buchs, die allerdings einiges über Bertram Mornewegs Leben verraten, so dass allen Lesern, die noch unvoreingenommen an den Roman herangehen möchten, empfohlen sei, diese erst am Schluss zu lesen. Am Ende findet sich noch ein Glossar und ein kurzes Nachwort des Autors, in dem er auf gesicherte Fakten und Fiktion eingeht.

Fazit:

„Das weiße Gold der Hanse“ besitzt zwar einen irreführenden Titel und Klappentext, ist jedoch nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer, informativer und über weite Strecken hinweg spannender Roman über eine nicht allzu bekannte Figur der Lübecker Geschichte, der sich zu lesen lohnt.

Das weiße Gold der Hanse

Das weiße Gold der Hanse

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