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Heike Stepprath
Gefährlicher Identitätswechsel

Buch-Rezension von Heike Stepprath Jun 2020

Nürnberg, 1942. Isaak Rubinstein ahnt, dass die Nationalsozialisten für ihn und allen Juden zur Gefahr werden. Als der Antiquar den Evakuierungsbescheid nach Izbica erhält, bittet er seine Ex-Freundin Clara um Hilfe, seine Familie in Sicherheit zu bringen. Sie bietet an, den Rubinsteins zur Flucht zu verhelfen, wenn Isaak ihr ebenfalls einen Gefallen tut. Er soll den Platz eines Kriminalinspektors inmitten der Gestapo einnehmen. Als Adolf Weissmann soll er den Mord an einer Schauspielerin aufklären und dabei Informationen über die Gefangenen des Widerstands weitergeben. Weißmann ist nicht nur ein hochrangiger Kriminalist, sondern ebenfalls ein persönlicher Freund von Heinrich Himmler. Der kleinste Fehler wird für Isaak damit zur tödlichen Gefahr.

Alex Beer widmet sich in diesem historischen Kriminalroman erneut einem spannenden und düsteren Thema: Dem Nationalsozialismus. 1942 war das Deutsche Reich fest in der Hand der NSDAP, die in der Nürnberger Burg ihr Quartier bezogen hatte. Von dort aus wurden Deportationszüge gen Osten organisiert, die jeweils eintausend Menschen zu den Vernichtungslagern brachten. Der Bescheid, den der Protagonist Isaak Rubinstein erhielt, glich einem Todesurteil. Seine Bitte um Hilfe erscheint damit umso plausibler und erhöht mit der Ungewissheit des Ausgangs die Spannung. Es ist kaum vorstellbar, dass sich der Antiquar in seiner übertragenen Rolle als erfahrener Ermittler behaupten kann. Er bekam weder eine Vorbereitung noch kann er aus einem Erfahrungsschatz schöpfen. Allerdings verdeutlicht diese Rolle die Hörigkeit der Nazis. Keiner wagt es, die Entscheidungen des Laien anzuzweifeln, eilte ihm doch die Information um die Freundschaft des Reichsführers der SS voraus.

Realität erzeugt Gänsehaut

Die Nürnberger Burg bietet eine passende Kulisse für den Roman. Der tatsächlich geplante Umbau der Burg zu einem Ort für Feierlichkeiten und Kultur bietet Raum für den fiktiven Mord an der Schauspielerin. Gleichzeitig wirkt die alte Kaiserburg düster und mächtig genug, um eine Stimmung für 1942 zu erzeugen. Der temporeiche sowie bildhafte Erzählstil lässt die Leser in dunklen Gängen Schutz suchen, hört die vom Gestein wiederhallenden Schritte der Militärstiefel und unterstreicht mit seiner baubedingten Unübersichtlichkeit die Handlung. Rubinstein kann dabei Sympathien sammeln, sodass man mit ihm fiebert, ob sein Einsatz erfolgreich ist. Es geht ja dabei um die Befreiung von drei Mitgliedern der Fränkischen Freiheit, einer fiktiven und an die Weiße Rose angelehnten Organisation. Die Aufklärung des Mordes rückt dabei zeitweise in den Hintergrund. Gänsehaut erzeugt allein die schonungslose Beschreibung der Methoden der Geheimen Staatspolizei.

Fazit:

Alex Beer, die ihr Können mit spannender Unterhaltung bereits mit der Serie um den Wiener Kommissar Emmerich bewies, lässt ihre Leser in die Hochzeit der Nazidiktatur eintauchen. Wichtiger als die Ermittlung im Mordfall sind hier die Gesellschaftsstudie und die Situation der Juden. Jede Figur hat die perfekte Position, um Aufschluss zu geben, wie Ideologien entstanden und derart grausames Handeln nicht früher unterbrochen wurde. Isaak Rubinstein muss sich als mächtiger Wolf in einem neuen Rudel behaupten, das ihn ohne zu zögern zerfleischen würde. Der zweite Band um den Kriminalinspektor wider Willen erscheint im Oktober 2020 mit dem Titel „Der verborgene Feind“.

Unter Wölfen

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