Der Basar des Schicksals

Erschienen: Oktober 2020

Bibliographische Angaben

Antoinette Gittinger (Übersetzung)

Couch-Wertung:

71

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Alexandra Hopf
Interessante Schilderung einer doch recht unbekannten Tragödie

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Dez 2020

Am 4. Mai 1897 findet in Paris der mittlerweile bekannte Bazar de la Charité statt. Hier verkauft die High Society zugunsten der armen Menschen der Stadt unter anderem Schmuck und Kunstgegenstände. Diesmal bricht aber während der Veranstaltung ein verheerendes Feuer aus, in dem mehr als 100 Menschen sterben. Dieses Ereignis wird das Leben von Adrienne, der Ehefrau des Abgeordneten Lenverpré, entscheidend verändern. Sie beschließt ihren Tod beim Brand vorzutäuschen, um so ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen. Auch für ihre Nichte, die junge adlige Alice de Jeansin verändert das Feuer ihr Leben. Das Verhalten ihres Verlobten während der Katastrophe öffnet ihr die Augen. Das Schicksal ihres Hausmädchen Rose, die ihr sehr vertraut ist, bleibt zunächst ungeklärt. Auch Alice begehrt gegen die Unterdrückung der Frau auf und will ihr Leben selbstbestimmt ändern. Wird es den Frauen gelingen ihr Schicksal zu verändern?

Wahre Begebenheit sehr detailliert erzählt

Die französische Drehbuchautorin Odile Bouhier schildert zu Beginn des Buches sehr ausführlich die Situation auf dem Bazar, als das Feuer ausbricht. Der Leser erlebt hautnah mit, welch unglückliches Zusammenspiel zu einer Katastrophe ungeahntem Ausmaß führt. Da sind einige bauliche Mängel, zum Beispiel, dass sich die Türen nur nach innen öffnen lassen und die Menschen in ihrer Panik dadurch eingeschlossen sind. Die damalige Damenmode war verheerend im Feuer und erklärt, warum viele der Toten Frauen waren. Wenn man nun noch bedenkt, dass diese Schilderungen wahren Begebenheiten entsprechen, macht das immer noch betroffen.

Beindruckende weibliche Charaktere

Der Mut der jungen Damen kann den Leser überzeugen. Man fiebert mit ihnen mit, ob es ihnen gelingt, dem damals starren Korsett, dem die Frauen unterworfen waren, zu entkommen. Neben den einzelnen Schicksalen, die man verfolgen kann, entsteht auch ein gewisses Spannungspotential inwieweit die Aufklärung der Katastrophe gelingt. Denn während dem skrupellosen Politiker Lenverpré sehr daran gelegen ist, den Vorfall als Bombenanschlag der Anarchisten dazustellen und daraus Vorteile für die anstehende Wahl zu ziehen, wollen die junge Journalistin Lucile und ihr Patenonkel Hennion, Chef der Sicherheitspolizei, nicht so recht an diese Version glauben und ermitteln selbst. Außerdem interessant ist auch die Beschreibung, wie weit damals schon die Zahnmedizin war: Anhand der Zähne gelingt die Identifikation der bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen. Darunter befindet sich als wohl bekanntestes Opfer die jüngste Schwester der Kaiserin Sissi, die Herzogin Sophie von Alencon. Die Ermittlungen bringen neben der Darstellung der einzelnen Schicksale auch eine gute Portion Kriminalistik mit ins Spiel.

Schreibstil zunächst gewöhnungsbedürftig

Der Schreibstil an sich ist doch in recht einfacher gut verständlicher Sprache. Trotzdem gibt es zwei Punkte, die etwas Konzentration erfordern. Da ist zu einem die Flut an französischen Namen. Wer der französischen Sprache nicht mächtig ist, wird beim Lesen öfter daran hängen bleiben. Außerdem muss man aufpassen nicht den Überblick zu verlieren, wer nun wer ist, da auch kein Personenverzeichnis zur Hand ist. Die zweite Besonderheit ist, dass das Buch in Drehbuchform geschrieben ist. Wenn sich nun zeitgleich etwas an einem bestimmten Datum ereignet, wechselt der Schauplatz und die Personen ohne vorherige Ankündigung. Es ist auch nicht durch einen Absatz kenntlich gemacht, sondern der Text geht in einem fließend fort. Wenn man jedoch diese Vorgehensweise durchschaut hat, kann man das Buch relativ flüssig lesen. Bereits 2019 erschien bei Netflix die gleichnamige Verfilmung. Diese war in eine Miniserie mit acht einzelnen Teilen aufgeteilt. Ob eine zweite Staffel folgen wird, ließ Netflix noch offen.

Fazit:

Interessante Schilderung einer doch recht unbekannten Tragödie mit ungewöhnlichem Aufbau.

Der Basar des Schicksals

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