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Annette Gloser
Wie stark Liebe sein kann

Buch-Rezension von Annette Gloser Apr 2020

Irland, zum Ende des 10.Jahrhunderts: Riona und Fionn scheinen füreinander gemacht. Sie sind ein glückliches Paar, bis das Schicksal sie in die Gefangenschaft und auf den Sklavenmarkt von Dublin führt. Hier werden sie getrennt. Riona wird nach Island verkauft, denn die Isländer suchen immer junge, zähe Frauen für die harte Arbeit in dem kalten Land. Das Leben einer Frau zählt auf Island nicht viel, noch viel weniger ihre Wünsche und Träume. Aber Riona hat eine Aufgabe. Sie muss sich um Lainidh kümmern, jenes kleine Mädchen, dem Fionn auf dem Sklavenmarkt das Leben rettete. Und sie muss Muir beschützen, den Raben, der ihr ständiger Begleiter ist, seit sie ihn einst im Wald fand und gesund pflegte.

Fionn dagegen verschlägt es nach Cordoba, wo er als Sklave eines berühmten Arztes die Chance bekommt, selbst die Heilkunst zu erlernen. Viele tausend Meilen trennen nun die Liebenden. Sie müssen ihr Leben annehmen und sich darin einrichten. Aber vergessen? Vergessen können sie einander nicht.

Zwei kulturelle Pole

Kiera Brennan führt ihre Leser zu den extremen kulturellen Gegensätzen der ersten Jahrtausendwende unserer Zeit. Auf der einen Seite Cordoba mit seinen wundervollen Palästen, seinem hohen wissenschaftlichen Niveau und seinen kultivierten muslimischen Bewohnern. Auf der anderen das kalte Island, auf dem die Menschen täglich um ihr Überleben kämpfen, wahrlich kein Platz für sensible Gemüter, denn hier wird nach den Wertvorstellungen der Wikinger gelebt. So landen die beiden Hauptprotagonisten praktisch auf den entgegengesetzten Polen der Zivilisation. Dennoch gleichen sich ihre Überlebensstrategien. Einsicht in das Notwendige, schnelles Lernen und Zähigkeit bei der Verfolgung eines Ziels gehören dazu. Und als Leser merkt man bald, dass es ziemlich egal ist, wie oft sich jemand wäscht und ob er über goldene Kuppeln oder Holzhütten herrscht: Wenn es um den Erhalt der Macht geht, gibt es keine Gnade! Dankenswerterweise hat die Autorin hier zwei sehr lebendige Charaktere geschaffen, mit großen Stärken, aber auch einigen Schwächen. Und so langweilt man sich beim Lesen nicht mit hehrer Prinzipientreue und edlem Opfermut sondern erlebt zwei Menschen, die in ihrem Überlebenskampf die großen Ideale auch mal vergessen können, die ganz pragmatisch Dinge tun, die ihr Weiterleben sichern, die aber durchaus auch im Gegensatz zu den eigenen moralischen Werten stehen können. Dennoch bleiben sie sich selbst treu und wachsen an den Härten, mit denen das Leben sie konfrontiert. Und auch in den Nebenrollen lernt man interessante Menschen kennen, deren Charaktere spannend und deren Geschichten überraschend sind.

Spannend erzählt

Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Protagonisten in einander abwechselnden Kapiteln, durchaus auch mal mit einem Cliffhanger. Und so landet man als Leser dann erstmal wieder in Cordoba, wo es doch auf Island gerade spannend wird. Oder man muss ganz unvermittelt nach Island, obwohl in Cordoba gerade wichtige Entscheidungen anstehen. Damit kann man sich allerdings durchaus versöhnen, denn am neuen Schauplatz wird es im Regelfall auch sehr schnell spannend und außerdem musste man den sowieso vorhin gerade dann verlassen, als die entscheidende Wende nahte oder der Held / die Heldin um das nackte Leben fürchten musste. Und so wird der Spannungsbogen von Kapitel zu Kapitel hoch gehalten, flacht gelegentlich ab, nur um zum Ende des Kapitels wieder hoch anzusteigen. Dazwischen gibt es immer wieder Abschnitte, in denen die tief verletzte und intrigante Ex-Königin Gormlaith in Irland ihre eigenen Fäden spinnt und den Hintergrund des ganzen Geschehens schildert. Dabei entsteht eine komplizierte Geschichte mit unvorhergesehenen Wendungen und es wird immer fraglicher, ob es hier ein gutes Ende geben kann. In diesem Roman gibt es keine Überhelden. Es gibt Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihr Schicksal meistern, und sie scheinen weitaus eher aus einem wahren Leben zu stammen als aus der Phantasie einer Romanautorin.

Fazit:

Ein spannender und informativer Roman, bei dem die Autorin ein erfreuliches Erzähltalent beweist. Da kann man durchaus mal wesentlich länger im Lesesessel bleiben als man eigentlich vorhatte. Oder auch mal die richtige Busstation verpassen. Empfehlenswerte Lektüre für alle, die auf der Suche nach Abenteuern auch immer noch eine gehörige Portion Liebe brauchen.

Der Schwur des Raben

Der Schwur des Raben

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