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Carsten Jaehner
Das wichtigste Amt der Welt und seine Amtsinhaber

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Feb 2020

Das politische System der Vereinigten Staaten von Amerika sieht vor, dass der Anführer des Landes ein Präsident ist und ein Vizepräsident sein Stellvertreter. Seit dem ersten Präsidenten George Washington, der 1798 ins Amt gewählt wurde, folgten (Stand: Januar 2020) 44 weitere Präsidenten, wobei viele davon zuvor Vizepräsidenten gewesen sind. Ronald D. Gerste hat in seinem Buch zwölf davon herausgesucht, die eine besondere Geschichte haben – sei es vor oder während des Amtes.

Dabei folgt Gerste der Chronologie der Präsidenten, beginnend mit Andrew Jackson, dem 6. Präsidenten, und endend mit Richard Nixon, dem 37. Präsidenten. Anhand der Porträts der jeweiligen Präsidenten und deren Geschichte entsteht so nicht nur ein Porträt von zwölf Präsidenten, deren Biografie auf die eine oder andere Weise etwas bemerkenswertes hervorweisen können. Interessanter ist vielmehr, dass so eine Geschichte des Präsidentenamtes an sich entstanden ist. Dazu gehören auch die Vizepräsidenten, lange Zeit ohne Macht und Bedeutung, wenn nicht gerade der Präsident starb, dazu auch das Wahlsystem der Präsidenten und die Bedeutung und der Einfluss der Gattinnen der jeweiligen Präsidenten, wobei einer erst im Präsidentenamt geheiratet hat.

Präsidenten, Vizepräsidenten und Ehefrauen

Eines der großen Geheimnisse des amerikanischen Wahlsystems, das sogenannte Wahlmännersystem, sorgt auch heute noch für Verwirrung und teilweise damit, dass derjenige, der die meisten Stimmen bekommt, nicht auch automatisch Präsident wird. Dieses verwirrende System verwirrt heute wie damals, heute umso mehr, als dass das System zu einer Zeit installiert wurde, als es vielleicht noch Sinn gemacht hat. Heutzutage sollte man meinen, dass in einem großen demokratischen Land, das so stolz auf sich und seine Verfassung ist, es möglich sein sollte, ein nachvollziehbareres, gerechteres System zu installieren, aber irgendwie scheint dies nicht der Wunsch zu sein. Leider wird dieses Problem in Gerstes Buch nicht angesprochen.

Gleichwohl beschreibt er, wie es dann kommen kann, dass Präsidenten, die weniger Stimmen bekommen als ihr Gegner, Präsident werden, in diesem Fall Rutherford B. Hayes (19. Präsident). Gerade bei ihm sind es die Umstände, die seine Präsidentschaft interessant machen, seine vierjährige Amtszeit war gemessen an anderen eher ereignisarm. Insgesamt waren es bis heute fünf Präsidenten, zuletzt der aktuelle Amtsinhaber Donald Trump, der allerdings in Gerstes Buch keine namentliche Erwähnung findet. Möglicherweise wird diesem Präsidenten ja mal ein eigener Band gewidmet, wer weiß.

Bekannte und unbekannte Namen

Neben unbekannten Namen tauchen für deutschsprachige Leser auch einige bekannte auf, wie Richard Nixon, der im Amt erfolgreicher war als es sein Abgang im Nachhinein vermuten lässt, John F. Kennedy, der aufgrund seiner Gesundheit und seinem Hang zur Untreue niemals hätte Präsident werden dürfen, und Theodore Roosevelt, 26. Präsident und zuvor Vizepräsident unter William McKinley, der ein halbes Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit erschossen wurde.

Bemerkenswert ist auch der Werdegang von Grover Cleveland, dem einzigen Präsidenten, der zweimal vier Jahre regiert und dazwischen vier Jahre von Benjamin Harrison abgelöst wurde. Harrisons Großvater William Henry Harrison war ebenfalls Präsident gewesen (9. Präsident), ein Phänomen, das des Öfteren auftaucht (Verwandtschaft zwischen Präsidenten), zuletzt von den Präsidenten George Bush sen. und George W. Bush. Grover Cleveland hingegen war der einzige Präsident, der, wie eingangs erwähnt, in seiner Amtszeit geheiratet hat.

Dem deutschsprachigen Lesepublikum dürfte auch der Name Ulysses Grant bekannt sein, General während des Amerikanischen Bürgerkrieges und daher allein deswegen für viele ein Kandidat für das Präsidentenamt. Lange sträubte er sich dagegen und schaffte es letztendlich doch ins Amt, nach einigen hin und her und gutem Zureden.

Fazit:

Wer sich also für schöne kuriose Geschichten rund um das wichtigste Amt der Welt (einige meinen: neben dem Papst) interessiert, der sollte bei diesem Buch unbedingt zugreifen. Es enthält über 280 Seiten zwölf Präsidentenporträts, die jeder auf seine Weise ihr Amt geprägt haben und somit zur Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ihren Beitrag geleistet haben – größer oder kleiner. Wie sie es ins Amt geschafft haben, wie sie sich dort geschlagen haben und wie es ihnen nachher ergangen ist, inklusive Familienanhang, das hat der deutsche Arzt und Autor Ronald D. Gerste zusammengetragen und durch einen launigen Schreibstil gekonnt miteinander verbunden. Interessant und teilweise aufschlussreich blickt er zurück auf bald 250 Jahre eines faszinierenden Amtes und dessen Wandel, bedingt durch seine Zeit und seine Amtsinhaber. Schöne Feierabendlektüre.

Trinker, Cowboys, Sonderlinge

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