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Jörg Kijanski
Kurzweiliger Ritt durch die Nachkriegszeit

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jan 2020

Köln. März 1945. Der Krieg ist verloren, die Amerikaner rücken unaufhaltsam in der Domstadt vor. Hadrian „Hardy“ Schmittgen, ein ehemaliger Wachtmeister jenseits der fünfzig, ist einer der letzten Kämpfer dank seines linientreuen Hauptmannes. Doch dann ist auch für ihn Schluss und er kann sich in eine ehemalige Kneipe retten, deren Gebäude noch einigermaßen intakt ist. Dort findet er im Obergeschoss die Leichen der ermordeten Wirtsleute Porovnik. Sie wurden mehrfach erstochen, offenbar war jemand auf der Suche nach ihren Schnapsvorräten, die Hardy kurz darauf unter den Bodendielen findet.

Berlin. April 1945. Der Sieg der Russen scheint nur noch eine Frage von Stunden zu sein. Der Lärm der Stalinorgel beherrscht die Stadt, die Einschläge kommen näher. Die vierzehnjährige Schmugglerin Luisa Porovnik entscheidet sich, ihre Heimatstadt in letzter Minute zu verlassen. Das Ziel ihrer beschwerlichen Flucht ist die Kneipe ihres in Köln lebenden Onkels.

Unter widrigen Umständen treffen Hardy und Luisa einige Zeit später aufeinander und schalten sich in eine nächtliche Schlägerei ein, in der sich ein Brite mit mehreren Amerikanern prügelt. Viel Alkohol war im Spiel, doch nachdem die Amis den Sieg davon tragen, kommt es überraschend noch zu einem guten Ende, denn der Brite ist Lieutnant Commander Reginald Taylor, Verbindungsoffizier des britischen Militärgouverneurs. Fortan bedient sich Taylor der geschickten Luisa und des schlagkräftigen Hardy für spezielle Aufträge. Sollen sie in ihrem ersten Einsatz noch den verschwundenen Dreikönigenschrein des Kölner Doms wieder finden, so geht es bei einem späteren Einsatz in dem von den Russen inzwischen eingeschlossenen Berlin um deutlich mehr. Luisa und Hardy geraten plötzlich unversehens in die große Weltpolitik…

Vom Ende des Krieges bis zur ersten Sitzung des Bundestages

Sebastian Thiel ist den Lesern des Gmeiner-Verlages und Freunden zeithistorischer Krimis kein Unbekannter. Sein aktueller Roman „Deutscher Frühling“ spielt zwischen März 1945 und September 1949 und wirkt ein wenig episodenhaft. Zunächst werden die Protagonisten vorgestellt, dann die Suche nach dem Dreikönigenschrein und später geht es um hochbrisante Dokumente, die auf gar keinen Fall den Russen in die Hände fallen dürfen, da sonst … Sie ahnen es.

Die beiden Hauptfiguren könnten unterschiedlicher nicht sein. Hardy hatte als Wachtmeister bei der Kölner Polizei auffällig hohe Erfolgsquoten, die nicht selten roher Gewalt zu verdanken waren. Eigentlich ein anständiger Mensch, liess er sich wie so viele von den Nazis mitreißen, doch nun nach Kriegsende erkennt er das wahre Ausmaß des Schreckens. Seine Frau und Tochter Theresa hatte er zuvor schon im Bombenhagel verloren. Nun freut er sich über den gefunden Schnapsvorrat der Porovniks. Saufen bis zum schnellen Tod, so soll es sein. Luisa, die in ihren jungen Jahren schon viel Gewalt und Missbrauch erlebt und selber ertragen hat, ist in der schwierigen Phase zwischen naiven Kind und unerschrockener junger Frau. Da Luisa Hardy an dessen Tochter erinnert, rauft sich das ungleiche Paar notgedrungen zusammen.

„Sie waren doch einmal Polizist. Haben Sie kein Ehrgefühl, keine Familie, keinen Glauben?“
„Das hat alles der Krieg gefressen.“

Es kommt zu etlichen Verwicklungen, wobei gegen Ende die Geschichte einige unerwartete Wendungen erfährt. Zuvor war das Auffinden des Schreins etwas arg einfach, ebenso wie die die Beschaffung der äußerst brisanten Papiere in Berlin.

Sebastian Thiel schreibt, wie seine Figuren sprechen. Einfach, bildreich, etwas schnodderig und somit aus Sicht seiner Figuren authentisch. So geht es schnell durch die Handlung, wobei die allgemeine Lage und die Lebensumstände der Menschen sorgfältig herausgearbeitet werden.

Fazit:

Ein abwechslungsreicher Einblick in die Jahre vom Kriegsende bis zur ersten Bundestagssitzung. Sehr anschaulich werden die Folgen des Krieges für Land und Menschen dargestellt. Trotz des geringen Buchumfanges kann man sich gut in die damalige Zeit hineinversetzen und wird zugleich spannend unterhalten.

Deutscher Frühling

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