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Jörg Kijanski
Krimi trifft Stadtgeschichte, so soll es sein

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2019

Ilka Bischop, sechsunddreißig, ist emanzipiert, lebenslustig und finanziell unabhängig, da ihr unter anderem zwei Villen in Hamburg gehören. Als einer ihrer Mieter, der jüdische Bankier Simon Bernstein, in der Alster gefunden wird, ist schnell klar, dass er weder freiwillig noch durch einen Unfall in den Fluss stürzte. Kommissar Laurens Rosenberg, mit dem Ilka seit geraumer Zeit liiert ist, übernimmt die Ermittlungen, in die auch Ilka mehr und mehr hineingezogen wird. Wie die Polizei herausfindet, hatte Bernstein finanzielle Probleme. Von Unregelmäßigkeiten im Devisenbereich ist die Rede und von einem großen Investment in südamerikanische Zitrusfrüchte. Doch wo sollte sich ein Markt für Unmengen an Zitronen und Orangen ergeben? Getrieben von ihrer Neugier ermittelt Ilka auf eigene Faust und findet dabei mitunter mehr heraus als die Polizisten, die sich an strenge Regularien zu halten haben. Als wenig später der Schwager von Bernstein ermordet aufgefunden wird, wird das wahre Ausmaß des Geschehens immer deutlicher und die wichtigste Spur führt geradewegs in die Hamburger Unterwelt. In zwielichtige Spelunken, aber vor allem in die unterirdische Kanalisation…

Emanzipierte und freizügige Ermittlerin

Die Reihe um die Familie Bischop umspannt inzwischen fast ein ganzes Jahrhundert. Dabei wird stets neben dem kriminellen Plot auch die Geschichte der Hansestadt ausführlich beleuchtet. Dabei wird ein fiktionaler Fall in eine historische Umgebung gelungen eingebettet, wie es bei einem historischen Kriminalroman eigentlich immer der Fall sein sollte. Boris Meyn ist promovierter Bauhistoriker und so ist es wohl kein Zufall, dass Ilkas „Bruder“ David für einen namhaften Architekten tätig ist und hierdurch der Leser umfangreich erfährt, welche Bauten aktuell vorangetrieben werden. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, vor allem für die Arbeiterklasse, ist eines der wichtigsten Themen jener Zeit.

Jener Zeit heißt; November 1929. Die Börse in New York ist zusammengebrochen und in Hamburg kommt es verstärkt zu Zwischenfällen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, wobei die NSDAP noch bei unter zwei Prozent liegt. Zum großen Frust für Ilka ist auch ihr jüngerer Bruder Robert dem Führer verfallen, dabei war doch die Familie Bischop zeitlebens streng sozialdemokratisch. Eine spannende Frage bleibt daher, inwieweit Robert womöglich in den Fall „Bernstein“ verwickelt ist? Auch der neue Mann im Leben von Toska, Ilkas bester Freundin, scheint auffällig verdächtig, was wiederum ins Bild passen würde, denn bislang hatte Toska überwiegend Pech mit ihren Männerbekanntschaften. Die freizügige und gern leicht bekleidete Ilka hingegen tendiert inzwischen zu einer festen Beziehung zu Laurens, gäbe es da nicht noch im fernen Stockholm den attraktiven Ture. Doch Ilka muss eine Entscheidung treffen, denn sie befindet sich unerwartet in anderen Umständen. Dumm nur, dass sie nicht weiß, wer der Vater ist.

Fazit:

Neben dem durchaus ansprechenden Krimiplot überzeugt Boris Meyn erneut mit vielen Informationen zur Geschichte, der Architektur sowie dem kulturellen Leben der Hansestadt, eingebunden in die aktuellen politischen Geschehnisse, die das heraufnahende Unheil ankündigen. Wer sich für die 1920er Jahre interessiert, findet hier einen durchweg lesenswerten Roman, der - wie in dieser Reihe üblich - durch einen kleinen Bildteil gekonnt ergänzt wird.

Sturmzeichen

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