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Carsten Jaehner
Ein malender Spion

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Okt 2019

London, 1639. König Charles I. würde gerne absolutistisch regieren und das Parlament beschneiden wo es geht, doch hat sich eine Front von Unzufriedenen unter der Führung von Oliver Cromwell und John Pym formiert, die offen gegen den König rebellieren. Der königliche Gemeindienst unter der Leitung von Thomas Montjoy hat viel zu tun, um seine Gegner auszuspionieren und ihnen einen Schritt voraus zu sein. Als einer der besten Spione arbeitet Richard Faversham, der als Porträtmaler in den Häusern der Adligen ein- und ausgeht und verschlüsselte Botschaften in und hinter seinen Bildern versteckt.

Sein neuer Auftrag führt Faversham nach Haus der Familie Mortimer. Lord Aldwyn weilt an der Front, seine Frau Lady Gladys Mortimer ist sehr krank aber bestimmend, und deren Tochter Lady Vivian kümmert sich so gut es eben geht um den Haushalt. Sie mag Faversham nicht, der ein Porträt von ihrem vor Jahren ermordeten Bruder anfertigen soll. Faversham hingegen soll herausfinden, ob die Familie etwas mit den Verschwörungen gegen den König zu tun hat. Die Nachforschungen verlaufen zunächst unbefriedigend, und nach und nach freunden sich auch Vivian und Faversham an. Doch Faversham findet heraus, dass auf der Burg verbotene Schriften lagern, zudem vermutet Vivian, Faversham könnte ein Spion sein. Wird das alles dem König nützen oder schaden? England steuert auf eine Katastrophe zu.

Charles I. gegen Oliver Cromwell

Mit seinem ersten Roman stösst Magnus Forster direkt in eine spannende Zeit vor, in der England kurz vor dem Umbruch steht. Die Krone unter Charles I. gibt sich unnachgiebig und will das Parlament entmachten, wohingegen das Parlament aufbegehrt und auch das Volk hinter sich weiß. Der König macht viele Dinge falsch, das Parlament ist im Recht und wird sich am Ende durchsetzen, wie die Geschichte zu berichten weiß, allerdings noch nicht in diesem Roman.

Richard Faversham wird ausgeschickt, eine hochadlige Familie auszuspionieren und ein Porträt anzufertigen anhand von Skizzen, denn der Sohn des Hauses wurde unter ungeklärten Umständen ermordet. Seine Schwester Vivian hat sich geschworen, den Mörder zu finden, zumal ihr Vater sämtliche Nachforschungen abgelehnt hat. Der Vater ist aber an der Kriegsfront gegen die Schotten, und so nimmt sie die Nachforschungen in die Hand und gräbt sich allmählich der Wahrheit entgegen. Das eine oder andere Mal will sie schon aufgeben, doch immer wieder gibt es ein kleines Fünkchen Hoffnung, das sie dann doch weiterforschen lässt. Natürlich gerät sie auch das eine oder andere Mal in Gefahr, doch ist sie eine selbstbewusste junge Dame, die nichts so leicht aus der Bahn wirft.

Bis auf Faversham, den sie nicht leiden kann und der ihr schon viel zu lange auf der Burg lebt. Doch ihre Mutter mag ihn und er muss ein Bild nach dem anderen malen, und solange er nicht von seinem Vorgesetzten abkommandiert wird, zumal er bislang keine befriedigenden Ergebnisse bringt, kann er dort auch bleiben. Natürlich entspinnt sich am eine die Andeutung einer Romanze zwischen den beiden. Doch irgendwann muss Richard fliehen, und als sie sich wiedersehen, ist Vivian verheiratet.

Drei Erzählebenen

Es geht munter hin und her in dem Roman von Magnus Forster. Teilweise sogar so munter, dass man vergisst, worum es in dem Roman überhaupt geht. Der Autor hat mit der Erzählung von Oliver Cromwell neben Vivian und Richard eine dritte Erzählebene eingeführt, die Kapitel sind immer jeweils mit dem Namen des Hauptprotagonisten überschrieben. So weiß man immer, wo man gerade ist und wie der Wissenstand der Gegner ist. Aber wer ist wirklich der Gegner? Wer ist hier der „Gute“ und wer der „Böse“? Je länger der Roman dauert, desto weniger weiß man das, aber es ist auch so, dass, je länger der Roman dauert, desto mehr Überraschungen tauchen auf und desto verwirrter kann man als Leser werden.

Forster taucht gut in die Geschichte ein und kann dem Leser auch den politischen Stand der Dinge vermitteln, der wahrlich nicht einfach ist. Allerdings versteigt er sich gelegentlich in Nebenhandlungen, die nicht zielführend sind. Zudem sind einige seiner Erwähnungen zeitlich zumindest fraglich, wie die Nutzung von Gabeln als Instrument beim Essen - jedenfalls zu dieser Zeit in England, wo sich das Gerät noch nicht wirklich durchgesetzt hatte. Ebenso verhält es sich mit der Zeitung, der der Earl morgens aufschlägt. Hiess sie damals noch nicht Zeitung und erschein sie auch noch nicht täglich, noch nicht einmal in London, ist das Lesen eines Nachrichtenblattes doch zumindest historisch sehr knapp. Hier hätte der Autor verlässlicher recherchieren können.

Kein wirklicher Abenteuerroman

Der Autor pflegt einen leichten und gefälligen Erzählstil, dem gut zu folgen ist. Auch die kurzen Kapitel erzeugen ein gewisses Lesetempo, bei dem dem Leser nicht langweilig wird und man immer das Bedürfnis hat, weiterzublättern, denn ein kurzes Kapitelchen geht ja immer noch. Wenn es Richtung Ende aber an die Auflösung geht, wird der Deus ex machina doch arg strapaziert und die Handlung nimmt ein paar sehr steile Wendungen. Immerhin sind die beschriebenen historischen Ereignisse wie des Königs Eindringen in das Parlament belegt und geben dem ganzen einen authentischen Rahmen.

Insgesamt ist „Der Spion des Königs“ nicht so spannend wie Cover und Klappentext erwarten lassen, und für einen „Abenteuerroman“, wie auf dem Titel steht, passieren doch zu wenig spektakuläre Dinge, geschweige denn Kämpfe oder sonstige abenteuerliche Dinge. Die einzelnen Handlungsstränge haben nicht immer Zusammenhänge und wären teilweise auch nicht nötig gewesen. Dennoch lässt das Ende vermuten, dass es eine Fortsetzung geben könnte. Faversham ist weiterhin als Spion tätig und Charles I. noch an der Macht.

Fazit:

Für einen Erstlingsroman ist „Der Spion des Königs“ ordentlich, er enthält aber einige historische Ungereimtheiten und kann gerade auf der Spannungseben nicht durchgängig überzeugen. Die Zeit und vor allem die politischen Verhältnisse sind treffend geschildert, die Handlung allerdings steuert nicht immer auf ein Romanziel zu. Die historisch spannende Ausgangssituation wurde nicht mitreissend genug ausgenutzt. Mit dem malenden Spion Richard Faversham wurde immerhin ein Protagonist mit Potential erschaffen. Eine mögliche Fortsetzung darf gerne stringenter sein. Leider nicht in allen Belangen überzeugend.

Der Spion des Königs

Der Spion des Königs

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