Die Schuld jenes Sommers

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Babette Schröder (Übersetzung)

Couch-Wertung:

83

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Rita Dell'Agnese
Wie schwer wiegt die Schuld?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2019

Frances muss wenigstens für einen Moment der Enge des Hauses entfliehen. Doch bis jetzt ist von Davys Mutter nichts zu sehen – und Frances hatte versprochen, auf den Jungen aufzupassen. Kurzentschlossen bringt Frances Davy zu guten Bekannten, denen sie vertrauen kann. Bath liegt bereits in tiefer Ruhe, als Frances auf die Klippen steigt, um durchzuatmen. Da kommen die Bomber. Die Deutschen haben sich für diese Nacht im Jahr 1942 Bath als Ziel ausgesucht. Hilflos erlebt Frances aus der Ferne mit, wie ihre Heimatsstadt bombardiert wird. Sie will sich zu Davy durchschlagen, um sich zu vergewissern, dass es dem Kind gut geht. Doch das Haus der Bekannten ist weg, zerbombt. In den Trümmern werden die Leichen der Hausbewohner gefunden – nicht aber jene von Davy. Frances ist überzeugt, dass der Junge den Angriff überlebt hat und sucht in den Trümmern nach dem Jungen. Doch während Davy verschwunden bleibt, taucht in den Trümmern der Stadt ein Skelett auf. Es sind die sterblichen Überreste von Wyn, einst beste Freundin von Frances. Wyn verschwand vor 20 Jahren plötzlich, alle mussten davon ausgehen, dass das Kind ermordet wurde. Damals hatte die Aussage von Frances dazu geführt, dass der mutmassliche Mörder überführt und zum Tode verurteilt wurde. Doch der Fundort des Skeletts macht Frances deutlich, dass der damals Beschuldigte nicht der Mörder sein konnte. Voller Verzweiflung und Selbstbezichtigungen versucht Frances, das Verschwinden Wyns aufzuklären und den Verbleib von Davy zu klären.

Viele Zufälle

Katherine Webb wählte auch für diesen Roman zwei Zeitebenen, auf denen die Geschichte fusst. Beide liegen deutlich in der Vergangenheit. Zum einen spielt die Geschichte zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, zum anderen rund 20 Jahre zuvor. In beiden Geschichten stecken einige Überraschungen, jede Geschichte folgt ihrem eigenen roten Faden. Verbindende Elemente sind Frances als Hauptfigur und die Familie der damals verschwundenen Wyn als tragende Nebenfiguren. Frances ist eine junge Frau, die gedanklich stark mit den Ereignissen zwanzig Jahre zuvor verknüpft bleibt und sich nicht so richtig entfalten kann. Erst als ihr klar wird, dass sie damals, als Kind, durch ihre Aussage dazu geführt hat, dass ein Mann sein Leben verlor, der wohl unschuldig am Verschwinden der kleinen Wyn war, setzt sie sich mit dem latenten Schuldgefühl auseinander, das sie fast ihr ganzes Leben begleitete. Gleichzeitig versinkt sie in neuen Schuldgefühlen – nicht zuletzt, weil der kleine Davy, für dessen Verschwinden Frances die Verantwortung übernimmt, der Neffe der damals ermordeten Wyn ist. Und hier beginnt eine ganze Reihe von Zufällen, die die Geschichte bestimmen. Einige dieser Zufälle wirken etwas gar bemüht und geben der Geschichte da und dort einen leichten schalen Beigeschmack.

Offene Fragen

Während Frances verzweifelt nach Davy sucht und von dessen Mutter Carys als verantwortungslos beschimpft wird, bleiben beim Leser etliche Fragen offen. Unter anderem diejenige, wie Carys, die das Kind bei Frances zurückgelassen hatte, ohne sich darum zu kümmern, den Kleinen wieder abzuholen, dazu kommt, auf diese Weise aufzutrumpfen und Frances mit Vorwürfen zu überhäufen. Aber auch die Frage, weshalb sich Frances nicht klar gegen Carys Angriffe und böse Beschuldigungen zur Wehr setzt. Das will nicht so recht zum ansonsten doch recht bestimmenden Auftreten Frances’ passen. Nicht ganz schlüssig ist auch die Geschichte rum um Wyn. Das kleine Mädchen wird als gehörige Tyrannin geschildert, die insbesondere ihrer älteren Schwester Carys das Leben schwer macht, aber auch Frances zu allerlei Unfug anstiftet. Dem steht die überbehütende Art der Mutter von Frances gegenüber, die dann aber doch nichts vom Treiben der Mädchen bemerkt hat. Solche offenen Fragen trüben die ganze Geschichte etwas.

Schönes Zeitbild

Ausgezeichnet gelungen ist der Autorin die Schilderung einer Zeit, in der sich die Menschen in einem Ausnahmezustand befanden. Das Chaos in Bath nach der Bombardierung wird in stimmigen Bildern erzählt und die kopflose Verzweiflung, wie auch der Versuch, des ganzen Herr zu werden, kommt sehr gut zum Ausdruck. Die Leser sind in der Lage, sich in die Menschen hineinzufühlen, die zum einen unter der bedrückenden Enge in ihren Häusern leiden, zum anderen aber wissen, dass sie jederzeit zum Ziel von Luftangriffen werden könnten. Auch die Gefühlslage der Protagonistin Frances kann sehr gut nachempfunden werden. So punktet die Autorin einmal mehr mit gelungenen Zeitbildern und starken Charakteren.

Fazit:

«Die Schuld jenes Sommers» reiht sich in die gelungenen Werke der Autorin Katherine Webb ein, kann mit einigen Überraschungsmomenten aufwarten und liest sich süffig. Der eine oder andere Schönheitsfehler mag sich auf den positiven Gesamteindruck kaum auswirken. Der Roman ist ein solides Stück Unterhaltung und beschwört die Zeit der Luftangriffe noch einmal greifbar herauf.

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