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Carsten Jaehner
Hohe Diplomatie in Zeitdokumenten

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2019

Der österreichische Verlag Wilhelm Braumüller hat im Jahr 1875 Aufzeichnungen von Fürst Clemens Wenzel Lother von Metternich über Napoleon Bonaparte herausgebracht. Die damals nur vierzigseitige Ausgabe wurde mit den Jahren ergänzt und wurde aus Metternichs Nachlass auf insgesamt acht Bände ergänzt. Anlässlich des 250. Geburtstags von Napoleon Bonaparte im August 2019 hat der Braumüller Verlag in einem 136seitigen Bändchen drei Teile daraus erneut herausgebracht und ermöglicht so der heutigen Leserschaft den Blick eines österreichischen Kriegshelden auf den großen Franzosenkaiser.

Glücklicherweise hat der Verlag die Dokumente in alter Orthografie gelassen und den Schriften so ihre Ursprünglichkeit gelassen. Naturgemäß sind so ungewohnte Formulierungen und Satzkonstruktionen erhalten geblieben, die heute nicht mehr genutzt werden und vielleicht auch den einen oder anderen Schmunzler hervorrufen. Doch so bleibt die Authentizität erhalten und der Sprung in Metternichs Gedankenwelt wird umso intensiver.

Des Kaisers Vertreter beim Kaiser

Metternich berichtet von seiner ersten Begegnung mit Napoleon, wie es dazu kam und wie sie sich zugetragen hat. Metternich war seinerzeit bereits in diplomatischen Diensten und so nicht unerfahren mit hohen Persönlichkeiten. Napoleon hatte ihn gewissermassen als Botschafter des österreichischen Kaisers angefordert:

„In der allgemeinen Lage der Dinge war meine Stellung eine sonderbare. Auf dem vorgeschobensten Posten stehend, um die Bewegung, deren Mittelpunkt der Kaiser der Franzosen bildete, zu beobachten; bei ihm einen großen Monarchen vertretend, dessen Reich der Last der Umstände unterlegen, aber bereit war, bei der ersten Gelegenheit sich wieder zu erheben; (…) begriff ich, daß meine Aufgabe sich in die Rolle eines ruhigen und so unparteiischen Zusehers zusammenfasse, als dies ein Mann von Herz in einer Epoche, wo die Welt eine sociale Umgestaltung durchmachte, möglich sein konnte.“

Metternich steht irgendwie zwischen den Stühlen, den einen Kaiser beim anderen vertretend, fasziniert von dem einen und dem anderen unterstehend. Doch darin besteht eben das Feld der Diplomatie, hier den richtigen Weg zu finden und das Schlimmste für das eigene Land zu verhindern. Der Barumüller-Verlag hat interessante Textstellen herausgesucht, die Metternich über Napoleon erzählen lassen, wobei auch viel von >Kämpfen und Schlachten und Jahreszahlen die Rede ist.

Metternichs privater und politischer Blick auf Napoleon

In einem zweiten Schriftstück in dem Büchlein berichtet Metternich über eine Unterredung mit Napoleon in Dresden im Juni 1813 in der man einige Wesenszüge des Kaisers erkennen kann. Interessant aber vor allem als drittes Metternichs Denkschrift über den Charakter und die Eigenheiten Napoleons und damit der Versuch einer historischen Einordnung Napoleons. Metternich versucht, trotz seiner naturgegebenen Feindschaft zu Napoleon am Ende eine halbwegs neutrale Bewertung Napoleons in die Geschichte zu finden und unterscheidet dabei auch zwischen dem Privatmann und dem Kaiser. Am Ende kommt er zu dem Schluß, dass niemand anderes als Bonaparte das Bonapartistische Reich bauen und führen konnte, und nach ihm konnte es keinen gleichberechtigten Nachfolger geben:

„Das riesenhafte Gebäude, das er errichtet hatte, war einzig und allein die Schöpfung seiner Thatkraft; er selbst war gleichsam der Schlußstein dazu. Doch fehlte diesem Wunderbau das Fundament; (…) Sobald der SChlußstein aus dem Gebäude genommen worden war, fiel dasselbe in Trümmer zusammen. [Das französische Kaiserreich], entworfen von Napoleon und geschaffen durch ihn, lebte es nur in ihm und durch ihn; mit ihm mußte es auch zu Grunde gehen!“

Fazit:

Der Braumüller-Verlag hat mit seinem kleinen Bändchen einen interessanten Beitrag Österreichs zum Napoleon-Jahr gebracht und mit Fürst Metternich als Quelle einen Augenzeugen aus erster Hand sprechen lassen. Das Büchlein, als Hardcover mit Leseband gestaltet, zeigt für geschichtsinteressierte einen Einblick in die damalige hohe Politik und zeichnet ein Bild des Franzosenkaisers sowohl mit privaten als auch mit politischen Augen. Besonders für Historiker geeignet, für Romanliebhaber eher nicht.

Fürst Metternich über Napoleon Bonaparte

Fürst Metternich über Napoleon Bonaparte

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