Waterloo - Eine Schlacht verändert Europa

Erschienen: April 2015

Bibliographische Angaben

Karolina Fell (Übersetzung), Leonard Thamm (Übersetzung)

Couch-Wertung:

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Carsten Jaehner
Lässt keine Wünsche offen und gehört in den Bücherschrank jedes geschichtsinteressierten Lesers

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2019

Am 18. Juni 1815 fand bei dem belgischen Städtchen Waterloo eine der wichtigsten Schlachten der Weltgeschichte statt. Auf der einen Seite kämpfte der französische Kaiser Napoleon Bonaparte mit seinen Truppen, auf der anderen Seite vor allem die Alliierten, darunter vor allem die Engländer unter dem Kommando von General Wellington, genannt „The Duke“ und auf preußischer Seite die Truppen von Feldmarschall Blücher. Bekannterweise siegten die Alliierten und fügten Napoleon somit dessen endgültige Niederlage zu, die zum Ende seiner sogenannten „Herrschaft der hundert Tage“ führte und ihn letztlich ins Exil auf die Atlantikinsel St. Helena brachte.

Über diese Schlacht sind unzählige Bücher geschrieben worden, Sachbücher wie Romane, Analysen und Geschichten, und auch der englische Schriftsteller Bernard Cornwell hat sich mit der Thematik befasst. Durch seine Sharpe-Reihe sowieso schon in der napoleonischen Zeit erfahren, veröffentlichte er 2015 (in deutscher Übersetzung 2016) sein erstes Sachbuch „Waterloo“. Über 450 Seiten beschreibt er nicht nur die Schlacht selbst, sondern auch kurz den politischen Weg, der überhaupt zur Schlacht führte, zudem auch intensiv die drei Tage vor der Hauptschlacht, in denen die Armeen taktieren und sich positionieren.

Hervorragend recherchiert

Kenner und Leser von Romanen von Bernard Cornwell können sich sicher sein, dass dies kein trockenes Sachbuch nur mit Zahlen und Fakten ist. Cornwell selber bezeichnet sich als „Geschichtenerzähler und Militärhistoriker“, und genau das tut er auch in „Waterloo“, er bleibt seinem Stil treu, was seine Fans erfreuen wird und ihm wohl neue Leser bescheren wird. Cornwell schreibt sein Sachbuch spannend wie einen Roman, hält sich aber an die Fakten und erzählt so lebendige Geschichte.

Da Cornwell selber Engländer ist, liegt sein Hauptblick auf General Wellington, was aber auch daran liegt, dass Wellington mit auf dem Schlachtfeld war und kämpfte und seine Truppen angefeuert hat, Napoleon selbst stand oder saß nur auf seinem Hügel und griff selbst nicht mit ein. Dass führte natürlich dazu, dass Wellingtons Männer ihm bedingungslos gehorchten, während Napoleons Männer auch ihre eigenen Meinungen hatten. Vielleicht auch einer der Aspekte, warum Napoleon letztlich verloren hat.

Genaue aber kurzweilige Beschreibungen

Cornwells Buch besticht aber nicht nur durch seine sprachlichen Fähigkeiten, dem Leser das Geschehen lebendig nahezubringen. Den einzelnen Kapiteln sind Bilder von Gemälden und Zeichnungen hinzugefügt, die am Ende eines jeden Kapitels jeweils das gerade gelesene veranschaulichen und belegen, wodurch alles direkt viel plastischer wird. Zudem belegt er seine Texte mit einer Unmenge von Zitaten von Überlebenden, die akribisch zusammengetragen wurden und die dem Leser den direkten Eindruck vom Feld wiederspiegeln. Hier ist man als Leser mit dabei, es sind die kleinen Geschichten, die am Ende die große Schlacht ausmachen und sich zu einem großen Ganzen fügen. So sagte Wellington, als er nach seinen Plänen gefragt wurde:

„Nun, Bonaparte hat mir seine Absichten nicht mitgeteilt, und nachdem meine Pläne von den seinen abhängen, wie können Sie da von mir erwarten, dass ich Ihnen erkläre, was ich für Pläne habe?“

Cornwell versteht es nicht nur, den Ablauf der viertägigen Schlacht zu erklären, sondern auch zu durchleuchten. Wer wann wo warum mit seinen Armeen gewesen ist und warum nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt am Treffpunkt, warum Taktiken nicht aufgingen, wer sich den Befehlen warum widersetzt hat und was für lokale Umstände es gab, das wird logisch aufgeschlüsselt und erklärt. So wollte Napoleon morgens um 8 Uhr angreifen, da es aber die Nacht durchgeregnet hatte, konnte man keine Kanonen benutzen, da diese sich durch den Rückstoss tief in den Schlamm eingegraben hätten und so nur einmal zu gebrauchen gewesen wären. So wartete Napoleon mehrere Stunden, bis der Boden so trocken war, dass dies Problem nicht mehr auftauchen konnte. Dies als Beispiel für Umstände, die eine Schlacht beeinflussen können.

Interessant auch Fakten wie die Genauigkeit der Musketen. Schlecht gebohrte Musketenläufe sind nahezu wirkungslos und schiessen nicht geradeaus. Je näher der Feind ist, desto besser kann man ihn treffen, je weiter weg der Feind, desto eher kann man das schiessen auch sein lassen:

„Während der Napoleonischen Kriege wurden Schätzungen zum Wirkungsgrad von Musketen vorgenommen. Bei der Schlacht von Talavera wurde überschlagen, dass in einer halben Stunde 1300 Franzosen entweder getötet oder verwundet wurden, doch um das zu erreichen, waren 30.000 Musketenkugeln nötig gewesen! Wellingtons Armee feuerte bei Vitoria 3.675.000 Kugeln ab und verursachte 8000 Ausfälle, was einer Trefferquote von eins zu 459 entspricht!“

Cornwells Buch wird neben vielen Bildern und unzähligen Zitaten ergänzt durch ein einordnendes Nachwort, viele taktische Karten, eine Danksagung, eine ausführliche Bibliografie, einem Register und dem Abbildungsverzeichnis. Da Cornwell immer wieder einige Personen auftauchen lässt, die man bereits kennt, malt er so durch große und kleine Bilder ein riesiges Porträt einer Schlacht, die die Geschichte Europas entscheidend verändert hat.

Fazit:

Wer sich für Schlachten, Napoleon und Waterloo im Besonderen interessiert und nicht weiß, wo er mit der Literaturflut anfangen soll, ist bei Bernard Cornwells „Waterloo“ bestens aufgehoben. Besonders für Einsteiger in geschichtliche Abläufe und Kriegstaktiken ist das Buch geeignet. Cornwell erweist sich auch auf dem Gebiet des Sachbuchs als Erzähler, der den Leser fesseln kann. Das Buch lässt keine Wünsche offen und gehört in den Bücherschrank jedes geschichtsinteressierten Lesers.

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