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Jörg Kijanski
Krieg, Liebe, Hexenjagd – der ganze Wahnsinn

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2019

1619. Philipp Juncker wurde Opfer eines schweren Unglücks, welches sich in der Werkstatt seines Vaters ereignete. Zwei halbstarke namens Conrad und Johannes, die in den Krieg ziehen wollten, Schießpulver, Alkohol und ein Streit zwischen seinem Vater und dem Vater seines besten Freundes Nikolaus, führten zur Katastrophe. Drei Jahre später lebt Philipp bei seinem dreiundzwanzig Jahre älteren Bruder Zacharias und dessen Frau Anna in Walthüren. Dieser soll einen neuen, prächtigen Altar für die dortige Wallfahrtskirche bauen. Eine Aufgabe, die eigentlich Philipp übernehmen sollte, doch der inzwischen Achtzehnjährige ist seit jenem Unglück erblindet. Er ist verbittert und selbstmitleidig, sieht in seinem Leben keinen Sinn mehr, obwohl seine große, heimliche Liebe Katharina in Walthüren lebt. Doch jetzt scheint alles vorbei zu sein, denn welche junge Frau lässt sich schon mit einem Blinden ein, der noch dazu später mal eine Familie ernähren soll?

Der Altarbau indessen will nicht vorankommen. Es kommt zu seltsamen Zwischenfällen. Die Stimmung in der kleinen Stadt ist aufgeheizt. Missernten, der große Krieg und ein bedrohlich wachsender Aberglaube prägen das Leben der Not leidenden Menschen. Andernorts brannten schon die ersten Hexen. Nachdem Anna unter äußerst unklaren Umständen stirbt, nimmt Zacharias ausgerechnet die deutlich jüngere Katharina zur Frau. Philipp will nur noch weg und zieht – allein mit seinem Hund – in eine ungewisse Zukunft. Erst Jahre später, als seine unerfüllte Liebe selbst der Hexerei angeklagt wird, kehrt er nach Walthüren zurück…

Bildgewaltiger Roman vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges

„Der Fluch des Blutaltars“ von Anne Grießer entführt an die Stätte der Walldürner Wallfahrt, deren Geschichte auf dem „Blutwunder von Walldürn“ aus dem Jahre 1330 basiert. Anfang der 1620er Jahre soll für das Wunder spendende Altartuch ein neuer Altar gebaut werden, doch dieser entzweit nicht nur die Familie des jungen, blinden Protagonisten, sondern deren seltsame Begleitumstände führen auch zu allerlei Unmut im Ort. Es tobt der Dreißigjährige Krieg, Missernten führen zu katastrophalen Hungersnöten und obendrein verlangen Soldaten oder marodierende Söldner freie Unterkunft und Logis. Damit dem nachrückenden Feind keine Lebensmittel in die Hände fallen, werden die Felder der armen Bauern kurzerhand beim Abzug der Soldaten durch diese verbrannt.

Anne Grießer schildert facettenreich eine ebenso ereignisreiche wie düstere Epoche. Dort, wo der normale Verstand beim einfachen Volk aussetzt, ist der Nährboden für abstruse Anschuldigungen aller Art schnell gelegt. Während der Pfarrer die Dorfgemeinde für ihr Elend selber zur Verantwortung ziehen möchte, schließlich führt diese ein wenig gottgefälliges Leben mit Trunkenheit und Lüsterei, so sucht diese den Feind dank eines beständig wachsenden Aberglaubens. Es sind die besonders Einfältigen und Erfolglosen, die an Teufelswerk und Hexerei glauben und dabei unschuldige Nachbarn in Verruf bringen. Bei einer peinlichen Befragung hat noch jeder gestanden, Folter ist ein gewinnbringendes Instrument.

„Die Teufelshure hat gestanden! Dass sie eine Hex ist, dass sie den Arsch des Satans geküsst hat, dass sie ihm beigelegen und zum Hexensabbat auf den Katzenbuckel geflogen ist! Sie hat aus Zuckerwasser Mäuse gemacht! Eine Teufelssalbe gesotten, mit der sie Kühe totzaubern konnte! Auf die Hostie hat sie gespuckt und das Vaterunser rückwärts gesprochen!“

Zwischen dem Verlassen seiner Heimatstadt (nachdem die große Liebe zu Katherina endgültig dahin scheint) und seiner Rückkehr zur Rettung derselben, erlebt Philipp einige Abenteuer. Diese sollen hier nicht vorweggenommen werden, sind aber in sich schlüssig und fügen sich stimmig in die Grundgeschichte ein.

Fazit:

Wer hier einen gefühlsduseligen Liebesroman erwartet, kann entwarnt zugreifen. Natürlich begegnet der Hauptfigur – immerhin ein junger Mann – das Thema Liebe in mehrerlei Hinsicht, aber auch die dunklen Seiten der damaligen Zeit werden ausreichend beleuchtet. Diverse Verbrechen sorgen für durchgehende Spannung, allein der im Hintergrund stattfindende Dreißigjährige Krieg kommt recht verhalten vor. Ebenso verzichtet die Autorin bei den Themen Krieg, Verbrechen und Hexenjagd auf allzu ausufernde Details. Dies wirkt ein wenig oberflächlich, dafür dürfen auch etwas zart besaitete Freunde des Historischen Romans gerne zugreifen. Insgesamt sehr stimmig und teils auf historischen Fakten basierend.

Der Fluch des Blutaltars

Der Fluch des Blutaltars

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