Die Kathedrale des Himmels

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

Lisa Grüneisen (Übersetzung)

Couch-Wertung:

83

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Alexandra Hopf
Bildgewaltiges Epos zur Geschichte Barcelonas

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Dez 2019

In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts befindet sich die Stadt Barcelona in einer aussichtslosen Lage. Es herrscht ein erbitterter Kampf zwischen dem skrupellosen Adel und den Sarazenen. Die Stadt ist fast am Ende und ganze Landstriche der spanischen Mark sind durch die Kämpfe entvölkert. In dieser Zeit beschließt die Kirche, den jungen Frodoi als Bischof nach Barcelona zu entsenden. Seine Aufgabe soll das Befrieden des Landes und der Fertigbau der begonnenen Kathedrale sein. Er beschließt auf seine Reise einen ganzen Zug Menschen mitzunehmen. Sie sollen von ihm Land erhalten und dieses gegen Entgelt bewirtschaften.

Diese neue Chance wollen auch das junge Ehepaar Gali und Elisia nutzen und dort eine Herberge eröffnen. Zu Beginn der Reise verhilft die junge Ehefrau dem Geschwisterpaar Isembard und Rotel sich dem Zug durch eine List ebenfalls anzuschließen. Die beiden stammen vom früheren Ritter der Mark Isembard de Tenes ab. Nach dessen Verschwinden gelang den beiden Kindern die Flucht und sie wuchsen im Kloster Santa Afra auf. Doch als beide erwachsen wurden, verkaufte der neue habgierige Abt des Klosters die bildhübsche fünfzehnjährige Rotel an den Adligen Drogo von Borr. Um dem Schicksal, in dessem Harem zu landen, zu entkommen müssen sie nun erneut fliehen.

Die bedauerlichen Reste der Stadt Barcelona und die dort herrschenden Zustände als der Bischof Frodoi mit seinem Gefolge eintrifft sind niederschmetternd. Doch der junge Kirchenmann lässt sich nicht entmutigen. Mit unglaublicher Willensstärke nimmt er den Kampf auf. Dabei erhält er Unterstützung von der betörenden Adligen Goda. Doch die Verbindung der beiden ist gefährlich. Auch das Leben der Eheleute Gali und Elisia wendet sich nicht wie erhofft zum Guten. Und für die Geschwister Isembard und Rotel hält das Schicksal ganz besondere Aufgaben bereit. Wird der Wiederaufbau der Stadt gelingen und für alle Menschen ein gesichertes Leben bringen?

Kathedralenbau eher Nebensache

Der Aufbau des Romans erscheint zunächst einmal gut strukturiert. Er ist in fünf große Abschnitte unterteilt, zwischen denen größere Zeitabschnitte liegen. Jeder beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung historisch belegter Ereignisse, die genau zu dem jeweiligen Abschnitt passen. Damit wird dem Leser das nötige Hintergrundwissen zum besseren Verständnis vermittelt. Um das ganze entsprechend abzuheben, sind diese Informationen kursiv geschrieben.

Der Autor beginnt viele verschiedene Erzählstränge und der Leser muss wirklich aufpassen, den Überblick nicht zu verlieren. Denn bedingt durch diese Vielfalt an Handlung treten auch viele Personen auf. Manche Handlung erscheint etwas unausgereift und verläuft irgendwann im Nichts, so zum Beispiel die Geschichte um die Frauen im Wald. Auch der Bau der Kathedrale ist im Roman eher nebensächlich. Er wird zwar immer mal wieder erwähnt, aber die Entstehung selbst spielt eine untergeordnete Rolle. Aufgrund des Romantitels erwartet man da vielleicht mehr Informationen dazu.

Klar gezeichnete Hauptprotagonisten

Wenn auch eine Vielzahl von Personen auftreten, kristallisieren sich die Hauptprotagonisten des Werkes doch gut heraus. Bischof Frodoi erscheint als starke Persönlichkeit. Diese Stärke haben ihm seine Feinde, die in quasi zur Strafe nach Barcelona geschickt haben, nicht vermutet. Die weiblichen Figuren Goda und Elisia können ebenfalls überzeugen. Der junge Isembard macht eine bemerkenswerte Entwicklung vom kleinen Jungen aus dem Kloster Santa Afra zum stattlichen Ritter der Mark durch. Seine Schwester Rotel driftet eher in die Richtung des Bösen ab, aber der Leser bekommt eigentlich in Anbetracht der Vorkommnisse eher Mitleid mit ihr. Dem gegenüber stehen die Charaktere die eher das Böse und Grausame verkörpern, allen voran der Adlige Drogo von Borr. Doch auch der Graf Bernhard von Gothien scheint diese Eigenschaften in sich zu vereinen. Gali ist anfangs schlecht einzuschätzen, muss dann aber auch dieser Kategorie zugeordnet werden.

Zwei Jahrzehnte geballte Geschichte Barcelonas

Der Autor liefert mit über 700 Seiten ein sehr umfangreiches Werk ab. Dabei versucht er dem Leser durch geschicktes Verknüpfen von geschichtlichen Begebenheiten und fiktiven Geschehnissen dem Leser die zwei wichtigsten Jahrzehnte der Geschichte von Barcelona näher zu bringen. Auch wenn einen der gewaltige Umfang des Buches zunächst abschrecken mag, liest es sich doch größtenteils kurzweilig, dies wird durch einen leicht verständlichen Schreibstil unterstützt. Nur vereinzelte Stellen ziehen sich etwas dahin. Es werden immer mal wieder Kampfszenen dargestellt. Dabei gelingt es dem Autoren, die Brutalität damaliger Schlachtszenen eindrucksvoll zu schildern, ohne auf allzu blutrünstige Details zurückzugreifen.

Bei der Gestaltung des Covers setzt der Harper Collins Verlag überwiegend auf düstere Farben und schlichtes Design. So wird ohne große Ausschmückungen das Innere einer Kathedrale gezeigt und nimmt so Bezug auf den Titel.

Fazit:

Wer hier aufgrund des Titels einen monumentalen Roman über die Entstehung der Kathedrale Barcelonas erwartet, liegt falsch, denn der Bau ist lediglich eine Nebenhandlung, die immer mal wieder im Verlauf thematisiert wird. Trotzdem ist das Buch unterhaltsam zu lesen und liefert einige interessante Details über die Geschichte der Stadt Barcelona.

Die Kathedrale des Himmels

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