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Jörg Kijanski
Der große Krieg ist vorbei, vergessen ist er nicht

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2020

Leipzig, Anfang 1920. Kommissar Paul Stainer ist einer der ersten Soldaten, die aus französischer Kriegsgefangenschaft heimkehren. Ausgerechnet an seinem Geburtstag ist er zurück und will in die Arme seiner gelliebten Frau Edith fallen. Doch einige Briefe, die er während des Krieges von ihr erhielt, lassen nichts Gutes erwarten. Schon früher war die Ehe nicht perfekt, zu oft ging der Beruf vor. Dann hielt Edith ihn für tot und ist seit geraumer Zeit mit Eugen Brand liiert, der zu Pauls Verdruss rund zwanzig Jahre älter ist. Doch während es privat kriselt, ergibt sich eine unerwartete berufliche Perspektive, denn der Polizeipräsident Dr. Kubitz erwartet ihn zum Dienst zurück. Nicht nur das, auch eine Beförderung zum Kriminalinspektor und damit zum Leiter der Kriminalpolizei erfolgt. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt indes nicht, denn plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Ein Gymnasiallehrer wird ermordet, ein Finanzbeamter aus Berlin begeht angeblich Selbstmord durch Erhängen und in einer Villa des stadtbekannten Fabrikanten Weingarten kommt es zu einer wilden Schießerei mit drei Toten. Stainer und Kommissaranwärter Siegfried Junghans sind schon bald einem perfiden Netzwerk auf der Spur, denn die Todesfälle hängen miteinander zusammen und betreffen Stainer persönlicher als er sich vorstellen kann.

Packende Zeitreise für Fans von „Babylon Berlin“

Ähnlich realistisch wie in den Werken von Volker Kutscher (die Romane sind die Vorlagen für die beliebte Serie „Babylon Berlin“) entführt uns Thomas Ziebula in seinem ersten historischen Kriminalroman in das Leipzig der Nachkriegsjahre. Die Auswirkungen des Krieges sind unübersehbar, Menschen mit fehlenden Gliedmaßen prägen das Stadtbild. Der Versailler Friedensvertrag ist seit kurzer Zeit in Kraft, die Alliierten fordern die Auslieferung hunderter Soldaten, die Stimmung in der Bevölkerung ist äußerst gereizt.

„Sie stoßen mit Ihren Ermittlungen in Bereiche vor, die den Argwohn und den Widerwillen gewisser Amtsträger erregen. Einflussreicher Kollegen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Man reagiert politisch durchaus empfindlich in diesen Tagen, da die Siegermächte deutsche Soldaten vor Gericht stellen möchten. Mehr muss ich nicht sagen, oder, Herr Kriminalinspektor?“

Paul Stainer war und ist Sozialdemokrat, hat im Krieg 1916 an der Somme gekämpft und fiel anschließend in die Arme des Psychiaters Dr. Prollmann, der unter anderem mit Elektroschocks arbeitete. Zu Stainers Entsetzen ist Dr. Prollmann nun der für seine aktuellen Fälle zuständige Gerichtsmediziner. So kann er nur hoffen, dass dieser nicht seine Krankenakte an seinen Vorgesetzten, Regierungsrat Kasimir, weiterleitet, der Stainer ohnehin feindlich gegenübersteht. Stainer ist noch immer traumatisiert. Zittern, Albträume und Gedächtnisverlust machen ihm zu schaffen; dass er aber auch unter Halluzinationen leidet, könnte ihn den Job kosten.

Während die sich mit Wasser füllte, betrachtete Stainer wieder sein Spiegelbild. „Seit wann sehen Kriminalinspektoren aus wie verkaterte Gespenster?“, fragte er sich selbst. Und gab sich selbst die Antwort: Die Schießerei vor dem Friedhof, die Toten in der Villa, der stinkende Murrmann neben dem Vogelbauer und dann noch eine Gattin, die sich scheiden lassen wollte – das alles war ein bisschen viel für vier Tage Kriminalistenexistenz; zu viel für einen, der zuvor dreieinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft zugebracht hatte.“

Die Figuren in „Der rote Judas“ sind herausragend gezeichnet, was auch für die Nebenfiguren gilt. Viele haben ihre Päckchen aus dem Krieg zu tragen, die meisten realisieren, was geschehen ist. Gleichwohl gibt es viele nationalistische Frontsoldaten, die sich von den Roten, allen voran der SPD, verraten fühlen. Jetzt auch noch der vermeintliche Schandvertrag, das Kriegsdiktat von Versailles. Wohin dies führt wird schnell klar, denn eine rechte Gruppierung räumt offenbar mit (linken) Verrätern auf. Auf der anderen Seite finden Stainer und seine Leute Hinweise auf Gräueltaten der Reichswehr, die sich 1914 in Belgien ereigneten. Unter dem Vorwand gegnerische Heckenschützen zu erschießen, werden zahlreiche Zivilisten ermordet. Kriegsverbrechen, die vertuscht werden sollen. Wer Freund und Feind ist, damals wie heute, ist dabei nicht immer klar.

Fazit:

Eine sehr lebendige Darstellung der Nachkriegszeit mit einem packenden Plot, der zwischen Polizei und Tätern öfters wechselt. Die Figuren sind großartig entworfen, es gibt reichlich Action und politisches Hintergrundwissen. So macht Geschichte Spaß und es bleibt zu hoffen, dass dies der Start einer neuen Serie wird, in der allerdings nicht nur die Bösen sterben.

Der rote Judas

Der rote Judas

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Letzte Kommentare:
28.02.2020 08:02:23
elke17

Kratzt man an der Oberfläche der „Goldenen Zwanziger“ wird sehr schnell klar, dass diese Zeit nicht nur aus Bubikopf und Charleston besteht. Der Erste Weltkrieg hat Wunden geschlagen und nicht nur das gesellschaftliche Leben auf den Kopf gestellt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht in Sicht. Eine ungewisse Zukunft, in die die Kriegsheimkehrer entlassen werden.

Fremd in der eigenen Stadt, so fühlt sich auch Paul Stainer, als er 1920 aus der Gefangenschaft zurück nach Leipzig kommt. Er muss eine neue Wohnung finden, weil seine Frau offenbar nicht mit seiner Rückkehr gerechnet und mittlerweile einen neuen Partner hat. Und auch der Wiedereinstieg in seinen alten Job als Polizist ist wegen seines Aufenthaltes in der Psychiatrie mehr als fraglich. Aber zumindest diese Befürchtungen lösen sich wegen der Personalknappheit in Luft auf, er wird zum Kriminalinspektor befördert und mit den Ermittlungen im Mord an einem Lehrer beauftragt. Und dann tauchen in einer Fabrikantenvilla weitere Leiche auf. Missglückter Einbruch, oder steckt mehr dahinter? Je tiefer Stainer in die Fälle eintaucht, desto mehr verdichtet sich die Gewissheit, dass die Fälle zusammenhängen und es Verbindungen zu einer Militäroperation in Belgien gibt, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Mit allen Mitteln soll verhindert werden, dass dies an die Öffentlichkeit gelangt, und dafür schrecken die Beteiligten auch nicht vor Mord zurück. Dünnes Eis, auf dem sich Stainer bewegt.

Für die Heimkehrer hat sich alles verändert. Sie kehren in eine Welt zurück, die sie nicht mehr wiedererkennen. Bettler säumen die Straßen. Die Frauen zeigen Initiative und dringen in Bereiche vor, die bisher Männern vorbehalten waren. Die ehemaligen Soldaten sind körperlich versehrt, traumatisiert, müssen ihre Fronterlebnisse verarbeiten. Die einen suchen Hilfe in medizinischer Betreuung, die anderen tragen es mit sich selbst aus, kämpfen mit ihrer Schuld. Wollen den Menschen erzählen, was 1914 wirklich in Belgien passiert ist. Wollen die Verbrechen der Reichswehr öffentlich machen. Wollen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Und sei es um den Preis des eigenen Lebens.

Es ist ein gekonnter Mix aus Fakt und Fiktion, den der Autor hier abliefert. Äußerst spannend verknüpft er das historisch verbürgte Massaker im belgischen Dinant mit individuellen Schicksalen und lässt den Leser/die Leserin so en passant an einer Geschichtsstunde teilnehmen. Man merkt, dass Ziebula gründlich recherchiert hat, und das betrifft nicht nur die historischen Geschehnisse sondern auch die Beschreibungen der Leipziger Lokalitäten und des Alltagslebens der damaligen Zeit. Aber auch das Gerangel um Macht und Einfluss in den Anfangstagen der Weimarer Republik, die Verflechtungen innerhalb und zwischen den Institutionen, in denen die Nationalisten mit aller Härte und skrupellos gegen alle vorgehen, die ihre Pläne gefährden könnten. Sie als „Rote“ brandmarken, einschüchtern und mundtot machen wollen. Klingelt da etwas?

18.02.2020 14:41:38
dorli

In seinem Kriminalroman „Der rote Judas“ nimmt Thomas Ziebula den Leser mit in das Jahr 1920 nach Leipzig und zeichnet ein facettenreiches und glaubwürdiges Bild von Zeit und Ort.

Paul Stainer hat Krieg und Gefangenschaft überstanden und versucht, wieder in sein altes Leben zurückzukehren. Gar nicht so einfach, denn neben den Albträumen, Gedächtnislücken und ständig wiederkehrenden Halluzinationen macht ihm die Tatsache, dass seine Frau Edith ihn für tot gehalten und mittlerweile einen neuen Lebenspartner an ihrer Seite hat, enorm zu schaffen. Ein Lichtblick erwartet Stainer dagegen auf seiner alten Dienststelle in der Wächterstraße, hier wird er nicht nur willkommen geheißen, sondern direkt befördert. Kaum hat der frischgebackene Kriminalinspektor seinen Dienst angetreten, hat er auch schon alle Hände voll zu tun, denn Leipzig wird von einer rätselhaften Mordserie heimgesucht…

Inspektor Stainer bekommt es in seinem ersten Fall mit der „Operation Judas“ zu tun. Eine Gruppe ehemaliger Offiziere hat es sich zur Aufgabe gemacht, die im August 1914 im belgischen Dinant geschehenen Kriegsverbrechen zu vertuschen, indem sie Mitwisser, die die Gräueltaten öffentlich machen wollen, aus dem Weg räumt.

Der Krimi wird fesselnd erzählt und besticht vor allen Dingen durch die gekonnte Verknüpfung von Realität und Fiktion - dass Thomas Ziebula die Hintergründe intensiv recherchiert hat und er über eine gute Kenntnis der lokalen und historischen Gegebenheiten verfügt, merkt man dem Roman auf jeder einzelnen Seiten an.

Außerdem beweist Thomas Ziebula einmal mehr, dass er ein ausgesprochen gutes Händchen für mitreißende Figuren hat. Alle Akteure sind detailliert beschrieben und bekommen schnell ein Gesicht, selbst Nebenfiguren werden lebendig und ausdrucksvoll dargestellt und wirken in ihrem Tun überzeugend.

Gut gefallen hat mir auch die stimmige Atmosphäre – die Trostlosigkeit der Zeit und die Unsicherheit der Menschen werden hervorgehoben. Die Einwohner Leipzigs kämpfen mit den Nachwehen des Krieges, man ist von Normalität und einfach nur Mensch sein noch meilenweit entfernt, aber man berappelt sich so langsam und bemüht sich, nach vorne zu schauen.

Neben der spannenden Krimhandlung und den Problemen und Sorgen des Alltags spielt auch die damalige Politik eine wichtige Rolle – die Veränderungen, die der Krieg mit sich gebracht hat, sind genauso Thema, wie das Gerangel um die politische Macht in der noch jungen Weimarer Republik.

„Der rote Judas“ hat mir sehr gut gefallen – die gut ausbalancierte Mischung aus Historie und Spannung wird anschaulich und lebendig erzählt und hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert.

13.02.2020 10:20:11
Galladan

Beeindruckend erzählt
Der rote Judas (Paul Stainer 1) von Thomas Ziebula, erschienen im Wunderlich Verlag am 28. Januar 2020.

1920 kommt Paul Stainer aus französischer Gefangenschaft zurück nach Leipzig. Seine Frau will sich scheiden lassen, hat ihn schon durch einen älteren Mann ersetzt. Paul, körperlich unversehrt aber mit tiefen Narben auf der Psyche, die sein Gedächtnis blockieren und sein Denken immer wieder an die Kriegsschauplätze mit ihren grauenvollen Bildern ziehen, versucht seinen Zustand möglichst geheim zu halten, um wieder bei der Polizei arbeiten zu können. Er bekommt nicht nur seine alte Stelle zurück, sondern wird gleich noch zum Kriminalinspektor befördert. Kaum zurück im Job, muss sieht er sich mit mehreren Morden konfrontiert und versucht gleichzeitig auch noch das Herz seiner Frau zurück zu erobern.
Ich habe bisher nicht viel über die Zeit nach dem ersten Weltkrieg gelesen oder gesehen. So ist dieses Buch für mich nicht nur ein spannender Krimi, sondern gleichzeitig auch eine sanfte Geschichtsstunde gewesen. Ich habe schon andere Bücher des Autors gelesen und konnte mich mit diesen Erfahrungen auch gleich völlig auf die Geschichte einlassen. Im Laufe der Zeit bekommt man eine schöne Charakterstudie von den Menschen jener Zeit, von ihren Sorgen und Problemen und der Einstellung der Menschen zum verlorenen Krieg und dem wozu Menschen, wenn keiner wirklich hinsieht fähig sind.
Mir hat besonders gut gefallen, wie der Autor einen Kriminalinspektor vor meinen Augen entstehen lässt, der nicht nur Moralvorstellungen hat und sie lebt, sondern einen der vernünftig handelt, also eher der Held der kleinen Dinge, nicht der oberschlaue Überflieger. Die Beschreibungen im Arbeitsumfeld, die Reaktionen, alles wirkt authentisch. Auch viele der Nebencharaktere sind schön gezeichnet und ausgebaut. Die Geschichte von Stainer und den Menschen, die er trifft, berührt einen und klingt noch weit nach der letzten Zeile dieses wunderschön geschriebenen Buches nach. Wer gerne Krimis mit historischem Hintergrund liest wird sich für diesen ersten Band einer Reihe begeistern können. Klare Kaufempfehlung.

01.02.2020 17:00:56
PMelittaM

Leipzig 1920: Frisch aus der Kriegsgefangenschaft entlassen muss Paul Stainer wieder in sein normales Leben finden. Das ist gar nicht so einfach, er hat mit den psychischen Auswirkungen des im Krieg Erlebten zu kämpfen, seine Frau, die ihn für tot hielt, hat eine neue Beziehung und will sich deshalb von ihm trennen. Immerhin kann er in seinen alten Beruf zurück, wird sogar zum Leiter der Kriminalpolizei befördert. Kaum im Dienst bekommt er es mit mehreren Morden zu tun, deren Hintergrund sich als äußerst perfide herausstellt.

Mich hatte der Roman sehr schnell gepackt, Stainer ist sympathisch und man kann gut mit ihm mitfühlen. Aber auch andere Charaktere haben es mir sofort angetan, Fine, die Straßenbahnfahrerin, Rosa, von der man zunächst nur Tagebucheinträge liest und die sich als sehr tough erweist, Max Heiland, Boxer und Einbrecher, der seine kleine Familie liebt, der Kommissaranwärter Junghans, der eine perfekte Unterstützung Stainers ist, Bruno Schilling, dem der Krieg viel genommen hat, oder auch Kubitz, Stainers Chef, der zu ihm hält. Sie alle entwickeln Charakter, und ich hoffe sehr, dass ich sie in Folgebänden wiedertreffen kann.

Auch die Antagonistenseite ist gut dargestellt, wobei es hier einen Charakter gibt, dessen weitere Entwicklung mich gespannt zurück lässt. Die Thematik der Geschichte ist brisant, bietet auch eine gewisse Gesellschaftskritik. Gerne hätte ich in einem Nachwort des Autors ein bisschen mehr über die Hintergründe erfahren. Wie hat er recherchiert, wie viel Reales, wie viel Fiktion steckt in diesem Roman, wie überhaupt kam er auf dieses Thema. Schade, dass keinerlei Boni enthalten sind, die für mich eigentlich zu einem perfekten historischen Roman gehören.

Thomas Ziebula erzählt spannend, ich mochte den Roman kaum aus der Hand legen. Etwas aufgesetzt wirkt auf mich nur, dass Stainer bzgl. der Aktentasche nicht sofort reagiert. Was daraus entsteht, habe ich dennoch gerne gelesen, hier zieht die Spannung noch einmal an. Der Autor schreckt auch nicht davor zurück, manche Hoffnung des Lesers zunichte zu machen.

Ich bin absolut begeistert von Thomas Ziebulas erstem historischem Kriminalroman und hoffe sehr, dass dieser der Start in eine Reihe sein wird. Hier stimmt nahezu alles, Charaktere, historischer Hintergrund, Erzählstil – meine Kritikpunkte werden da zur Nebensache. Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung vor allem, aber nicht nur, für Fans historischer (Kriminal)Romane. 90°