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Jörg Kijanski
Familiendrama und Schlachten im Burenkrieg

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2019

Dublin, Irland, Jahreswechsel 1899/1900. Major Joseph Radcliffe und Captain Benjamin Pierce kämpften bereits in Amerika gegen nordamerikanische Prärieindianer, doch schon vor Jahren haben sie der Gewalt den Rücken gekehrt und sind dann zunächst nach England ausgewandert. Dort gelang es Radcliffe, eine Zulassung als Anwalt zu erhalten, dann ging es weiter nach Dublin. Pierce, ein Schwarzer, arbeitet für Radcliffe als Sekretär, steht seinem besten Freund jedoch auch privat zur Seite, beispielsweise wenn dieser Probleme mit seinem sechzehnjährigen Sohn Edward hat.

Edward würde gerne mit seinem besten Freund Lawrence Baxter nach Südafrika aufbrechen, wo sich dieser als Lieutenant in Kürze am Burenkrieg beteiligen wird. Nach einem Streit zwischen Edward und seinem Vater, dem seine Klientel mitunter wichtiger zu sein scheinen als der eigene Sohn, reitet dieser nicht wie versprochen vorzeitig in sein Internat zurück, sondern schifft unter falschem Namen nach Südafrika ein.

„Bringen Sie Ihren Jungen nach Hause. Wir brauchen unsere Söhne, Radcliffe … und mit „wir“ meine ich nicht zuletzt unser Land.“

Radcliffe ist schockiert, denn die Streitereien mit seinem Sohn sind unter anderem darin begründet, dass Edwards Bruder unter tragischen Umständen verstarb. Seitdem hat Radcliffe seinen Sohn auch hinsichtlich seiner Mutter belogen, die ein dunkles Geheimnis umgibt. In Sorge um seinen einzigen Sohn macht er sich mit Pierce auf in den fernen Kontinent, wo einmal mehr der Krieg auf sie wartet…

Der auf dem Buchcover zu findende Verweis auf Bernard Cornwell ist angebracht

David Gilman ist kein Unbekannter, im Gegenteil, seine Thomas-Blackstone-Serie, die zur Zeit des Hundertjährigen Krieges spielt, war erfolgreich und wurde auch auf der Histo-Couch sehr positiv aufgenommen. Nun also der Stand-Alone-Roman „Der Preis der Freiheit“, der seine Leser in die Grauen des Zweiten Burenkrieges (1899-1902) entführt. Routiniert erzählt Gilman seinen Plot, der alles bietet was das Genre verspricht. Blutige Schlachten, die mitunter etwas arg detailliert beschrieben werden, militärische Tricksereien, aber natürlich auch Intrigen und Verrat.

„Tapfere Jungs – seine tapferen Jungs – in einem sogenannten ruhmreichen Akt des Heldentums niedermähen zu lassen, war nichts anderes als halsstarrige Dummheit aufseiten des Oberbefehlshabers. Aber ihnen blieb keine andere Wahl; Befehle mussten befolgt werden. Wenn er versagte, hätten andere womöglich noch mehr zu leiden. Sie waren alle nur Rädchen in der Militärmaschine, und diese Maschine musste dringend repariert werden.“

Doch zunächst geht es im ersten Viertel um die Situation in Irland und die Vorstellung der wichtigsten Protagonisten, die sich später immer mal wieder begegnen werden. Radcliffe arbeitet – wie erwähnt – als Anwalt, doch die Geschäfte gehen schlecht, denn neue Mandanten bleiben aus. Es schwelt eine Rebellion im Land und der liberale Radcliffe übernimmt selbst Härtefälle: Verhasste Fenier, auf die die Todesstrafe wartet. Denn die republikanisch gesinnten Iren sind in der Minderheit, die meisten stehen auf der Seite des Königreichs und ziehen mit großem Gefolge für dieses in den Krieg.

„Der Krieg da unten ist ein Krieg unter Weißen. Verdammt, Ben, du würdest alles nur verkomplizieren.“

„Das hat unsereins so an sich.“

„Keine der streitenden Parteien hat Afrikaner unter Waffen gestellt. Du würdest deinen eigenen Krieg vom Zaun brechen. Du hast keine Ahnung, welche Verhältnisse in diesem Land herrschen.“

„Ich gehe davon aus, dass dort die Sonne scheint.“

Nicht nur in Irland, auch in Afrika treffen Weiße auf Weiße, treffen Iren auf Iren. Viele republikanische Iren, die die Briten als Unterdrücker und Feinde betrachten, sind nach Transvaal ausgewandert, um dort nach Gold und Diamanten zu graben. Die reichhaltigen Bodenschätze rufen nun wiederum die Briten auf den Plan, die jedoch 50.000 Buren und diversen Fremdenbrigaden gegenüberstehen. Die aus den Niederlanden stammenden Buren haben derweil eine neue Kriegsstrategie ausgetüftelt. In kleinen Kommandos treiben sie die unvorbereiteten britischen Truppen in einen Guerillakrieg, der zu hohen Verlusten führt. Umso bitterer die Rache der Briten, was sich in einem Gefangenenlager für Frauen und Kinder zeigt; einem Konzentrationslager, in dem unmenschliche Zustände herrschen.

In all den Wirren des Krieges suchen nun die pensionierten Armeeoffiziere Radcliffe und Pierce nach Edward und bringen sich dabei selbstredend des Öfteren in große Gefahr. Was folgt sind blutige Gemetzel, zahlreiche Finten und das Treffen mit zwei sehr unterschiedlichen, aber ausdrucksstarken weiblichen Charakteren, die dem Krieg auf ihre Weise die Stirn zeigen. Abschließend folgen rund fünfzehn Seiten mit sehr aufschlussreichen „Historischen Anmerkungen“, nachdem schon vor Beginn der Lektüre in der Buchinnenseite eine farbige Landkarte Südafrikas positiv aufgefallen ist.

Fazit:

Wen eingehend geschilderte Kämpfe nicht abschrecken und wer eine spannende Handlung vor historisch ordentlich recherchiertem Hintergrund sucht, der mag zugreifen. Nicht nur für Fans von Bernard Cornwell eine Empfehlung!

Der Preis der Freiheit

Der Preis der Freiheit

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