Atlas der erfundenen Orte

Erschienen: Oktober 2017

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Carsten Jaehner
Eine gelungene Sammlung gewollter und ungewollter Irrtümer

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mär 2019

Sie wollten immer schon mal nach El Dorado oder nach Thule? Sie sind der Meinung, Kalifornien und Korea wären Inseln? Sie planen einen Urlaub in Atlantis? Sie wollen da hin und wissen aber nicht wo das ist? Kein Problem, Abhilfe schafft da der "Atlas der erfundenen Orte", den Edward Brooke-Hitching zusammengestellt hat.

Die Insel Kalifornien

In akribischer Feinarbeit hat der Autor aus alten Landkarten und historischen Hinweisen verschiedenste Orte zusammen gesammelt, die es entweder nie gab oder die woanders vermutet wurden oder die in Wirklichkeit anders sind als man vermutete. So dachte man lange Zeit, Kalifornien sei eine Insel, ehe man im Norden der "Insel" feststellte, dass sie ja doch mit dem Festland verbunden ist und so "nur" eine Halbinsel ist. Die Teile Nordamerikas nördlich von Kalifornien waren lange nicht erforscht, und erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Irrtum zugegeben und aufgedeckt.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die mit Karten aus der damaligen Zeit belegt sind, wo große weiße Flächen Gebiete anzeigen, die man nicht kennt und deren Ausdehnung man nur vermuten konnte. Gleichwohl gibt es auch Karten mit Inseln mitten im Meer, die überhaupt nicht existieren, deren Auftauchen aber verschiedene Ursachen haben kann. Sei es eine falsche Überlieferung, eine falsche Wahrnehmung, eine falsche Kartierung oder einfach nur "hier wird sich niemand hin verirren, also erfinde ich eine Insel und benenne sie nach mir, sodass ich für immer und ewig in den Karten der Meere verewigt bin". Das Buch ist prall gefüllt mit diesen Geschichten, die der Autor fundiert, aber launig zu erzählen weiß. Jeder Geschichte sind vier bis sechs Seiten gewidmet, so dass man schnell wieder Neues entdecken kann.

Mit historischen Karten reich bebildert

Heute, im Zeitalter von Satelliten, Film und Foto und Internet sind wir natürlich schlauer als zu Zeiten, wo man mühselig mit Kutsche und Pferd oder per Schiff über die Weltmeere die Welt erkundete, und man kann nur staunen, wie präzise für die damalige Zeit über fast 2000 Jahre teilweise die Karten gezeichnet und gedruckt wurden, die den Menschen den Weg wiesen. Mit heutigen Mitteln wäre das alles viel einfacher gewesen, dafür fehlt uns heute ein wenig die Abenteuerlust, Neues zu entdecken und viel Arbeit hineinzustecken. Amüsant in dem Buch ist auf jeden Fall zu entdecken, welche Irrtümer sich "aus Versehen" eingeschlichen haben und welche "mit voller Absicht".

Das gut 250 Seiten starke Hardcoverbuch aus dem Hause dtv in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff ist ein schönes Buch für regnerische Sonntagnachmittage, in dem man immer mal wieder stöbern kann, das man aber wohl nicht von vorne nach hinten in einem durchlesen wird. Es sei denn, man ist von den Kuriositäten so gepackt, dass man neugierig wird, was den Leuten damals noch so eingefallen ist. Jede "Erfindung" oder "Entdeckung" wird mit zahlreichen Bildern oder Texten versehen, Originalzitaten aus den Quellen und detailreichen Erklärungen. Die oft gut versteckten Orte werden auf größeren Karten genau angezeigt und anhand der historischen Karten auch die Entstehungsgeschichte erzählt, sowie die Erklärung gegeben, warum es diese Insel oder jenen Ort dort doch nicht gibt und wer diesen Irrtum verursacht hat.

Beabsichtigt und unbeabsichtigt

Zu finden sind Kapitel wie "Australiens Binnenmeer", "Die Dämoneninsel", "DIe verlorene Stadt der Kalahari", "Die Mondberge", "Die Riesen von Patagonien", "Das Fürstentum Poyais", "Der Magnetberg", "Das Westmeer" und viele weitere mehr, dazu finden sich auf einigen Karten Seeungeheuer und andere phantastische Geschöpfe, deren Herkunft ebenfalls erklärt wird. Kurz, der Autor hat über den gesamten Erdball (oder je nach Zeitpunkt "Erdscheibe") Karten gefunden, die kuriose Orte haben, hat deren Geschichten gesammelt und zusammengestellt und somit dem Irrglauben ein Denkmal gesetzt, bei denen man sich teilweise denkt, warum die Menschheit erstaunlich lange an solchen Irrtümern festgehalten hat.

Ergänzt wird das Buch durch  Quellen- und Literaturhinweise, einer Auswahlbibliografie und einem großzügigen Register, dass das Wiederfinden von verlorenem Angelesenen erleichtert.

Fazit:

Der "Atlas der erfundenen Orte" ist eine gelungene Zusammenstellung an absichtlichen und unabsichtlichen Irrtümern und Gaunereien auf historischen Landkarten über viele Jahrhunderte und alle (bekannten) Kontinente. Der Autor hat sich sichtlich intensiv mit den einzelnen Geschichten beschäftigt und akribisch den Weg aller Kuriositäten nachgezeichnet. Bei allem heutigen Amüsement darf man nicht vergessen, dass die meisten Entdecker ihre damaligen Möglichkeiten ausgeschöpft haben und von ihren Entdeckungen überzeugt waren, weil sie es nicht besser wussten und nicht anders hätten aufzeichnen können. Daher ist das Buch neben einer Sammlung an Kuriositäten aus heutiger auch eine kleine Geschichte der Möglichkeiten der Kartographie. Der dtv-Verlag hat sich nicht lumpen lassen und viel Arbeit in den Abdruck der Karten und ihrer Details gesteckt. Wie heisst es auf dem Rückcover: "Ein Buch zum Blättern, Lesen und Staunen". Und genau das ist es. Eine gelungene Ergänzung zum Genre "HIstorische Romane". Sehr gelungen.

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