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Karin Speck
Kleider machen Leute

Buch-Rezension von Karin Speck Aug 2020

Es ist September des Jahres 1348, in Südengland grassiert immer noch die Pest. Lady Anne of Develish hat dafür gesorgt, dass die Bewohner ihrer Dörfer in Sicherheit sind. Ihr Gut ist von der Außenwelt isoliert und niemand darf ohne eine Quarantäne ihr Anwesen betreten. Gemeinsam mit den Menschen, die ihr anvertraut sind, schaffen sie sich eine neue Welt, aber die Lebensmittel werden langsam knapp. Aus diesem Grund macht sich der Verwalter von Lady Anne auf den Weg, um Vorräte zu beschaffen. Thaddeus wurde als Leibeigener geboren, so ist es ihm aber nicht möglich, für die Gemeinschaft einzustehen. Lady Anne ersinnt ihm einfach einen Stammbaum. Ab diesem Zeitpunkt nennt sich Thaddeus nun Milord of Athelstan. Beide sind sich der Gefahr bewusst, dass dieses Handeln schwere Strafen nach sich ziehen könnte, denn es ist bei Todesstrafe verboten, sich einen Adelstitel anzueignen. Aber nur so können sie ihr Überleben sichern und auf eine freie Zukunft hoffen. Werden sie ihre Ziele erreichen?

Logische Weiterführung zum ersten Band

Der Roman ist die Fortsetzung zu „Die letzte Stunde“ und schließt direkt an den Vorgänger an. Auf den ersten Seiten befinden sich Karten von Develish und den Ortschaften, die die Protagonisten aufsuchten. Außerdem gibt es eine umfassende Zusammenfassung des ersten Buches. Der Leser kann somit seine Erinnerung auffrischen, um dann direkt wieder in Develish anzukommen. Trotz dieser Zusammenfassung empfiehlt es sich aber, den ersten Teil gelesen zu haben. Die Zusammenhänge werden klarer, da der Handlungsverlauf eine logische Weiterführung zu Teil 1 ist.

Die große Pestwelle des Jahres 1348 in England ist historisch überliefert und hat viele Leben gekostet. Die Landschaft war danach wie leer gefegt. Es gab nur noch wenige Menschen, die die Ernten einbringen konnten, somit folgte auf die Krankheit eine Hungersnot. Mit diesem Ereignis hatten die Einwohner nicht nur ihre Lieben verloren, sondern auch ihre Lebensperspektive. Minette Walters erzählt eine Geschichte von Menschen, die um ihr Überleben kämpften, allerdings aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive. Die Menschen in Develish erhalten die Chance, sich ihr Leben neu zu gestalten. Lady Anne möchte ihren Leibeigenen die Möglichkeit geben, frei zu sein. Nicht jeder in dieser Region Englands ist damit einverstanden. Außerdem macht sie Thaddeus zu ihrem Verwalter. Er ist einer jener Leibeigenen und in den Augen anderer dafür nicht geeignet. Dass auch Menschen von niederer Herkunft intelligent sein können sowie lesen und schreiben und einiges mehr lernen können, stellen die Protagonisten hier unter Beweis. Während im ersten Teil die meisten Protagonisten fast noch Kinder sind, werden sie nun erwachsen. Sie beweisen sich, lernen und wachsen als Gemeinschaft zusammen. Überhaupt spürt man deutlich, dass die einzelnen Charaktere sich wandeln und an Tiefe gewinnen.

Mehr Freiheit für alle

Erst als Thaddeus beschließt, das Anwesen zu verlassen und bei dem Lehnsherren von Lady Anne den Wunsch äußern möchte, ein anderes jetzt verwaistes Anwesen zu übernehmen, fangen die Schwierigkeiten an. Eindrucksvoll schildert die Autorin, wie aus Kleidern Leute gemacht werden. Wer eine Livree trägt, wird einem Herren dienen, wenn dieser Herr dann auch stattlich gekleidet ist und wortgewandt spricht, wird man in ihm den Adligen sehen. So war der Gedanke von Thaddeus und Lady Anne, leider haben sie nicht mit der Missgunst einiger Mitmenschen gerechnet. Es kommt, was kommen musste, jemand macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Fazit:

„In der Mitte der Nacht“ ist eine gelungene Fortsetzung und erzählt davon, zu was Menschen fähig sein können. Dieser historische Roman erzählt eine eher ungewöhnliche Geschichte. Die Dialoge und Gedankengänge der Protagonisten werden ausführlich beschrieben und ihr Handeln bis ins kleinste Detail herausgearbeitet. Dadurch wirken die Charaktere aber auch lebendig und echt. Dies ist kein gewöhnlicher historischer Roman, und wer sich erst einmal auf diese Geschichte eingelassen hat, wird mit einem guten Buch belohnt.

In der Mitte der Nacht

In der Mitte der Nacht

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Letzte Kommentare:
29.05.2019 17:32:36
MarySophie

Das Cover gefällt mir richtig gut, es fällt sofort ins Auge und wird von einem royalen Blau beherrscht. Es ist dem des Vorgängerbandes nachempfunden und bietet dadurch einen hohen Wiedererkennungswert. Die Schrift wurde wieder in einem goldenen Farbton gehalten und wirkt sehr edel in Verbindung mit dem blau, aber auch durch die blumenartige Figur. Insgesamt ein richtig schönes Gesamtbild, gefällt mir sogar besser als das Cover des ersten Teils.

Vor dem Beginn der Handlung befinden sich drei Karten, die verschiedene Gegenden Englands zeigen und in welchen einige Szenen stattfinden. Das hat mir ansatzweise dabei geholfen, Entfernungen abzuschätzen und mir ein Bild von Orten zu machen, was mir doch ab und an schwerfiel.
Darauf folgen verschiedene Hinweise zu Personen, Orten und Ereignissen aus dem ersten Band, was gerade für Leser hilfreich ist, die die beiden Romane mit einigem zeitlichen Abstand lesen. Mir haben die Einführungen richtig gut gefallen, sie haben das Wichtigste wieder in das Gedächtnis gerufen und waren liebevoll geschrieben. Gerade eine kleine Auflistung der wichtigsten handelnden Personen hatte mir im ersten Teil gefehlt und ich finde es richtig gut, dass dies hier hinzugefügt wurde.

Ich hatte absolut keine Probleme, wieder in die Handlung zu finden und die Personen wiederzuerkennen. Es ist wirklich praktisch gewesen, dass ich den ersten Teil vor kurzer Zeit gelesen habe.
Ich bin mit vollem Elan in das Buch gestartet und die Schreibweise ist mir sofort wieder positiv aufgefallen. Der handelnden Zeit gut angepasst, einige historische Begriffe wurden eingebunden und insgesamt sehr anspruchsvoll. Mir war sie manchmal zu hochtrabend und ich hätte es mir gewünscht, wenn ab und an Dinge einfach ausgesprochen worden wären. So wurden viele Details hinter Sätzen verborgen und mehrmals musste ich innehalten oder Stellen wiederholt lesen, um die Geschehnisse zu begreifen und zu verarbeiten. Auf die Zeit war dieses stets hochkonzentrierte Lesen anstrengend und hat meine Lesefreude getrübt, weshalb ich am Ende auch recht lange mit dem Lesen gebraucht habe.
Anhand von Tagebucheinträgen von Lady Anne gab es immer mal wieder eine kleine Unterbrechung der Handlung. Zwar haben sich diese Einträge in einem kleinen Rahmen gehalten, doch mir haben sie richtig gut gefallen und ich hätte mir gewünscht, dass es mehr davon gibt. Sie wirkten lebendig und nicht so steif, gaben einen anderen Blick auf Lady Anne frei.

Auch hier agiert ein allwissender Erzähler, der die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven schildert. Man folgt mal Lady Anne, dann wieder Thurkell oder einer ganz anderen Person. So entsteht keine Langeweile und es kommt stets neuer Schwung in die Handlung.
Diese erstreckt sich über weniger als ein Jahr, ab und an gibt es eine Angabe, in welchem Monat die Handlung stattfindet. Doch häufig hatte ich das Gefühl, zeitlich in der Schwebe zu hängen. Mir waren die Angaben zu selten, teilweise wurde über einige Wochen nichts berichtet und dann wurde ein Tag äußerst detailliert wiedergegeben. Diese Mischung hat für mich nicht recht funktioniert.

Auch mit den Protagonisten war ich wieder nicht so zufrieden. Bei ihnen war keine Steigerung zu sehen, nur die Jugend hat sich geändert und ist reifer geworden. Ansonsten war wenig Entwicklung zu spüren, was ich sehr schade finde. Durch die Pest und ihre Auswirkungen war die Möglichkeit vorhanden, dass viele Protagonisten sich entwickeln, noch reifer werden oder ihr bisheriges Leben überdenken. Gab es aber leider zu wenig.
Die Darstellung war wieder etwas steif und müde. Niemand agierte richtig lebendig und aktiv, vieles wirkte lahm und zu durchdacht. Spontane Handlungen traten kaum auf und wiederholt ist mir das fortschrittliche Denken und Handeln aufgefallen, dessen Authentizität ich bezweifle.

Fazit:
Auch der zweite Teil der Pest-Saga war nicht wirklich überzeugend. Ein ganzes Stück habe ich mich durch die Handlung gequält, wollte aber auch nicht abbrechen, sondern dem Buch bis zum Ende eine Chance geben. Es hat mich nicht vom Hocker gerissen, zu viele kleine Punkte und Details fand ich schwierig.

Zeitpunkt.
Menschen, Schicksale und Ereignisse.

Wir schauen auf einen Zeitpunkte unserer Weltgeschichte und nennen Euch passende historische Romane.

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