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Karin Speck
Ein Leben für Lorenzo de‘ Medici

Buch-Rezension von Karin Speck Nov 2019

1485. Jack Wynter hat seine Heimat England verlassen. Er folgt den Spuren seines Vaters Thomas Vaughan, diese führen ihn bis nach Florenz an den Hof der Medici. Die alten Freunde seines Vaters begleiten Jack, aber sie folgen ihm nur, weil sie schon Thomas in Treue verbunden waren. Die Hoffnung auf ein besseres Leben treibt sie alle an. Für Jack hingegen ist nur wichtig, endlich die Antworten auf all seine Fragen zu bekommen. Wer war sein Vater wirklich? Wofür ist er gestorben? Was bedeutete diese Karte wirklich? Was macht sein eigenes Leben aus? Fragen die nur einer beantworten kann, nämlich Lorenzo de‘ Medici.

Komplexe Geschichte des ausgehenden 15. Jahrhunderts

Robyn Young erzählt eine komplexe Geschichte aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Während Jack auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist und hofft, endlich zu erfahren wofür sein Vater starb und letztendlich auch seine Mutter, sucht die ganze Welt nach neuen Gelegenheiten, zu Macht und Reichtum zu kommen. Lorenzo de‘ Medici ist in dieser Zeit der Herrscher von Florenz, aber was verbindet ihn mit Thomas Vaughan? Genau dies versucht Jack herauszubekommen. Er begibt sich in den Haushalt dieses mächtigen Mannes und merkt nicht, wie dieser ihn für seine eigenen Ziele und Zwecke einsetzt und manipuliert. Geschickt hat Young es verstanden, Intrigen zu ersinnen und sie miteinander zu verbinden. Kleine Nebenschauplätze, scheinbar unwichtige Kleinigkeiten sorgen für eine interessante Verstrickung des Geschehens und fordern gleichzeitig ein aufmerksames Lesen, um nichts zu verpassen.

Schwere Zeiten

Jack wird begleitet von den Gefährten, die schon treu zu seinem Vater gestanden haben. Die Männer bilden den Rückhalt, den Jack braucht um seine Nachforschungen vorantreiben zu können, zugleich müssen sie aber auch eine harte Zerreißprobe bestehen. Nicht jedem gelingt dies. Nicht nur die Suche nach Antworten treibt die kleine Gemeinschaft an, auch die Suche nach Aumery hält sie in Atem. Der Mönch wurde aus Paris entführt und niemand weiß, wo er sein könnte, bis Amelot, die bei dem Mönch gelebt hat und Jack aus Paris mitgenommen hat, plötzlich in Florenz einen Mann sieht, der mit der Entführung in Verbindung zu bringen ist. Die Suche nach den Entführern liest sich fast wie ein Krimi.

Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von Harry Vaughan, dem Halbbruder von Jack. Er ist der Erbe der Ländereien in England und steht in den Diensten von König Henry VII. Dieser schickt ihn mit einer besonderen Mission nach Spanien an den Hof von Königin Isabella I. Auch wenn er scheinbar seinen Weg gehen kann, treibt ihn immer noch der Hass auf den Halbbruder um, seine Gedanken sind oft bei ihm, verheißen aber nichts Gutes. Dieser Erzählstrang berichtet von dem Krieg den Königin Isabella und ihr Mann führen. Sie wollen die Halbinsel von den Mauren befreien, gleichzeitig wird von einem Mann berichtet, der eine neue Welt entdecken will.

Zwei unterschiedliche Leben, ein Ziel

Die beiden Leben der Vaughan-Söhne laufen scheinbar nebeneinander her und scheinen keine Verbindung mehr zueinander zu haben, allerdings täuscht dies, sie beide versuchen ihren Platz im Leben zu finden. Sie müssen sich dabei den Intrigen und Anweisungen der jeweiligen Herrscher stellen, ob sie wollen oder nicht, meistens wollen sie nicht, aber sie haben keine Wahl. Außerdem erfährt man so eben auch, wie sich die Welt in Europa wandelt und wie die Herrscherhäuser und nicht zuletzt auch der Papst zueinanderstehen. Die Autorin hat es geschafft, ihre fiktive Geschichte gekonnt mit der Historie zu verbinden. Entstanden ist ein Buch, welches nicht nur eine spannende Handlung aufweist, sondern auch über das späte 15. Jahrhundert erzählt.

Dieser zweite Band schließt direkt an den Vorgänger „Der Thron der Dornen“ an. Es empfiehlt sich, den Vorgänger gelesen zu haben, da die Geschichte aufeinander aufbaut. Die Autorin hat die politischen Ereignisse mit ihrer Geschichte geschickt verwoben, dem Leser würden vermutlich einige Details entgehen, sollte man hier auf den Vorgänger verzichten.

Fazit:

„Der Hof der Wölfe“ liest sich spannend wie ein Krimi, erzählt von den Machtintrigen der großen Häuser Europas und gibt Einblicke in das Leben im ausgehenden Mittelalter. Die Entdeckung der Neuen Welt steht kurz bevor. Die Autorin hat es verstanden, diese Zeit eindrucksvoll wiederzugeben.

Der Hof der Wölfe

Der Hof der Wölfe

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Letzte Kommentare:
15.05.2020 13:13:09
Sx

Ja, natürlich, man muss den Vorgänger Der Thron der Dornen gelesen haben, sonst wird man nicht reinkommen.
Wem der Thron der Dornen nicht ganz zusagt, dem empfehle ich diesen zweiten Band trotzdem, da er doch um einiges besser ist.
Liegt wohl auch dran, dass Band 1 doch ein bisschen vorhersehbar ist, da die Geschichte ja bekannt ist, von Richard III hat wohl jeder schon mal gehört, der sich für Geschichte interessiert. Band 1 bietet aber ein paar wirklich eindrucksvolle Actionszenen.

In Band 2 reist der Protagonist Jack (James) Wynter im Auftrag des "Ordens" nach Florenz, zu Lorenzo de Medici.
Vom ausgehenden englischen Mittelalter in die italienische Renaissance und ihre Intrigen ...
Zugleich wird Jacks Halbbruder Harry Vaughan von seinem neuen König Heinrich VII nach Spanien geschickt, um dort Christoph Kolumbus zu treffen - und umzubringen, weil er sonst eine Reise nach Westen antreten und Land entdecken wird, das sich Heinrich gern selbst unter den Nagel gerissen hätte.
Dass Harry scheitern wird ist klar. Die Wie - Spannung klappt.

Die Geschichte, hauptsächlich erzählt aus der Sicht der beiden verfeindeten Brüder, überzeugte und fesselte mich.
Was dem ersten Band fehlte, das hat dieser zu bieten.
Die italienische und spanische Renaissance bildhaft eingefangen, ein bisschen erinnernd an die TV - Serie Die Borgias (Harry Vaughan hat auch irgendwas von Juan Borgia ...).
Die Personenzeichnung hat mir ebenfalls gefallen.
Während ich im ersten Teil mit Jack überhaupt nicht warm werden konnte hat er mich diesmal voll überzeugt und ist mir sympathisch geworden, genau wie seine beiden raubeinigen Freunde Ned und Valentin.
Auch Harry Vaughan ist ein gelungener, wenn auch unsympathischer Charakter: grobschlächtig und zugleich feige, geil auf Geld und Ämter, empfindlich und dämlich. Deppenimage wie William Hamleigh.

Gefallen hat mir auch die entwicklungsfähigkeit einzelner Personen, die ich hier aber nicht nennen möchte.

Einziger Kritikpunkt: Darstellung der Waffen um 1490.
Es ist von Streitäxten und Langschwertern die Rede, zu dieser Zeit schwangen nur noch Schweizer Berufsgarden ein Langschwert, eine Streitaxt hat wohl nur noch der Henker angefasst.
Edelleute und Kaufleute trugen elegantere Seitschwerter und Rapiere.
Ist vielleicht nicht dem Autor, sondern der Übersetzung geschuldet, denn im Englischen gibt's das Wort Rapier nicht.
Rapier heißt da auch Schwert.

Aber das soll keine große Kritik werden.
Das Buch ist sehr gut.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung, danach verlangt es durch das sehr offene Ende, außerdem endet dieser Teil noch vor 1492.
Können also noch ein zwei Bücher folgen. Wäre mir sehr recht.

17.11.2019 18:48:50
Fatuncle

Spannend und fesselnd - volle Empfehlung! Das vorherige Buch sollte gelesen werden!

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