Die Dufthändlerin

Erschienen: September 2016

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Die Dufthändlerin“,, 512 Seiten

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Alexandra Hopf
Tolles Thema, das ausbaufähig gewesen wäre

Buch-Rezension von Alexandra Hopf Jan 2019

Die junge Josephine Meinen lebt ein beschauliches Leben im friesischen Örtchen Leer. Sie geht ihrem Vater Meinardus in der Apotheke zur Hand. Hier hat auch der kauzige Onkel Bertram eine eigene Ecke, in der er selbst hergestellten Schnaps und Likör verkostet und verkauft. Josephines Begabung liegt in der „Feinheit“ ihrer Nase und damit verbunden die Herstellung von Duftwässerchen, die hier ebenfalls vertrieben werden. Die harmonischen Bande zwischen Josephine und ihren Vater werden noch durch eine gemeinsame Vorliebe gestärkt: Sie besitzen eine beachtliche Sammlung sogenannter Kuriositäten. So finden sich bei ihnen ausgestopfte Tiere, Muscheln und missgebildete Embryonen.

Doch im Frühjahr des Jahres 1716 wird sich das behütete Leben der jungen Frau grundlegend verändern. In der Offizin taucht der junge Holländer Henk de Jonge auf. Er steht im Dienst des russischen Zaren Peter des Großen und hat den Auftrag, Meinardus und seine Tochter nach Amsterdam zu bringen. Auf der Reise kommt es des Öfteren zu Unstimmigkeiten zwischen Henk und Josephine, die selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Einig sind sie sich nur in der Sache des kleinen Strassenjungen Petre, dem sie das Leben retten. Während der Zar mit Meinardus Verhandlungen wegen dessen Kuriositätensammlung führt, lässt dessen Frau im Geheimen nach Josephine schicken. Sie hat von deren Fähigkeit des Duftmischens erfahren und wünscht einen Duft, der ihr nach dem Tod des Babys und Thronfolgers wieder die Lebensfreude zurückbringt. Und die junge Duftmischerin hat Erfolg. Peter ist erfreut, wie gut seiner geliebten Frau der Kontakt zu Josephine tut und handelt mit Meinardus einen unschlagbaren Vertrag aus. Meinardus überlässt dem Zaren für eine Unsumme Geld seine Kuriositätensammlung und für eine bestimmte Zeit seine Tochter.

Peter träumt davon, in Sankt Petersburg eine große Wunderkammer zu errichten. Auf diese Weise will er dem traditionsbewussten russischen Volk Fortschritt näherbringen und sein Land modernisieren. Josephine soll sie begleiten, beim Aufbau behilflich sein und außerdem seiner Frau weiter zu Diensten stehen. Josephine tritt die lange Reise mit gemischten Gefühlen an. Einerseits hat sie Heimweh, andererseits fühlt sie sich auf sonderbare Weise zu Henk hingezogen. Auch der kleine Petre, der Henk weiterhin begleitet, ist ihr ans Herz gewachsen. Es beginnt ein aufregender Abschnitt in ihrem Leben, der aber auch nicht ungefährlich für die junge Frau ist.

Unspektakuläre Unterhaltung – mehr leider nicht

Die Inhaltsangabe des Buches macht neugierig. Doch wenn der Leser nun denkt, der Roman dreht sich hauptsächlich um die Kunst und Herstellung von Parfüms, irrt. Dieses Thema wird eher in einen Nebenstrang abgehandelt. Im Vordergrund stehen die besonderen Kuriositäten; welche es gibt, und wie man sich den Aufbau einer Wunderkammer vorstellen muss.

Der Erzählstil ist gut verständlich und flüssig zu lesen. Die Handlung selbst plätschert so vor sich hin. Auflockernd zu Beginn wirken die Frotzeleien zwischen den Brüdern Meinardus und Bertram. Erst gegen Ende des Romans baut sich Spannung durch das Aufdecken von bestimmten Intrigen auf. Doch ohne die Sache weiter auszuführen dreht sich die Handlung und das Buch findet ein doch recht abruptes Ende.

Person des Zar Peter fundiert recherchiert und wiedergegeben

Die Hauptprotagonistin ist sympathisch. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn lässt sie oft unbedacht in Sachen einmischen, die sie eigentlich nichts angehen. Damit macht sie sich bei ihren Mitmenschen nicht nur Freunde. Im Gegenteil, dieses Verhalten bringt sie sogar in Gefahr. Als Leser hat man aber weitestgehend Respekt vor ihrer Courage. Der männliche Gegenpart ist Henk de Jonge. Seine Lebensgeschichte und sein Charme machen ihn auch zum Sympathieträger des Romans. Die Geschichte zwischen den zwei Hauptprotagonisten ist aber leider etwas seicht und vorhersehbar.

Beeindruckend hingegen ist die Darstellung von Zar Peter dem Großen. Jutta Oltmanns hat sehr gründlich seine Persönlichkeit recherchiert. Sie gibt ihn Informationen zufolge sehr authentisch wieder. Es gelingt der Autorin, dem Leser einerseits das ungezügelte und unberechenbare Wesen des großen Peter wiederzugeben, als auch die moderne Einstellung des Zaren zu vermitteln. Man kann sich die von Misstrauen zerfressene Seele und das besondere Verhältnis zu Zarin Katharina sehr gut vorstellen.

Der Roman ist bei Heyne erschienen. Das 500 Seiten lange Werk ist jetzt nicht der große historische Roman, aber für das Lesen zwischendurch trotzdem geeignet. Obwohl die Handlung ohne große Spannung vor sich hin dümpelt, erfährt man trotzdem einiges Interessantes über das Leben in Russland unter Peter dem Großen.

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