Das Herz der sieben Inseln

Erschienen: Oktober 2018

Bibliographische Angaben

  • Tinte & Feder, 2018, Titel: 'Das Herz der sieben Inseln', Originalausgabe

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Heike Stepprath
Die Vernichtung der Guanchen

Buch-Rezension von Heike Stepprath Apr 2019

Kastilien, 1492. Lauras Vater hat sie vor die Wahl gestellt: Entweder sie heiratet den von ihm ausgesuchten Adeligen, oder sie verbringt den Rest ihres Lebens hinter Klostermauern. Eine Heirat ist für Laura unvorstellbar, weswegen sie lieber als Novizin in einer spanischen Abtei Schutz sucht. Aber auch diese Wahl erfüllt sie nicht. Nur noch ihre Mutter kann ihr helfen, denkt Laura, und macht sich auf den weiten Weg nach Gran Canaria. Auf dem Hof ihrer Familie angekommen, erfährt sie vom Tod ihrer Mutter. Ihre Schwester Inés empfängt sie äußerst abweisend und ihr Vater würde sie vermutlich sofort zur Hochzeit zwingen, wenn er sie entdeckt. Für Laura beginnt ein Versteckspiel, bei dem sie nur dem Guanchen Aquil vertrauen kann.

Frankfurt, 2017. Jana ist schon fast auf dem Weg nach Mexiko, wo sie mit ihrem Freund ein Hotel eröffnen will, als sie ein Brief von einem Anwalt erreicht. Sie erfährt, dass sie eine Plantage auf Gran Canaria geerbt hat, kennt allerdings den Erblasser nicht. Kurzentschlossen verschiebt sie den Flug und reist stattdessen auf die kanarische Insel. Aus dem Testament erfährt sie zwar, was sie geerbt hat, aber nicht, welche Gründe der Unbekannte hatte, genau sie auszuwählen. Bei einer Besichtigung des Anwesens spürt sie eine Verbundenheit. Auch zu Eloy, dem jungen Guanchen, fühlt sie sich eigentümlich hingezogen. Janas Neugier ist mit dem Fund eines Tagebuchs geweckt und sie beschließt, in wenigen Tagen das Geheimnis um das Erbe lüften. Sie bemerkt dabei kaum, dass sie sich immer weiter darin verstrickt.

Kultur und Historie geschickt verwebt

Tara Haigh spricht ein wichtiges Thema in der Spanischen Geschichte an. Im 15. Jahrhundert wurden die Ureinwohner der kanarischen Inseln von den Spaniern unterworfen. Man sprach ihnen sämtliche Rechte ab, misshandelte und versklavte sie. Ihre Kultur wurde sukzessive vernichtet. Aquil steht im Erzählstrang der Vergangenheit für ein ganzes Volk. Er wurde zur Arbeit auf dem Anwesen gezwungen und erkennt Lauras Notlage. Im Laufe der Zeit verliebt er sich in sie und steht an ihrer Seite, als Laura sich gegen die Willkür der Spanier stellt. Nachdem Laura sich mit ihrem Vater versöhnt hat, lehrt sie den Kindern auf der Insel Lesen und Schreiben. Die Soldaten des Königs wollen dies natürlich ob des Sklavenhandels verhindern. Laura ist also erneut in Gefahr, entdeckt zu werden.

Aufbruch in die Neue Welt

Zur Kulturgeschichte der Guanchen kombiniert die Autorin ebenfalls den Aufbruch von Cristóbal Colón in die Neue Welt. 1492 hatte er das Spanische Königspaar davon überzeugt, die Suche nach einem Seeweg nach Indien zu finanzieren. Seine drei Flaggschiffe nahmen im Hafen von Gran Canaria ein letztes Mal frische Lebensmittel für die Überfahrt auf. Der beredte Genuese, dem tatsächlich einige Liebschaften nachgesagt werden, gefällt Lauras Schwester Inés. Dieser Kontakt mit den hohen Herrschaften der Insel wird der Dreh und Angelpunkt des Romans. Das unverständliche Erbe hat 500 Jahre zuvor seinen Ursprung. Jana muss nur noch die Zusammenhänge erkennen.

Die Handlungsstränge werden verständlich angelegt. Die agierenden Figuren sind lebendig ausgearbeitet. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit wurden dabei die sozialen Bindungen und die Gewohnheiten berücksichtigt. Das Leben in den Barrancos ist heute nur unwesentlich leichter als damals. Steile Pässe müssen zu Fuß überwunden werden und bei einer Flucht ist die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe immer gegeben. Haigh schafft es, diese Bilder mit Worten zu malen. Die Perspektiven wechseln dabei von Kapitel zu Kapitel zwischen Jana und Laura. Erst zum Ende erreicht der Leser so einen Wissensvorsprung und erkennt das Geheimnis um das Herz der sieben Inseln.

Fazit:

Der historische Roman erfüllt das Bedürfnis nach Geschichte, Liebesroman und Spannung. Mit einem Hauch Mystik schießt der römische Liebesgott Cupido seine Pfeile bis in die heutige Zeit.

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