Nachtfeuer

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2018, Titel: 'Gut Greifenau - Nachtfeuer', Originalausgabe

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August 1914: Der Erste Weltkrieg beginnt, und Konstantin muss an die Front. Sein Vater ist unfähig, das Gut zu führen, das bald hochverschuldet ist. Die Verbindung von Katharina mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen wird nun zur Überlebensfrage. Doch Ludwig tritt nicht nur seiner Verlobten Katharina zu nahe ... Es droht ein Skandal! Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf eine Rettung durch den Industriellensohn Julius. Doch soll eine Ehe mit ihr ihm nur den Eintritt in den Adelsstand ermöglichen? Und dann ist da noch der Kutscher Albert, der sein Geheimnis nur im Dorf Greifenau klären kann.

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Letzte Kommentare:
04.02.2019 19:16:56
dorli

„Gut Greifenau - Nachtfeuer“ ist der zweite Band der großen Familiensaga über die fiktive Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn aus der Feder von Hanna Caspian.

Da „Nachtfeuer“ direkt an den ersten Teil der Trilogie anknüpft und Hanna Caspian weitestgehend auf Wiederholungen und Rückblenden verzichtet, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser wundervoll erzählten Fortsetzung noch erhöht.

Hanna Caspian hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder gefesselt von den vielfältigen Ereignissen in und um Greifenau und habe gespannt das Geschehen auf dem hinterpommerschen Landgut verfolgt.

Die Handlung beginnt Ende August 1914. Der Erste Weltkrieg greift mit seinen Schrecken um sich und macht auch vor Greifenau nicht halt. Einschnitte in Alltag und Gewohnheiten sind schnell zu spüren - die Männer müssen an die Front, die Versorgungslage wird zunehmend schlechter. Erschwerend kommt hinzu, dass Graf Adolphis mit der Führung des Gutes völlig überfordert und daher schnell hoch verschuldet ist. Mehr denn je ist er darauf angewiesen, dass seine Tochter Katharina den Kaiserneffen Ludwig von Preußen heiratet, doch Katharina hat andere Pläne…

Hanna Caspian erzählt sehr anschaulich, so dass man sich nicht nur die Handlungsorte und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen kann, man lebt und leidet auch Seite um Seite mit der Grafenfamilie und deren Bediensteten mit und wird von den vielen emotionalen Höhen und Tiefen mitgerissen. Überraschungen und Wendungen halten das Geschehen lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung auf einem hohen Niveau bleibt und die Sogwirkung bis zum dramatischen Ende nicht abreißt.

„Gut Greifenau - Nachtfeuer“ hat mir sehr gut gefallen. Eine gut ausbalancierte Mischung aus Familiengeschichte, Spannung und Historie, die mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß - ein rundum mitreißendes Leseerlebnis.

04.02.2019 15:10:40
Nick Coll

Nun ist es soweit. Die Leser dürfen sich über den zweiten Teil der Greifenau-Trilogie richtig freuen. Da der erste Roman sehr viele offene Fragen gelassen hat und an dem spannendsten Moment endete, konnte man gleich erwarten, dass dieses zweite Buch ebenso fesselt wie der Vorgänger. Beinahe nach den ersten Worten wird man direkt in das Geschehen hinein geschleudert… sozusagen in den Wirrwarr der Kriegsjahre am ruhigen Gutshof in Hinterpommern.



Die Handlung des Buches konzentriert sich auf die Jahre des Ersten Weltkrieges und seine Auswirkung auf einfache Leute sowie auf die gehobene Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht wieder die kaisertreue Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn, sowie das Personal des Gutes. Nicht nur zwei Grafensöhne müssen an die Front, sondern auch manche Bedienstete. Das hochverschuldetet Gut ist nur durch die Heirat mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen zu retten. Das Leben der Menschen verändert sich rasant. Nichts ist mehr sicher. Der Krieg ist im Lande… Manche Geheimnisse werden zum Teil gelüftet, dennoch entstehen neue Spannungsspitzen. Gegen Ende gibt es nun dann wieder eine ultraspannende Szene und zig offene Fragen wie alle Handlungsstränge letztendlich zusammenlaufen werden.



Die ambitionierte und sympathische Autorin Hanna Caspian hat einen farbenprächtigen und packenden Roman geschrieben, den sie mit gekonnten und bildhaften Darstellungen, tiefen Emotionen aus Gefühl, Mitleid, Entsetzen und Staunen, sowie unerwarteten Wendungen, den Lesern der historischen Romane wiedergibt. Das damalige Leben in der unruhiger Zeit und die Atmosphäre hat sie sehr schön und lebhaft rübergebracht. Auch die Wortwahl der Protagonisten ist der Zeit angepasst. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, tatsächlich 100 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein. Was wieder sehr imponiert, ist die Verwicklung der fiktiven Geschichte mit echten historischen Fakten (z.B. der Einfluss Preußens auf die Oktoberrevolution oder Die Reise Lenins im plombierten Waggon). Hier merkt man die intensive Recherche!



Die Charaktere werden wieder lebendig geschildert. Ich mag eine solche Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit und der Tiefgründigkeit, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt. Man leidet förmlich mit vielen Protagonisten und mag manchmal kaum glauben, wie unfair das Leben sein kann. Dadurch wird man beim Lesen nicht nur zum Mitfiebern, sondern auch zum Nachdenken angeregt.



Das Besondere für mich war, dass ich über diesen Roman wieder in einer Leserunde diskutieren durfte und allerhand Hintergrundinformationen und historische Details erfahren habe, die für mehr Verständnis sorgen.



Ich kann an dem Buch, wie schon beim Vorgänger, kaum was Negatives finden; es war für mich einfach eine tolle Lektüre. Mich hat diese Fortsetzung sogar noch mehr gefesselt als der erste Band. Und so warte ich nun sehnsüchtig auf den dritten Band „Gut Greifenau – Morgenröte“ (erscheint am 01.03.2019 als Taschenbuch bei Knaur). An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen, aber bitte unbedingt der Reihe nach lesen.