Die Löwin von Aquitanien

Erschienen: Januar 1991

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 1991, Titel: 'Die Löwin von Aquitanien', Originalausgabe

Couch-Wertung:

86

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
0 x 81-90
1 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:80
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Christina Wohlgemuth
Ein beeindruckender Roman über eine beeindruckende Frau!

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Jul 2007

Im Jahre 1122 wird dem Herzog von Aquitanien in Poitiers eine Tochter geboren. Sie wird Herzogin von Aquitanien, Königin von Frankreich, Königin von England, Mutter zweier Könige, Kreuzfahrerin, Förderin der Dichtkunst. Im Jahre 1204 stirbt sie im stolzen Alter von 82 Jahren, hat ihre beiden Ehemänner und acht ihrer zehn Kinder überlebt.

Tanja Kinkel erzählt in ihrem zweiten Roman das Leben der Eleonore von Aquitanien, einer der wenigen Frauen, die die männerdominierte Zeit des europäischen Mittelalters entscheidend mitgeprägt hat. Die Autorin teilt das Buch dabei in Eleonores wichtigste Lebensabschnitte ein: ihre Kindheit in Aquitanien, ihre beiden Ehen, die Herrschaft ihrer beiden Söhne Richard und John.

Lebendige Charaktere und ein farbenprächtiges Bild der Epoche

Tanja Kinkels besondere Stärke ist die Figurenzeichnung. Allen voran Eleonore selbst ist mit all ihren Stärken und Schwächen dargestellt, plastisch und dreidimensional. Auch die wichtigen Nebenfiguren wirken lebendig und sind für den Leser greifbar, so dass es ihm leicht fällt, mit den Figuren mitzufühlen. Besonders bei Eleonore gelingt es der Autorin, innere Konflikte und widerstreitende Gefühle so darzustellen, dass der Leser mit der Protagonistin hadert und die Schwierigkeiten der Entscheidung nachempfinden kann. Daneben gelingt es der Autorin, das Mittelalter farbenprächtig und intensiv darzustellen. Sie nimmt sich viel Zeit, das Gefühl der Epoche einzufangen, so dass sie vor dem geistigen Auge des Lesers wiederaufersteht.

Tanja Kinkel schreibt ansprechend, spannend und unterhaltsam. Sie überzeugt in den ruhigen Momenten ebenso wie in den bissigen Dialogen zwischen Eleonore und ihrem zweiten Ehemann Henry, die nicht nur wegen ihres scharfzüngigen Humors kleine Höhepunkte des Romans bilden. Der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen, ohne dabei an Tiefgang einzubüßen.

Glaubwürdige und geschichtstreue Erzählung

Viele Eigenschaften, positive wie negative, werden Eleonore von Aquitanien nachgesagt. Tanja Kinkel gelingt es, ein stimmiges Gesamtbild der beeindruckenden Frau zu schaffen, dass sich weder in kritikloser Anbetung, noch in Diffamierung verliert. Die bekannten Fakten über Eleonore werden gekonnt eingebaut, den luftleeren Raum dazwischen füllt die Autorin mit einer glaubwürdigen Geschichte. Dabei bringt sie jede Menge historisches Wissen ein, ohne den Leser damit zu erschlagen. Alle Information dient der Geschichte, der Erzählung selbst, nicht umgekehrt.

Was der Leser vielleicht als eindeutige Positionierung zu Gunsten Richards und gegen John einschätzen könnte, ist viel mehr die historische Wahrheit: Richard war Eleonores Lieblingssohn, für den Jüngsten John konnte sie sich der Überlieferung nach dagegen nie erwärmen. Wer den Roman liest, wird zumindest eine mögliche Erklärung hierfür erfahren.

Schwächelnde Spannung trübt das Gesamtbild nicht

Dennoch gelingt es der Autorin nicht, die Spannung den gesamten Roman über konstant zu halten. Bis zur Heirat mit ihrem ersten Mann kommt die Geschichte nur langsam in Fahrt - nach einem entscheidenden Bruch im zweiten Drittel des Romans flacht die Geschichte spannungstechnisch wieder etwas ab, jedoch ohne dabei langweilig zu werden.

Im Anhang findet der Leser mehrere Stammbäume der wichtigsten Familien sowie der Königshäuser. Dies erleichtert es dem Leser, Verwandtschaftsverhältnisse zu durchschauen und bei den vielen Henrys, Phillips und Johns nicht den Überblick zu verlieren.

Tanja Kinkel ist ein farbenprächtiger, eindrücklicher Roman über eine der schillerndsten Frauenfiguren des europäischen Mittelalters gelungen. Flüssig zu lesen und unterhaltsam erzählt ist dieser Roman jedem Freund gut recherchierter historischer Romane zu empfehlen, aber auch jenen, die glauben, das Mittelalter sei eine reine Männerdomäne gewesen.

Die Löwin von Aquitanien

Die Löwin von Aquitanien

Deine Meinung zu »Die Löwin von Aquitanien«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
02.02.2011 11:37:27
Silky

Zum Glück habe ich dieses Buch über Eleonore von Aquitanien gelesen. Mich interessiert diese Frau schon lange und endlich durfte ich ein Buch lesen, wo ihr Leben glaubhaft dargestellt wurde.
Egal in welchem Zeitabschnitt ihres Lebens, die Charaktere der Protagonisten sind sehr glaubhaft dargestellt. Somit kann man so manches Handeln gut nachvollziehen, wenn auch nicht immer verstehen.
Einfühlsam beschreibt Tanja Kinkel die inneren Kämpfe Eleonores, wenn sie Sachen akzeptieren musste die ihr gegen den Strich gingen und wie stark sie dennoch immer nach aussen hin wirkte.
Die Stammbäume wie auch die Landkarte waren sehr hilfreich. Ich war sehr beeindruckt von diesem Roman und gebe ihm 100 Punkte.

22.01.2011 16:36:34
Rosemarie Maubach

Eine sehr interessante Bographie aus vielerlei Hinsicht. Zum einen weil spannend beschrieben ist, wie sehr Europa damals in Bewegung war und die Fäden quer über den Kontinet gesponnen wurden. Zum Anderen wird die damalige Rolle der Frau deutlich, die immer abhängig war auch wenn es sich um ein so starke und einflussreiche Persönlichkeit handelt. Aber ganz spannend finde ich auch, dass Alienor nicht nur die Mutter von Richard Löwenherz sondern auch die Schwiegermutter von Heinrich dem Löwen war, der nicht nur München gegründet hat sondern auch für Braunschweig, Lübeck und Schwerin die Weichen gestellt hat. Gerne würde ich darüber auch eine so spannende Biographie lesen.

13.01.2011 23:47:05
Tigo

Alienor von Aquitanien? Ja, den Namen hat man doch schon mal gehört ... aber wer war sie gleich noch? Die Inhaltsangabe weckt Interesse an dieser Frau, an diesem Buch.

Es ist gut untergliedert, nämlich in die einzelnen Zeitabschnitte ihres Lebens. Ihr Aufwachsen in Aquitanien, ihre Zeit als Königin von Frankreich an der Seite von Louis VII, ihr Leben mit Henry II und als Königin von England, ihre jahrelange Gefangenschaft, dann ihr Handeln als Mutter von König Richard Löwenherz sowie die letzten Jahre ihres Lebens, während ihr Sohn John an der Macht ist.

Wer wie ich in dieser Epoche nicht "daheim" ist, hat eine Vielzahl an Personen zu sortieren, was gelegentlich nicht ganz so einfach ist. Sehr hilfreich fand ich die angefügten Übersichten, die sowohl eine Landkarte mit den einzelnen Herzogtümern und Königreichen beinhalten sowie die entsprechenden Familienstammbäume. Trotz der verwirrenden Menge an historischen Persönlichkeiten, die in diesem Buch auftauchen, kann man der Sache damit gut folgen.

Ich habe mich bis zum Schluss nicht entscheiden können, ob ich Alienor mag oder nicht. Ihr Charakter prägt das Buch, machthungrig, ruhelos und zweifelsfrei auch gnadenlos. Gewiss war sie aber in dieser Zeit eine herausragende Persönlichkeit, die ihre Spuren hinterlassen hat. Während mich hier weder Louis noch Henry besonders beeindruckt haben, bin ich dem von der Autorin gesponnenen Faden gern gefolgt, und habe mich sehr für Richard Löwenherz begeistert. Sie sind allesamt gut skizziert, die einzelnen Charaktere sind sehr deutlich rausgearbeitet, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil ist insgesamt rund und das Buch liest sich flüssig weg. Ob die Ausdrucksweise zeitlich passend gewählt ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Mein Interesse, mehr über die Personen, Orte und die geschichtlichen Zusammenhänge zu erfahren, ist geweckt worden, so dass ich nun im Anschluss ans Lesen noch einige Wissenslücken zu schließen habe!

Einziges Manko für mich ist der Einbruch nach dem ersten großen Streit mit Henry. War die Erzählung vorher sehr emotional und lebendig, knickt sie spätestens im vierten Kapitel aus nicht nachvollziehbaren Gründen ein, wird sehr sachlich. Hier büßen leider auch die Protagonisten an Farbe ein, der Tiefgang geht merklich verloren.

Trotz dieses Schönheitsfehlers bleibt es ein Buch, das ich gern empfehlen werde!

20.12.2010 16:13:23
EleonoreVonAquitanien

Meiner Meinung nach der allerbeste Roman über Alienor von Aquitanien.
Bevor ich diesen Roman gelesen habe, hatte ich noch nie von ihr gehört...und immerhin war ich schon 21 als ich ihn las. Bei uns in Deutschland kennt ja kaum jemand sie...
Ich finde, das Buch ist in einem guten, und flüssigen Schreibstil geschrieben, und bringt einem das leben dieser wunderbaren, mutigen, starken, eigenwilligen Frau sehr nahe.
Durch dieses Buch würde mein Interesse für Alienor von Aquitanien geweckt, seitdem verschling ich alle Bücher, was ich über sie finden kann.
Kann das Buch jedem nur empfehlen.

08.08.2008 17:59:07
Klaus Kröger

Eine gelungene Romanbiographie über eine der faszinierendsten Frauengengestalten des Mittelalters. Flüssig geschrieben, werden die Ereignisse in Frankreich und England eindrucksvoll dargestellt. Auch die Beschreibung des zweiten Kreuzzuges fand ich interessant.