Die Blutchronik

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2018, Titel: 'Die Blutchronik', Originalausgabe

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Aus der osmanischen Geiselhaft entlassen, führt Vlad Dracula den Kampf seines Vaters um den walachischen Thron fort. Doch nicht nur die alten Feinde seiner Familie machen ihm die Krone streitig, auch der eigene Bruder wendet sich gegen ihn und kann dabei auf den Beistand der Osmanen zählen. Obwohl Vlad in der Gunst von Papst Pius II. steht, muss er zusehen, wie sowohl Ungarn und Polen als auch das Osmanische Reich die Hand nach der Walachei ausstrecken. Mehr und mehr wird Vlads Heimat, wird sein Erbe zum Faustpfand im Kampf zwischen Christentum und Islam ...

Die Blutchronik

Die Blutchronik

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09.04.2019 12:15:00
dorli

Edirne, Osmanisches Reich im Mai 1448. Vlad Draculea – seit mehreren Jahren gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Radu in osmanischer Geiselhaft – wird von Sultan Murad entlassen und zum Fürsten der Walachei ernannt. Der 18-jährige Vlad fiebert der Rückeroberung des walachischen Throns entgegen, endlich kann er den Tod seines Vaters rächen. Und damit beginnt sich das Karussell aus grausamen und blutigen Machtkämpfen zu drehen…

In ihrem historischen Roman „Die Blutchronik“ entführt Liliana Le Hingrat den Leser in das 15. Jahrhundert nach Südosteuropa und erzählt die Geschichte des walachischen Fürsten Vlad III. Draculea.

„Die Blutchronik“ ist die Fortsetzung von Liliana Le Hingrats Debütroman „Das dunkle Herz der Welt“ – obwohl die Kenntnis des ersten Bandes nicht unbedingt vonnöten ist, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den weiteren Lebensweg Vlads verständlicher und nachvollziehbarer macht.

Liliana Le Hingrat erzählt in diesem Roman nicht nur die Lebensgeschichte des Vlad Draculeas, sondern nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die südosteuropäische Historie. Die Autorin hat dafür die historischen Ereignisse in der Region zwischen Mai 1448 und Dezember 1476 mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und so ein vielschichtiges und glaubwürdiges Bild von Ort und Zeit gezeichnet.

Schnell ist man mittendrin im Geschehen und wird mit einer Welt aus Machtgier, Intrigen, Verrat und Mord konfrontiert. Man merkt dem Roman auf jeder Seite an, dass Liliana Le Hingrat sehr intensiv recherchiert hat. Viele Fakten, die - wie die Autorin in ihrem Nachwort erläutert - durch eigene Interpretationen ergänzt wurden, lassen die politische Situation und das Gerangel um den Thron der Walachei, mit all der Brutalität und Grausamkeit, wie sie in der damaligen Zeit üblich war, vor den Augen des Lesers lebendig werden. Neben den ganzen kriegerischen Handlungen beleuchtet Liliana Le Hingrat aber auch das persönliche Umfeld Vlad Draculeas und zeigt den Fürsten als Ehemann und Vater.

„Die Blutchronik“ hat mir sehr gut gefallen – auch wenn das Ringen um die Macht und die ganzen Kriegswirren nicht immer leicht zu durchschauen waren, war es sehr interessant, das vielfältige Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten und damit einen Einblick in die Geschichte Südosteuropas zu bekommen.

30.03.2019 19:48:33
Bettina Hertz

Die Blutchronik
Autor: Liliana Le Hingrath

Inhalt bzw. Klappentext:
Aus der osmanischen Geiselhaft entlassen, führt Vlad Dracula den Kampf seines Vaters um den walachischen Thron fort. Doch nicht nur die alten Feinde seiner Familie machen ihm die Krone streitig, auch der eigene Bruder wendet sich gegen ihn und kann dabei auf den Beistand der Osmanen zählen. Obwohl Vlad in der Gunst von Papst Pius II. steht, muss er zusehen, wie sowohl Ungarn und Polen als auch das Osmanische Reich die Hand nach der Walachei ausstrecken. Mehr und mehr wird Vlads Heimat, wird sein Erbe zum Faustpfand im Kampf zwischen Christentum und Islam …

„Die Blutchronik“ ist eine eindrucksvolle Fortsetzung des Romans „Das dunkle Herz der Welt“ aus der Feder von Liliana Le Hingrath. Beide Romane sind in sich abgeschlossen, aber es empfiehlt sich auch, den Vorgängerband zu kennen.

Der Roman hat einen unheimlich spannenden und packenden Schreibstil. Der Einstieg bereitete mir keinerlei Probleme, ich war sofort im Geschehen drin und mit vielen Charakteren sofort vertraut, da ich diese noch aus „Das dunkle Herz der Welt“ kannte. Im Auftaktband hatte ich anfangs Schwierigkeiten, die vielen Protagonisten auseinander zu halten, was hier in der Blutchronik überhaupt nicht der Fall war. Außerdem befindet sich am Ende des Buches ein wunderbares Personenverzeichnis, falls man doch einmal den Überblick verlieren sollte. Und die Landkarten am Anfang des Buches machen es einem leicht, mit den Protagonisten durch die Königreiche zu reisen.

Durch den Perspektivenwechsel der einzelnen Protagonisten erlebt man Empfindungen, Emotionen hautnah und sehr lebendig mit. Bildgewaltig lässt uns die Autorin durch Fürstentümer reisen, an der königlichen Tafel speisen, verheerende Schlachten miterleben und vieles mehr.

Eine wahre Meisterleistung ist für mich, dass Liliana Le Hingrath überwiegend historisch belegte Figuren in den Handlungsverlauf einfließen lassen hat. Das ist ihr hervorragend gelungen und mit der Kombination toller fiktiver Protagonisten entstand hier eine atemberaubende Story. Die Geschichte knüpft fast nahtlos am Auftaktband an. Nun ist es Vlad III. Draculea, der den fast aussichtslosen Kampf seines Vaters um den Thron des Fürstentums Walachei fortführt. Dabei werden er und sein Bruder Radu zeitweise zu erbitterten Feinden. Vlad empfand ich gleichzeitig als unglaublich brutalen, rachsüchtigen Menschen, aber auch als fürsorglichen und liebevollen Vater und Ehemann. Die fürstliche Krone der Walachei hat fast keinem Glück oder Zufriedenheit gebracht, denn wie die Gedanken von Radu vermitteln:

„Nicht der Fürst herrschte in der Walachei, sondern Verrat, Gier, Intrigen und Mord.“

Es ist wahrlich ein Gerangel um den Thron, um Verbündete, wer heute noch dein Freund, ist morgen schon Todfeind. Des Weiteren der Kampf zwischen Christentum und Islam und mittendrin immer die Walachei.

„Die Blutchronik“ ist ein hervorragend recherchierter Roman um das Haus der Draculea und lässt uns tief ins Mythos „Dracula“ blicken. Ich bin absolut begeistert und empfehle diesen uneingeschränkt und mit voller Punktzahl weiter.

20.03.2019 21:39:21
Philiene

Das wahre Leben ist doch manchmal viel interessanter als ein Mythos. Fast jeder kennt den berühmten Graf Dracula, in diesem Roman wird die Geschichte des wahren Vlad Draculea erzählt. Spannend, aufregend und emotional. Vlad Draculea kam als Junge zusammenzmit seinem Bruder als Geisel an den Hof von Murad Ii.DerRoman beginnt zu dem Zeitpunkt an dem er den Hof des Sultans verlässt, um denThron der Walachei zu erobern. Diese Ziel wird fortan sein Leben bestimmen. Der Leser wird aber auch in die private Welt von Vlad mitgenommen

Außerdem wird die Geschichte Osteuropas im 15ten Jahrhundert sehr interessant erzählt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen es beleuchtet ein Kapitel der Geschichte die sonst kaum beleuchtet wird und erzählt die Geschichte eines Mannes von dem heute nur noch seine Grausamkeit bekannt ist.
Für Fans des Mittelalters unbedingt zu empfehlen.

06.01.2019 12:48:08
PMelittaM

1448: Vlad Draculea und sein Bruder Radu sind immer noch Geiseln Sultan Murads. Ihr Vater und der ältere Bruder wurden ermordet und Vlad ist voller Rachegefühle. Als der Sultan ihn entlässt, bekommt er seine Chance – leider gibt es aber eine ganze Reihe Menschen, die meinen, ein Wort mitsprechen zu können, Vlad erwarten viele Kämpfe, Rückschläge und Intrigen.

Stand in „Das dunkle Herz der Welt“, das man meiner Meinung nach unbedingt vorher gelesen haben sollte, noch Vlads Vater im Mittelpunkt der Geschichte, ist es hier Vlad selbst, der als Pfähler und sogar als Vampir bekannt wurde. Liliana Le Hingrat versucht mit ihren beiden Romanen nicht nur zu erklären, wer Vlad wirklich war, sondern auch ein Stück europäische Geschichte aufzuarbeiten, die, obwohl bereits Hunderte von Jahren zurückliegend, dennoch ihren Einfluss auf unsere heutige Zeit hat. Neben Vlads Perspektive gibt es einige weitere, so ist Janos Hunyadi wieder mit dabei, der Leser begleitet u. a. auch Radu und Roxolan, letzterer ein Hohepriester der Alten Mysterien, und wie bereits im Vorgängerroman eine der interessantesten Charaktere. Am Ende des Romans findet sich ein Personenregister. Wer nicht sofort von der Masse der Personen erschlagen werden, und auch dem einen oder anderen Spoiler vorbeugen will, schaut erst im späteren Verlauf des Romans hinein. Es gibt viele Charaktere, doch nicht alle sind gleich wichtig, die meisten sind historische Persönlichkeiten und der Roman erzählt immerhin eine Geschichte über 30 Jahre und mehrere Regionen.

Für mich war auch nicht die Fülle der Personen das Problem, mit dem ich bis etwa zur Hälfte des Romans zu kämpfen hatte. Nein, für mich war eher die Erzählweise problematisch. Lange hatte ich den Eindruck, einer reinen Aufzählung von Ereignissen beizuwohnen. Sicher, es tut sich sehr viel, ein Kampf jagt den anderen, eine Intrige die andere, das ist einfach historisch bedingt, aber die Charaktere gehen darin unter, sie erhalten weder Tiefe, noch erfahre ich viel über Hintergründe, Motive und Emotionen – es fehlt mir an Herz und manches ist so nicht nachzuvollziehen. Im Grunde hätte ich hier auch ein Sachbuch lesen können. Ob ich mich vielleicht einfach daran gewöhnt habe, kann ich nicht genau sagen, aber im späteren Verlauf merkte ich plötzlich, dass es besser geworden war, jedenfalls hatte mich der Roman endlich mehr gepackt und die Charaktere kamen mir auch wieder etwas näher. Vielleicht hätte man den Roman in zwei Teile packen sollen, um den Charakteren von Anfang an mehr Aufmerksamkeit schenken zu können?

Nichtsdestotrotz ist der Roman interessant zu lesen. Wer kennt schon die Geschichte jener Gegend? Dracula kennt jeder, über den Pfähler hat man auch schon gelesen, aber wer kennt schon den Menschen Vlad Dracula, seinen Bruder Radu, die Geschichte ihrer Familie, oder die anderen Häuser, wie etwa die Hunyaden? Dass die Geschichtswissenschaftlerin und gebürtige Rumänin Liliana Le Hingrat gut recherchiert hat, steht außer Frage, ihr interessant zu lesendes Nachwort erzählt ein wenig darüber, und alleine deswegen ist dieser Roman für Geschichtsinteressierte lesenswert.

Der zweite Band der Geschichte jener osteuropäischen Region im 15. Jahrhundert ist kein einfaches Buch, historisch jagt eine Schlacht die andere, es gibt Intrigen über Intrigen, jeder misstraut jedem und hängt sein Fähnchen mal so und mal so in den Wind. Interessant ist es dennoch, zumal wir in Deutschland wenig darüber wissen dürften und einer der Protagonisten der historische „Dracula“ ist. Ich bin nach einigen Problemen letztlich doch in der Geschichte angekommen und froh, den Roman gelesen zu haben, vor allem, weil eine gute Recherche der Autorin für mich außer Frage steht. Ich vergebe daher eine Leseempfehlung für alle, die sich für die Geschichte dieser Region oder die des wahren „Dracula“ interessieren. Ich empfehle aber, „Das dunkle Herz der Welt“ zuerst zu lesen, da hier die Vorgeschichte erzählt wird. 78°